publiziert: 10.02.2012 22:37 Uhr
aktualisiert: 12.02.2012 09:36 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text VEITSHÖCHHEIM
Fastnacht in Franken: Die Jubliäumssendung

Die Fernseh-Prunksitzung in Veitshöchheim war erneut eine freche Mischung aus Frischem und Bewährtem. Dreieinhalb Stunden gute Laune mit Michl Müller, Peter Kuhn, Oliver Tissot, Waltraud & Mariechen und Co.

  • Sangesgrüße aus dem Büstenhalter: Die Parodis aus Karlstadt mit den Sängern Marion Mahlo und Bruno Gold unterhielten mit einer flotten Show aus Musik und Witz.
    Fotos: Norbert Schwarzott
  • Das Konfetti-Finale: Der souveräne Sitzungspräsident Bernd Händel (Zweiter von links) und Bernhard Schlereth (Dritter von links) vom Fastnachtsverband.
  • Wortakrobat: Oliver Tissot glänzte als pfiffiger Uhrmacher.
  • Göttervater Zeus: Büttenredner Peter Kuhn stieg vom Olymp.
  • Zurück zu den Wurzeln: Das Fastnachts-Comeback von Waltraud & Mariechen.
  • Europa packt den Stier: Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause
  • Die Stamms: Claudia, Sissi und Barbara Stamm (von links) in historischem Gewand
  • Punker mit Griechin: die Minister Markus Söder und Christine Haderthauer
  • Glitzerkrawatte als Verkleidung: Ministerpräsident Horst Seehofer
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9 Bilder

Vielleicht tut es auch Fasenachtern ganz gut, wenn sie sich an ihren Ursprung erinnern. Volker Heißmann (42) und Martin Rassau (45) sind zwei der Kandidaten, die einst durch ihren Auftritt in Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) ins Rampenlicht gezerrt worden waren. Mittlerweile, so scheint es, sind sie im Bayerischen Fernsehen die festangestellten Humorintendanten, und es würde einen nicht wundern, wenn das Duo aus Fürth irgendwann auch noch „Blickpunkt Sport“ moderieren würde oder die „Abendschau“. Anlässlich 25 Jahre „Fastnacht in Franken“ aber gaben die beiden Komödianten ihrem Alter Ego wieder einmal Ausgang und wackelten als die schrägen Tanten Waltraud (Rassau) & Mariechen (Heißmann) auf die Bühne. Und das war gut so. Das Publikum dankte ihnen den Sprung ins verstaubte Tierfellkostüm und das grünglitzernde Kittelkleid mit reichlich Applaus und schrillen Lachern.

    
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Promis bei der "Fastnacht in Franken"
Veitshöchheim
10.02.2012
    
Eine besondere Begrüßung bekam Münchens Oberbürgermeister Christian Ude: „Schön, dass Sie da sind. Wenn Sie 80 Kilometer weiter gefahren wären, wären Sie in Aschaffenburg gewesen.“ Bekannte Faschingsschlager („Komm hol das Lasso raus“) dichteten sie um zu „Komm hol den Wachtturm raus, wir spielen Zeuge und Jehova“, und schließlich erklärte das Kukident-Zebra namens Waltraud dem unterwäschebehüteten Mariechen die schöne neue Welt des Internets: Herrlich schräg.
    
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Fastnacht in Franken
Veitshöchheim
10.02.2012
    
Draußen bildete der zugefrorene Main eine weiß leuchtende Fläche, drinnen schmolz das Eis mit dem ersten Tusch. Das dreieinhalbstündige Spektakel vereinte die Bayern wieder wie keine andere Sendung des BR vor den Flimmerkisten. Die „Fastnacht in Franken“ ist im Freistaat immer noch das Lagerfeuer, um das sich die Narren sammeln und ihre Näschen wärmen. Der Präsident der Kappenträger, Bernhard Schlereth, war erleichtert nach der tollen Jubiläumsauflage: „Es ist nicht leicht, über 25 Jahre ständig das Niveau hochzuhalten“. Gefällt's? Gefällt's nicht? Fastnacht ist auch eine Geschmacksfrage. Musik, Tanz, Kokolores, feines Wortspiel und derber Witz, all das entsprang wieder der Wundertüte. „Es war wieder ein breites Spektrum der Fastnacht mit schönen Überraschungen“, so Schlereth.

