publiziert: 28.08.2011 16:47 Uhr
aktualisiert: 28.08.2011 18:49 Uhr
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In Dettelbach wurde ein Altarbild des Leipziger Malers Michael Triegel geweiht

  • Weihe des Altarbildes: In der Stadtpfarrkirche St. Augustinus in Dettelbach spricht Michael Triegel (rechts) über seine Motivation bei der Gestaltung des Bildes. Die Messe zelebrierten Domkapitular Jürgen Lenssen (Mitte) und Stadtpfarrer Johannes Messerer, im Bild von Mitzelebrant Diakon Lorenz Kleinschnitz verdeckt.
    Foto: T. Schleicher
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„Gottes Sehnsucht ist der Mensch“ steht auf der Rückseite des neuen Altarbildes in der Dettelbacher Stadtpfarrkirche St. Augustinus. Aber auch der Mensch hat Sehnsüchte. Der Leipziger Maler Michael Triegel wollte als Heranwachsender mehr über die Welt erfahren, als es ein bisweilen eng gestrickter Schulunterricht in der DDR zuließ. Er las die alten Philosophen und machte sich auf einen Weg, den er, nun 42-jährig, noch nicht beendet hat. Deshalb hatte der inzwischen weithin bekannte Künstler, der 2010 ein viel beachtetes Porträt von Papst Benedikt XVI. vorstellte, auch nicht lange überlegen müssen: Den Auftrag des Bistums Würzburg, für die renovierte Dettelbacher Stadtpfarrkirche ein Altarbild zum Thema Augustinus zu malen, übernahm er gerne.

Schließlich hatte sich der Kirchenvater ein Leben lang auf einem Weg befunden, der vor allem eines war: Suche. Und auch der Maler sieht sich als Suchender.

Bis vor vier Wochen hat Triegel an dem Bild gemalt – am Sonntag nun wurde das in Form eines Flügelaltars geschaffene Gemälde bei einem Festgottesdienst geweiht. Parallel dazu erhielten auch die von Jürgen Lenssen, Bau- und Kunstreferent der Diözese Würzburg, gemalten Kreuzwegbilder den Segen.

    
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Lenssen, der in Dettelbach die Messe zelebriert, schlägt in seiner Predigt den Bogen von den Kreuzwegbildern zu Augustinus: „Das liebende Herz ist die Kurzformel seines Lebens gewesen“, sagt der Domkapitular über den Kirchenvater – auch auf Lenssens Kreuzwegbilder findet sich als Motiv das Herz. „Das Menschliche hat in den Mittelpunkt zu treten“, fordert er und sieht den Kreuzweg nicht nur als einen Weg des Leids, sondern auch als einen Weg ins Leben. „Wir müssen uns öffnen, müssen sehen lernen“, sagt Lenssen und meint damit wohl nicht nur die Kunst. Dann erteilt er Altarbild und Kreuzwegbildern den Segen.

Anderthalb Jahre hat Michael Triegel an dem Auftrag für Dettelbach gearbeitet – mit Unterbrechungen. „Es kam mir ein nicht ganz unwichtiger Porträt-Auftrag dazwischen“, sagt er unter Anspielung auf das Papstbild. Wichtig sei ihm gewesen, dass das Bild für Dettelbach „auch etwas mit mir zu tun hat“. Suchen, zweifeln, wissen und irren – was für Augustinus galt, fordert der Maler auch für Kunst, Gesellschaft und Kirche ein: „Nicht mit festgezurrten Dogmen gewinnen wir die Menschen, sondern mit brennendem Herz.“

Das ist genau der Geist, den auch die neu gestaltete Stadtpfarrkirche in Dettelbach versprühen soll. Ein Geist, der in weiten Teilen der Kirchenbasis freilich längst angekommen scheint. Stadtpfarrer Johannes Messerer erhält jedenfalls viel Beifall, als er am Ende des Gottesdienstes sagt: „Viele, die draußen sind, sind eigentlich drinnen. Und viele die drinnen sind, sind eigentlich draußen.“ Das ist auf die Kirche gemünzt, wohl aber auch auf den konfessionslosen Maler aus Leipzig. Das Lied „Großer Gott wir loben dich“, das zum Schluss erklingt, singt Michael Triegel, der Ungetaufte, jedenfalls mit Inbrunst mit.

Michael Triegel

Der 42-jährige Maler gehört neben Neo Rauch zu den bekanntesten Vertretern der figürlichen deutschen Malerei der Gegenwart. Obwohl selbst konfessionslos, hat Triegel eine Vielzahl von Werken religiösen Inhalts geschaffen. Bilder des Malers hängen auch im Dom-Museum in Würzburg – nicht allerdings das Bild „Auferstehung“ mit einer sehr detailgetreuen Darstellung des nackten Gottessohnes. Dieses Bild, Teil eines Triptychons, hatte Bischof Friedhelm Hofmann 2005 im Würzburger Museum am Dom abhängen lassen.

Gleichwohl erhielt Triegel später den Auftrag für ein Deckengemälde für die Dommusik Würzburg. Für Aufsehen sorgte im November 2010 sein Porträt von Papst Benedikt XVI., das er zum Auftakt einer Werkschau im Museum der bildenden Künste in Leipzig vorstellte. Bereits zuvor hatte Triegel vom Bistum Würzburg den Auftrag erhalten, ein neues Altarbild für die Stadtpfarrkirche St. Augustinus in Dettelbach zu malen. In dem mehrteiligen Bild setzt er sich mit dem Leben des Kirchenvaters und mit seiner Theologie auseinander. Am Sonntag wurde Triegels Flügelaltar gemeinsam mit Kreuzwegbildern geweiht, die Bau- und Kunstreferent Jürgen Lenssen, für die Dettelbacher Kirche gemalt hat.

Von unserem Mitarbeiter Torsten Schleicher
    
    

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