publiziert: 02.02.2012 18:57 Uhr
aktualisiert: 02.02.2012 20:09 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text WÜRZBURG/MÜNCHEN
Grüne üben scharfe Kritik an Asylpraxis

Roth: „Entwürdigend“

Nach dem Suizid des Asylbewerbers Mohammad Rahsepar in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Würzburg haben die Grünen im Landtag Aufklärung über Versorgung und Behandlung des Iraners gefordert. Ein Berichtsantrag dazu wurde am Donnerstag eingereicht. „Wie konnte es sein, dass Alarmzeichen offenbar nicht erkannt wurden?“, fragt die asylpolitische Sprecherin Renate Ackermann. Die Staatsregierung solle dem Sozialausschuss berichten, in welcher Weise in der GU auf die Suizidgefährdung des 29-Jährigen reagiert wurde.

Scharfe Kritik äußerte auf Anfrage dieser Zeitung Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth. Es sei nachgewiesen, dass die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften Menschen krankmache und psychisch und physisch strapaziere. „Dennoch hält Bayern unverdrossen an dieser unverantwortlichen und entwürdigenden Art der Unterbringung bei Asylbewerbern fest“, protestiert Roth in einer schriftlichen Reaktion. „Es ist fast unmenschlich, dass die selbst ernannte Christenpartei CSU gerade bei Umgang und Aufnahme von Flüchtlingen, die oft traumatisiert nach Bayern kommen, die christliche Nächstenliebe vermissen lässt“, wettert die Grünen-Chefin. Die Staatsregierung dürfe sich bei der medizinischen und psychologischen Versorgung nicht überwiegend auf den Einsatz ehrenamtlich Engagierter verlassen.

Dagegen sieht das Sozialministerium bei der Betreuung von Asylbewerbern keine Defizite. Den freiwilligen staatlichen Zuschuss für die Asylsozialberatung habe das Kabinett im Dezember von gut 1,4 auf 1,8 Millionen Euro angehoben. Aufgrund der gestiegenen Asylbewerberzahlen habe man zudem vor zwei Wochen beim Finanzministerium eine weitere Mittelerhöhung beantragt. Die Entscheidung darüber liege beim Landtag.

(aj/rys)
    
    

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Die neuesten Kommentare

doeshoemernitgewissgekoenn (674 Kommentare) am 04.02.2012 22:02

Für Mohammad Rahsepar kommt eure Reaktion zu spät, ihr Grünen

Für eine Wende hin zu humanem Umgang mit Flüchtlingen in Bayern und Europa ist euer - hoffentlich anhaltender - Einsatz aber dienlich. Inzwischen hat ja auch der katholische Bischof von Würzburg deutliche Worte gefunden, die er nach seinem Besuch der Gemeinschaftsunterkunft/Kaserne zunächst vermieden hatte.

Die bei uns Zuflucht suchenden Flüchtlinge sind Mitmenschen, die unsere Gesellschaft bereichern werden, wenn wir ihnen wahrhaft human begegnen. Das bedeutet zuerst:
Ihre Kinder werden gefördert wie unsere eigenen.
Die Zäune um die Unterkünfte müssen verschwinden.
Zumindest den Kindern ist ein unserem Anspruch entsprechendes Wohnumfeld zu schaffen.
Wenn schon nicht als Menschen, so sollten wir diese vielfältigen Fähigkeiten wenigstens als Bereicherung für unsere Wirtschaft begreifen und ihnen entsprechende Bildung anbieten.

Dagegen spricht nicht, zu überprüfen, wer etwa von unserem Wohlstand zu leben gedenkt, ohne Bereitschaft, selbst das Seine dafür beizutragen. Diese Prüfung muß aber durch speziell ausgebildete zivile Kräfte erfolgen.
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nachbarin (537 Kommentare) am 03.02.2012 10:41

Grüne

Nemmt doch ihr Grünen alle Asylbewerber auf,wenn Euch etwas nicht passt.Der C.Roth gehört das Haus vollgestopft bis zum Dachboden mit Asylbewerbern !!!!
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45acp (194 Kommentare) am 02.02.2012 20:32

zurück unter den Stein

....dass jetzt wieder alle Besserkönner und Gutmenschen aus der Kiste springen war ja klar !
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vulture (464 Kommentare) am 03.02.2012 08:32

Die Schlechten

"Das ethische Ideal des 'guten Menschen' würde in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Wer macht denn sowas?"
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