Wie schwer es ist, auf dieser Bühne zu bestehen, diese Erfahrung musste Jochen Schaible machen. BR und Fastnachtsverband hatten ja der Versuchung nicht widerstehen können, der Casting-Flut im Privatfernsehen auch noch ein bayerisches Format hinterherzuschieben. Der Musicaldarsteller aus Mittelfranken gewann als Sieger einen Auftritt in Veitshöchheim als sogenannter Super-Narr, und nun stand Schaible allein auf der riesigen Bühne – und es war ihm nicht nur der Sombrero etwas zu groß geraten. Vielleicht hätte er sich auf seinen witzigen Zungenbrecher aus der Rhabarberbarbarabar beschränken sollen. Wer die Erzählung nachsprechen möchte: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

    
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Fastnacht in Franken Aftershow Party
Veitshöchheim
10.02.2012
    
Helau, Grüß Gott und guten Abend: Erklingt dieser Begrüßungssatz, dann steht Peter Kuhn von der Schwarzen Elf in Schweinfurt auf der Bühne. Beim Zeus, was für eine Rede! Als Göttervater stieg er vom Olymp und sprach zwischen den Trümmern des siechen Landes Hellas nicht nur der deutschen Politik ins Gewissen – der aber besonders: „Politik ohne Verstand, das gibt's nicht nur in Griechenland“, so der 49-Jährige in seiner 20. Veitshöchheim-Rede. „Ihr habt hier keine Lichtgestalten, nur welche, die sich dafür halten.“

Auf einen Rundflug nahmen Pilot und Bauchredner Pierre Ruby und seine Stewardess, das Nilpferd Amanda, die Gäste mit. Die Liberalen um den als Wikinger verkleideten Wirtschaftsminister Martin Zeil mussten jedoch am Boden bleiben: „Mit der FDP kannst du nur abstürzen.“ Ihren Ruf als Franken-Derblecker machte die Altneihauser Feierwehrkapell'n alle Ehre, dem Veranstaltungsort schrieben die Oberpfälzer ins Gästebuch: „Hier halten Omnibusinsassen / nicht einmal zum Wasserlassen.“

Die Musikshow der Parodis aus Karlstadt um die Sänger Marion Mahlo und Bruno Gold gefiel genauso wie Michl Müller, der über die Bühne turnte, watschelte und tanzte und sich vom Koch über Angela Merkel in einen Königspinguin verwandelte. Schließlich sang er dem fränkischen Nationalgericht („Kloß mit Soß“) ein Lied, und ums Essen ging es auch beim atemberaubend flinken Wortverdreher Oliver Tissot. Er wunderte sich, dass RTL Rekordeinschaltquoten mit Ungeziefer einfährt – aber wenn das Müller-Brot versucht, gibt's gleich ein großes Geschrei.

Splitter aus Veitshöchheim

Die Mitwirkenden: Sitzungspräsident Bernd Händel, Allersberger Flecklashexen, Pavel Sandorf Big Band, Pierre Ruby (Würzburg), Tanzmariechen Liana Wolf (Schwabach), Jochen Schaible (Ehingen), Königsgarde Coburger Mohr, Peter Kuhn (Oberwerrn), Die Parodis (Karlstadt), Oliver Tissot (Nürnberg), Oti Schmelzer (Oberschwappach), Tanzsportgarde Veitshöchheim, Volker Heißmann & Martin Rassau (Fürth), Altneihauser Feierwehrkapell'n, Selleriegarde Buchnesia Nürnberg, Michl Müller (Garitz).

