aktualisiert: 26.10.2009 13:33 Uhr
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VOLKACH
Firsching führt neue DGB-Region
Fusion von Schweinfurt und Würzburg: drittgrößter Verbund in Bayern
(tsc) Frank Firsching ist seit Samstag Vorsitzender der neuen DGB-Region Schweinfurt-Würzburg. Auf einer Regionaldelegiertenkonferenz in Volkach (Lkr. Kitzingen) wurde der bisherige Chef der DGB-Region Main-Rhön/Schweinfurt mit 47 von 50 Stimmen in sein Amt gewählt, drei Delegierte enthielten sich.
Zur Zusammenlegung der bisherigen Regionen Würzburg und Main-Rhön/Schweinfurt hat es nach Angaben des bayerischen DGB-Chefs Fritz Schösser in Volkach keine Diskussionen mehr gegeben. „Die Auseinandersetzung dazu war bereits im Vorfeld der Konferenz gelaufen“, sagte Schösser bei einem Pressegespräch nach der Versammlung. Eine Personalreduzierung sei mit der Fusion nicht verbunden: „Wir werden die gleiche Kopfzahl politischer Funktionäre haben wie vorher.“
Hintergrund des Ganzen sei die Organisationsreform des DGB, nach der die Regionen zu größeren Einheiten zusammengeführt würden, um „strategisch flexibler“ aufgestellt zu sein. Wie Schösser weiter sagte, sei Schweinfurt Sitz der neuen Region, in Würzburg bleibe der DGB-Rechtsschutz, außerdem solle es hier auch eine Anlaufstelle der Region geben.
Mit der Fusion entsteht der drittgrößte Regionalverband in Bayern – nach München und Mittelfranken. Er umfasst geografisch die Landkreise Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Haßberge, Kitzingen, Schweinfurt und Würzburg sowie die beiden kreisfreien Städte Würzburg und Schweinfurt. Ihm gehören etwa 61 000 Gewerkschaftsmitglieder an, wobei die Region Würzburg 25 000, die Region Main-Rhön/Schweinfurt 36 000 Mitglieder einbringt.
Der neue Vorsitzende Firsching (45) wertete sein Wahlergebnis als einen Beleg dafür, dass sowohl für ihn als Person als auch für die neue Region Akzeptanz an der Basis vorhanden sei. Auch künftig werde sich der DGB als politische Interessenvertretung der Arbeitnehmer verstehen, besonders gegenüber den Parteien. „Wir wollen es in der Region hinbekommen, die Gewerkschafter zu einen“, sagte Firsching. Es sei für die Gewerkschaften elementar wichtig, nach außen mit einer Stimme zu sprechen. Zugleich müsse es darum gehen, Bündnispartner zu finden.
Frank Firsching war seit Februar 2003 Vorsitzender der Region Main-Rhön/Schweinfurt. Der gebürtige Schweinfurter lernte bei SKF Technischer Zeichner und war dort knapp zehn Jahre als Jugendvertreter tätig. Nach seinem Studium an der Sozialakademie Dortmund wurde er DGB-Jugendsekretär für Nordbayern. Anschließend arbeitete Firsching fünf Jahre als Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall im Allgäu, bevor er sein Amt in Schweinfurt antrat.
Bei der Delegiertenkonferenz wurde auch über die Zulassung politischer Streiks abgestimmt. Zur Begründung hieß es, was in Ländern wie Frankreich und Italien möglich sei, müsse auch in Deutschland erlaubt werden. Nach kurzer Debatte war das Ergebnis eindeutig: 48 der 50 Delegierten stimmten dem Antrag zu, wobei betont wurde, dass mit dem politischen Streik kein Generalstreik gemeint sei.
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