publiziert: 02.01.2011 18:21 Uhr
aktualisiert: 02.01.2011 19:55 Uhr
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Friedlicher Jahreswechsel in Unterfranken

Trotzdem Hochbetrieb bei der Polizei
  • Farbenfroher Abschied von 2010: Gesehen in Kitzingen.
    Foto: Ralf Weiskopf
  • Rest vom Fest: Die Überbleibsel von Raketen und Böllern.
    Foto: dpa
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Zwar ist es in den meisten unterfränkischen Gemeinden zum Jahreswechsel friedlich geblieben, trotzdem waren die Polizeibeamten im Dauereinsatz mit Betrunkenen und Randalierern.

In der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken gingen in der Silvesternacht rund 670 Notrufe aus dem Regierungsbezirk ein.

Daraus ergaben sich über 240 Einsätze. So hatten es die Polizisten mit über 40 Körperverletzungsdelikten und Streitigkeiten zu tun. Es kam auch zu Sachbeschädigungen und mehreren Bränden, die durch Feuerwerkskörper verursacht wurden. In Mainaschaff (Lkr. Aschaffenburg) war es wohl ein Silvesterböller, der am frühen Nachmittag des Silvestertags das Dach einer Lagerhalle entzündete. Sie brannte völlig aus. Eine Frau wurde leicht verletzt, den Schaden schätzt die Polizei auf über 100 000 Euro. In Mömlingen (Lkr. Miltenberg) wurde kurz nach Mitternacht ein 10-jähriges Mädchen durch einen China-Böller, der unmittelbar neben der Hand explodierte, leicht verletzt.

In Grünsfeld (Lkr. Tauberbischofsheim) wurde beim Abbrennen von Feuerwerksknallern gegen 0.25 Uhr ein 21-Jähriger von einer Rakete am Kopf getroffen und schwer verletzt. Der Mann musste in die Augenklinik nach Würzburg gebracht werden.

In der Würzburger Innenstadt verliefen die Silvesterfeierlichkeiten weitgehend friedlich. Circa 2500 Personen begrüßten das Neue Jahr und feierten im abgesperrten Bereich rund um den Vierröhrenbrunnen.In Aschaffenburg riefen zwar zahlreiche alkoholisierte Leute die Polizei auf den Plan, im großen und ganzen ging es aber gesittet zu.

Ärgerlich waren für Polizei und Anwohner kleinere Sachbeschädigungen. In Erlenbach (Lkr. Miltenberg) fing eine Mülltonne durch Feuerwerksraketen Feuer und verkokelte die Hauswand eines Einfamilienhauses. In Leidersbach wurden wie in zahlreichen weiteren Gemeinden, Briefkästen „gesprengt“.

Ähnlich sah es in Schweinfurt aus. Betrunkene, Streitigkeiten, Unverbesserliche, die trotz Alkohol fahren wollten und zahlreiche Sachbeschädigungen. Rabiat gingen Unbekannte mit einem geparkten Mini um: Sie brachen den Tankdeckel auf, zündeten den Tankinhalt an und fackelten den Innenraum des Fahrzeugs ab. An einem weiteren Fahrzeug gelang das nicht. Einen teuren „Scherz“ erlaubten sich Unbekannte mit einem Pkw, den sie auf die rechte Seite warfen. Er wurde erheblich beschädigt.

Auch in der Region Main-Rhön hatte die Polizei keine Langeweile. Bei einer Schlägerei in Hammelburg (Lkr. Bad Kissingen) mussten vier Beamte einen 16-Jährigen fesseln, um die Behandlung eines von ihm in Gesicht Geschlagenen zu ermöglichen. In Bischofsheim (Lkr. Rhön-Grabfeld) geriet ein leer stehendes Gebäude in Brand. Verletzt wurde niemand. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. In Geldersheim (Lkr. Schweinfurt) brannten zehn Mülltonnen.

Auch für die Bundespolizei ging es zwar überwiegend friedlich zu, es kam aber, wie es im Pressebericht heißt, zu zahlreichen „anlassbedingten“ Einsätzen. So stürzte ein 25-Jähriger an Neujahr am Bahnhof in Glasscherben und zog sich schwere Schnittverletzungen zu.

In Oberfranken mussten die Beamten mehr als 100 Streitigkeiten schlichten, Körperverletzungen aufnehmen und Betrunkene bändigen. In Eckersdorf (Lkr. Bayreuth) verbrannte ein Mann in einem Einfamilienhaus. Auch in Mittelfranken gab es viele Einsätze, aber: „Es war schon unangenehmer“, beschrieb es der Einsatzleiter des Polizeipräsidiums.

(caro/lby)
    
    

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