Der Präsident I: Zum siebten Mal führte Sitzungspräsident Bernd Händel souverän durch den Klassiker „Fastnacht in Franken“. Fasching ist für den 55-jährigen Nürnberger „der Höhepunkt im Jahr“, sagt er. „Das ist für mich tatsächlich die fünfte Jahreszeit. Winter, Fastnacht, Frühling, so heißt das bei mir.“

Der Präsident II: Im BR-Büro herrschte am Freitagabend hektische Betriebsamkeit: Gegen 18 Uhr wurde bekannt, dass Ministerpräsident Horst Seehofer erst nach Beginn der Livesendung eintreffen wird. Die Anreise aus Berlin verzögerte sich. Kurzfristig stellte der BR das Programm um: Steigerwald-Bursch Oti Schmelzer wurde vorgezogen, Bauchredner Pierre Ruby, der in seiner Nummer Seehofer direkt ansprach, sollte später drankommen. Doch der Ministerpräsident hatte offenbar einen Turbo eingesetzt: Um 18.47 Uhr kam Seehofer in den Mainfrankensälen an, und zog sich noch rasch um: Er tauschte nur die Krawatte, die geplante Programmreihenfolge konnte also bleiben.

Die Ehrengäste: Die restliche Politiker-Elite Bayerns hatte sich dagegen wieder außergewöhnliche Kostüme parat gelegt: Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Margarete Bause kam als Europa, ihr Kollege von den Freien Wählern, Hubert Aiwanger, verkleidete sich als Eurostabilitätswächter (27 Euro Materialkosten) und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erschien als Indianer ohne Kriegsbeil. Besondere Hingucker: Bayerns Finanzminister Söder als Punker („Ich brauch' Geld“) und vor allem Barbara Stamm mit ihren Töchtern Claudia und Sissi. Die Landtagspräsidentin erschien als Kaiser Franz-Josef („Toll, wenn man nicht erkannt wird“). Münchens Oberbürgermeister und designierter SPD-Kandidat fürs Ministerpräsidentenamt, Christian Ude, schlüpfte in die Rolle eines Musketiers.

 
Von unserem Redaktionsmitglied Achim Muth
    
    

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»Alle 75 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

mayer1 (135 Kommentare) am 15.02.2012 13:03

Jesus hat die Bibel auch nicht gekannt!!

Oder?
(0)
ak24.de (385 Kommentare) am 13.02.2012 17:13

bibeltreue christen

wenn man der fraktion der bibeltreuen christen hier trauen kann, dann steht eins fest:
lustig wird es im himmel mal nicht sein.
da sind zweifel, ob das der richtige ort für die eigkeit sein mag schon berechtig - so spaßfrei, wies da angeblich zugehen soll.
(2)
frei100 (423 Kommentare) am 13.02.2012 17:16

Doch dort wird es klasse sein!!!

Dort herrscht echte Freude, einfach von allem das Original. Nicht künstliche, verkleidete, unmoralische und alkoholisierte Freude.
(0)
klausburkard (874 Kommentare) am 13.02.2012 14:48

die faschingszeit

die faschingszeit - ne tolle zeit.
da regen sich auf die braven leut.
wie freierchrist und frei 100
sie mögens nicht ihnen gehts hier drauf und trunter.
sie mahnen an mit gebet in sack und asche zu gehn,
das kann unser lieber vater im himmel nicht mit ansehn.
doch liebe leute gebt fein acht!
auch jesus hat mal laut gelacht.
bestimmt hat er auch getanzt und gesungen,
vor freude über die tische gesprungen.
wer weiß, was damals so sitte war,
es war ja schon vor 2000 jahr.
wenn alle so grießgrämig daherschauten
wie freier christ und co,
da wär der fasching gar nicht so hoho.
am mittwoch in einer woch ist ja wieder schluss
da heißt es der aschermittwoch kommen muß.
doch bis dahin lasst uns noch etwas närrisch sein
und vor freude trinken wir auch ein paar schoppen wein!
helau
(2)
frei100 (423 Kommentare) am 13.02.2012 17:10

Sie versündigen sich....

....und lästern Gott, tun Sie das nicht!
(0)
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