aktualisiert: 15.02.2011 15:48 Uhr
Text
Text
THEILHEIM/RANDERSACKER
Für Theilheim ist Karoline die Königin
Die beiden Kandidatinnen aus dem Landkreis gönnen der fränkischen Weinhoheit den Sieg
Entspannt genießt Karoline Wallrapp aus Theilheim den Freitagmorgen. Feiern und frühstücken mit der Familie ist angesagt – ihr Bruder hat Geburtstag. Am Tag nach der Wahl zur fränkischen Weinkönigin in Bad Kissingen – die 22-jährige Karoline unterlag in einem Herzschlag-Finale Weinprinzessin Melanie Unsleber aus Ramsthal – gibt es genug Gesprächsstoff am Frühstückstisch der Wallrapps.
Franziska König schlendert erst einmal gemütlich durch die Stadt und freut sich auf ein gemütliches Frühstück mit ihrer Schwester. Dann will die Weinprinzessin aus Randersacker – sie hat es nicht ins Finale geschafft – shoppen gehen. Und zwar ausnahmsweise mal keine schicken Kleider, sondern Klamotten, die für den Alltag tauglich sind.
„Ein bisschen enttäuscht bin ich schon“, sagt Karoline Wallrapp. Und dazu hat sie auch allen Grund. Die Studentin hat bei der Wahl einen guten Eindruck gemacht. Sympathisch und selbstbewusst sei sie aufgetreten, beschreiben es Beobachter. In einem Kleid, das gut zu ihrem Typ gepasst hat. „Besser hätte ich es nicht machen können“, beurteilt sie ihren Auftritt.
„Mir geht es schlecht“, sagt Theilheims Bürgermeister Hubert Henig am Freitag nach der Entscheidung. Für die kleine Winzergemeinde, die es schwer hat, sich gegen die großen Weinortschaften zu behaupten, hätte der Titel der fränkischen Weinkönig viel bedeutet. „Wir standen so kurz davor und wir hatten so eine tolle Kandidatin“, ärgert sich der Bürgermeister. Alles habe gepasst: das Kleid, ihre Art, ihr Fachwissen, ihre Schlagfertigkeit. „Karoline hat sich super geschlagen.“ Und die Theilheimer sind mächtig stolz auf ihre Prinzessin. Noch am Donnerstagabend haben sie ihr einen königlichen Empfang in der Jakobstalhalle bereitet.
Insider spekulieren derweil eifrig darüber, ob der Heimvorteil der Siegerin Melanie Unsleber aus Ramsthal eine entscheidende Rolle spielte oder ob es doch nach dem Bekanntheitsgrad der Winzerorte geht. Theilheim hat eben nicht den Ruf als Weinbaugemeinde, wie ihn andere besitzen. Und bisher hat es auch noch keine Weinprinzessin des Ortes soweit geschafft. Karoline Wallrapp bringt es auf den Punkt: „Wir haben im Weinbau noch nie so weit vorne gelegen“.
Auch in Randersacker wurde am Donnerstagabend noch gefeiert. Mitkandidatin Franziska König gönnt der Ramsthalerin den Sieg. „Mit ihr habe ich mich am besten verstanden. Die Jury hat die richtige Entscheidung getroffen“, sagt sie ohne Neid. Sie will am Samstag sogar mit einer Delegation aus Randersacker nach Ramsthal fahren, um mit der neuen Königin zu feiern. Die 23-jährige Erzieherin will jetzt erst einmal ihre Freizeit genießen. Zumindest das, was ihr noch bleibt. Schließlich ist sie bis Ende November Randersackerer Weinprinzessin.
Viele Jury-Mitglieder hätten darauf geachtet, dass die Kandidatinnen auch natürlich sind, heißt es. Bei Franziska König hatten viele den Eindruck, sie wirke etwas zu sehr vorbereitet und hätte gar manche Fragen auswendig gelernt. Dass dies so rüberkam, kann sich die Erzieherin nur dadurch erklären, dass sie vielleicht zu gut vorbereitet war und deswegen ihre Antworten wie aus der Pistole geschossen ankamen.
Der Auftritt vor etwa 600 Zuschauern, das Blitzlichtgewitter der Kameras, die vielen Interviews mit Reportern, der Jubel der Fans – all das hat Karoline Wallrapp beeindruckt. „So etwas werde ich wohl nie wieder erleben“. Und so werden die Wallrapps und viele Theilheimer wohl lange noch beim Frühstück ins Schwärmen kommen.

Wetter
















