publiziert: 27.02.2013 18:12 Uhr
aktualisiert: 18.03.2014 11:09 Uhr
» zur Übersicht Franken
    
    
Artikel
 
    
 
    
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text GRAFENRHEINFELD/MÜNCHEN
Grüne äußern Kritik an Atomaufsicht

„Seilschaften von Politik und Betreibern“

Von einem „erschreckenden Laissez-faire bei der Atomaufsicht“ spricht die unterfränkische Grünen-Abgeordnete Simone Tolle (Arnstein/Lkr. Main-Spessart) im Zusammenhang mit dem Hickhack im Umgang mit einem Rohrriss im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG). Sie bezieht sich auf einen Bericht dieser Zeitung (Mittwochsausgabe).

    
»Fotostrecke starten Fotogalerie
KKG
KKG
KKG
KKG
Kernkraftwerk Grafenrheinfeld
Grafenrheinfeld
12.04.2011
    
Darin wurde ein ehemaliger Mitarbeiter des Bundesumweltministeriums zitiert, der nach Bekanntwerden des Rohrrisses im Jahr 2010 die Abschaltung des Meilers im Landkreis Schweinfurt angeordnet hatte. Diese Anordnung sei allerdings auf politischer Ebene „kassiert worden“.

„Hier wird deutlich, dass es die von uns stets vermuteten Seilschaften zwischen Betreiber und Atomaufsicht bis in die oberste Staatsebene hinein tatsächlich gibt und dass sie im Zweifelsfall gegen jede Vernunft und rein auf der Basis wirtschaftlicher Interessen handeln“, so Simone Tolle.

Die Landtagsgrünen sprechen hier von einem „Sündenfall, der sich nie wiederholen darf“. Dass die Reaktorsicherheit nach wie vor im Zuständigkeitsbereich von Bundesumweltministeriumsabteilungsleiter Gerald Hennenhöfer liegt, der in diesem Fall keinen akuten Handlungsbedarf gesehen hatte, lasse bei ihnen allerdings „die Alarmglocken läuten“.

    
Mehr zum Thema AKW Grafenrheinfeld
 27.02.2013  Der Riss im Kernkraftwerk hat ein Nachspiel  »mehr
 18.11.2012  Sicherung im Atomkraftwerk fiel aus  »mehr
 19.10.2012  KKG-Chef: Stresstest hat keine Folgen für Grafenrheinfeld  »mehr
 05.07.2012  KKG: Nicht mehr Fälle von Leukämie  »mehr
 15.06.2012  KKG liefert seit 30 Jahren Strom  »mehr
 02.01.2012  AKW mit halber Kraft  »mehr
 16.02.2011  Infoveranstaltung zu Riss im KKG  »mehr
 14.02.2011  Chronologie zur Diskussion ums KKG  »mehr
 23.01.2011  Möglicher Riss in AKW-Rohr   »mehr
 16.01.2011  Wirbel um vermeintliche Panne im Atomkraftwerk  »mehr
 17.10.2010  Mehrheit gegen Verlängerung  »mehr
 19.07.2010  Kreistag: Eklat um Resolution zur Atomkraft  »mehr
    

geha
    
    

Diesen Artikel

Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

»Alle 17 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

OPS (1298 Kommentare) am 28.02.2013 12:40

Grüne äußern Kritik an Atomaufsicht „Seilschaften von Politik und Betreibern“

In weiteren Nachrichten:
Linke äußert Kritik an Wettbewerbsaufsicht "Seilschaften von Politik und Konzernen"
Verbrecher äußern Kritik an Polizei "Seilschaften von Strafverfolgung und Gerichtsbarkeit"
Google äußert Kritik an Datenschutzbeauftragten "Seilschaften von Versteckspielern und Anonymen"
Atomaufsicht äußert Kritik an Grünen "Seilschaften von Politik und Ökos"
Vampire äußern Kritik an Van Hellsing "Seilschaften von Holzindustrie und Sonnenbankherstellern"
Hasen äußern Kritik an Füchsen "Seilschaften von Fleischfressern und Pelzliebhabern"

Die deutsche Atomaufsicht gilt als die härteste der Welt. Große Teile der Welt orientieren sich an unseren Sicherheitsgesetzen und Regelwerken.
Weil Deutschland aber aus der Kernenergie aussteigt, orientiert sich die Welt stärker am lascheren amerikanischen Regelwerk NUREG.
Ganze Sicherheitsstrukturen werden für Neubauten nicht mehr nötig sein (was diese auch billiger und schneller macht!)
Nice Job breaking it, heroes.
(7)
grayjohn (3098 Kommentare) am 28.02.2013 09:50

War ja klar

aber mir will es niemand glauben, dass es nicht nachhaltig ist, Tatsachen einfach verschweigen zu wollen. Die kommen unweigerlich ans Licht - und zwar gerne dann, wenn es den Betreffenden gerade am wenigsten passt. Dann schaukelt sich das so richtig hoch, eine vernünftige Diskussion ist nicht mehr möglich, und am Schluss sind eigentlich alle unzufrieden.

