aktualisiert: 10.02.2010 19:25 Uhr
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VEITSHÖCHHEIM
Frankenwein im Pappkarton: Winzer wollen Energie sparen
Veitshöchheimer Weinbautage geben sich ökologisch
(bert) Die fränkische Weinwirtschaft sollte das Thema Nachhaltigkeit als Herausforderung der Zukunft sehen. Dies ist die Überzeugung von Hermann Kolesch, der sich an der Bayerischen Landesanstalt in Veitshöchheim vor allem um Strukturentwicklung im Weinbau kümmert. Nachhaltigkeit steht deshalb im Mittelpunkt der 52. Veitshöchheimer Weinbautage, die am Donnerstag zu Ende gehen.
Zu den Aufgaben, die in den kommenden Jahren angegangen werden müssten, zählt Kolesch die weitere „Ökologisierung“ der weinbaulichen Produktion, die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien, eine weitgehend CO2-neutrale Weinherstellung, die Umstellung auf eine weitgehend „grüne“ Beschaffungs- und Vertriebslogistik und die Verständigung der Weinwirtschaft auf einen nachhaltigen Erzeugungskodex, wie ihn die Wachau bereits aufgelegt habe.
Ziel müsse die Balance zwischen ökologischem Handeln, wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Verantwortung sein. Auch wenn der fränkische Weinbau momentan von der Erwärmung profitiere, so warnte Kolesch doch vor den dramatischen Auswirkungen. Es drohe, dass schon in einer einzigen Generation Klimaflüchtlinge unser ganzes gesellschaftliches Modell in Frage stellen. Neben der Verminderung von Kohlendioxid werde die Verteilung des Wassers auch für den Weinbau zum nächsten großen Thema.
Beratungsfirma beauftragt
Ganzheitliches Handeln forderte auch der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes Artur Steinmann von den Winzern. Er verwies darauf, dass eine Beratungsfirma damit beauftragt worden sei, in 17 Betrieben, Weingütern und Genossenschaften den Ausstoß an Kohlendioxid zu ermitteln. Die Ergebnisse sollen im Sommer vorliegen.
Zu den Herausforderungen zählt Steinmann auch den Erhalt der Steillagen. Er forderte hier eine entsprechende Förderung auch für Stiftungen wie das Bürger- oder das Juliusspital, die bisher von öffentlichen Mitteln ausgeschlossen sind. Große Sorgen bereitet Steinmann die Absicht der EU, bis 2018 den Anbaustopp für Wein aufzugeben. Der industrielle Anbau von Frankenwein auf Rübenäckern hätte gravierende Folgen für die Landschaft, die Weindörfer und die Winzerfamilien.
Für Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, der mit einer Grundsatzrede zum Weinbau angekündigt war, aber kurzfristig absagte, sprach Ministerialdirektor Josef Huber. Zum Thema Nachhaltigkeit hatte er wenig beizutragen, dafür stellte er die finanziellen Leistungen der Staatsregierung für den fränkischen Weinbau heraus.
Heute werden in Veitshöchheim unter anderem energiesparende Weinverpackungen in Pappkartons vorgestellt. Der Escherndorfer Jungwinzer Daniel Sauer stellt einen Versuch zur Spontan- und Maischevergärung beim Silvaner vor.
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