aktualisiert: 07.04.2009 18:28 Uhr
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MÜNCHEN/KITZINGEN
Genmais-Gegner machen Druck
Emnid: 72 Prozent gegen Anbau
(tito) Gentechnik-Gegner verstärken drei Monate vor der Europawahl den Druck auf Ilse Aigner (CSU). Sollte die Bundeslandwirtschaftsministerin ein Verbot von Genmais nicht durchsetzen, müsse die CSU bei den Europawahlen Anfang Juni mit einem Fiasko rechnen.
Das Aktivisten-Netzwerk Campact beruft sich bei dieser Prognose auf eine von ihm in Auftrag gegebene Emnid-Meinungsumfrage unter 534 bayerischen Bürgern. 77 Prozent der bayerischen Bevölkerung und sogar 79 Prozent der CSU-Wähler glauben demnach, dass es die CSU in Bayern bei der bevorstehenden Europawahl Wählerstimmen kosten wird, sollte Aigner Genmais nicht bis zur Aussaat Mitte April verbieten.
Bei einem Verbot kann sich die CSU einer breiten öffentlichen Unterstützung sicher sein, heißt es bei Campact. 72 Prozent aller Bayern und 76 Prozent aller CSU-Wählerinnen und -Wähler forderten von Frau Aigner, die Aussaat der Sorte MON810 durch ein Verbot zu verhindern.
Im Landkreis Kitzingen, wo 65 Hektar MON810 wachsen sollen, laufen die Vorbereitungen für die Aussaat. Bauer Reinhard Dennerlein aus Kitzingen-Hohefeld, der allein 45 Hektar Genmais angemeldet hat, glaubt nicht an ein Anbauverbot. Auch die Genmais-Gegner in der Region misstrauen den „Lippenbekenntnissen“ von CSU-Politikern und wollen am Ostermontag nach einem Gottesdienst um 14.30 Uhr in Prichsenstadt zum Protestmarsch starten.
Nach Bekunden einiger CSU-Politiker soll Bayern gentechnikfreie Zone werden. Der Koalitionspartner FDP ist dagegen, auch Wissenschaftler protestieren. Der Weihenstephaner Biologie-Professor Ralph Hückelhoven verteidigt in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ den Anbau von Genmais der Sorte MON810. Die Ängste der Bevölkerung seien auf mangelnde Information zurückzuführen. Nach Auffassung Hückelhovens gefährdet ein Verbot den Wissenschaftsstandort Bayern.
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