Aber beim nächsten Mal versuchen wir es einfach wieder - wär ja zu blöd, wenn "die anderen" das spitzkriegen würden, und es war auch nur ein saudummer Zufall, dass es (ausgerechnet jetzt) doch rausgekommen ist...
(4)
Du_di_ned_oo (4872 Kommentare) am 27.02.2013 21:24

aktuelle Meldung: Hessen muss 187 Mio Euro Schadenersatz für Biblis zahlen

Nach der Rückwärtsrolle der schwarz gelben Regierung
unter fachlicher Leitung durch den Ex-Lobbyisten, Juristen
und heutigen obersten Wächter über die Sicherheit deutscher AKWs Hennenhöfer:
Lautet die Begründung des Gerichts nun:

„RWE hätte ordnungsgemäß angehört werden müssen“, erläuterte ein Sprecher die Entscheidung.
Außerdem habe das Ministerium es versäumt, das vom Atomgesetz für vorläufige
Betriebseinstellungen eingeräumte Ermessen anzuwenden.
RWE kündigte an, den Schaden genau klären zu wollen.
„Die Summe ist noch detailliert zu berechnen.“

[Bericht in FR]

Quer: Blockade - Wie die Stromriesen die Energiewende sabotieren
http://www.youtube.com/watch?v=be_MeGqBObY

Entgegen allen Versprechungen - keine Transparenz bei der Reaktorsicherheitskommision
http://www.youtube.com/watch?v=rDIVYo3suuM
(6)
grayjohn (3098 Kommentare) am 28.02.2013 10:33

Und das alles ohne Not

Es zeigt sich wieder mal, dass schlecht beraten ist wer aus ideologischen Gründen das Rad der Geschichte zurückdrehen will. Hätten sie am vereinbarten Atomausstieg festgehalten, hätten sie jetzt diese Probleme nicht.

Aber mit dem unnützen Geldausgeben auf Kosten der Bürger/innen aus ideologischen Gründen hat diese Regierung ja allgemein keine Probleme - s. Stuttgart 21. Ein Infrastrukturrückbau, ein potenzieller Flaschenhals, unter dem Strich keine Verbesserungen für die Reisenden - aber Geld ausgeben ohne Ende muss man dafür trotzdem. Wenn das man nicht genau so ein Rohrkrepierer wird!

(Eigentlich gehören alle maßgeblichen "Augen-zu-und-durchs" in Regierung und beteiligten Unternehmen zum - ebenso unbegrenzten - Schadenersatz herangezogen!)
(7)
Frankenpatriot (4754 Kommentare) am 27.02.2013 20:35

Frau Tolle ist vollumfänglich zuzustimmen - AKWs in Deutschland sind Gelddruckmaschinen

Dieser Aussage von Simone Tolle

Zitat von mainpost.de
Von einem „erschreckenden Laissez-faire bei der Atomaufsicht“ spricht die unterfränkische Grünen-Abgeordnete Simone Tolle (Arnstein/Lkr. Main-Spessart) im Zusammenhang mit dem Hickhack im Umgang mit einem Rohrriss im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG).

ist vollstens zuzustimmen. Die Atomaufsicht in diesem Land ist schon verdammt lange von der Atomlobby gekauft, die nur darauf aus ist, hier profit zu machen und die überhaupt nicht die Sicherheit der Bürger im Kopf hat! Der Atomlobby geht es einzig und allein darum, den Bürgern das Geld für diese alten und abgeschriebenen Gelddruckmaschinen namens AKWs aus der Tasche zu leiern und sie mittels überhöhter Stromrechnungen zu erpressen! Denn sind diese ganzen Anhebungen der Stromtarife bitte anderes als eine schlichte Erpressung??

Gleiches gilt aber auch für die Gaspreise. Die Gaslobby scheint auch auf die Gaslieferanten in Deutschland massiven Einfluss zu haben.
(6)
Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist abgelaufen. Sie können daher keine Beiträge zu diesem Artikel verfassen.
    
Anzeige
Anzeige

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr

Prospekte

 

Beilagen