publiziert: 28.02.2013 18:42 Uhr
aktualisiert: 28.02.2013 18:52 Uhr
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Keine Strafe für erdrückende Liebe

Verfahren wegen Brust-Attacke eingestellt

Das Strafverfahren am Amtsgericht Unna um ein angeblich mörderisches Liebesspiel endete wenig spektakulär: Die 33-jährige Unterfränkin, die sich ihren Liebhaber heftig zur Brust genommen haben soll, blieb straffrei. Das Verfahren wurde ohne Auflagen eingestellt, bestätigte eine Sprecherin des Gerichts auf Anfrage dieser Zeitung

Die angeblich erdrückende Liebe der Frau aus dem Landkreis Main-Spessart zu einem in Unna lebenden Rechtsanwalt hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt: Der 34-jährige Jurist hatte sie beschuldigt, sie habe ihn nach dem Sex mit ihrer üppigen Oberweite ersticken wollen.

In einem Telefonat habe sie ihm die Mordgedanken gestanden. Warum sie ihn sich dazu zur Brust nahm? „Ich wollte es so angenehm wie möglich machen.“ Was klang wie ein schlechter Altherrenwitz, führte aber immerhin zu einer Anklage der Staatsanwaltschaft Dortmund. Der Vorwurf „Körperverletzung mittels einer Waffe“ – das sorgte über Unna hinaus für Aufsehen.

Das angebliche Opfer – etwa 1,80 Meter groß und 80 Kilo schwer – war mit der kleineren, üppig gebauten Frau mit der großen Oberweite während des Studiums in Bayern vier Jahre lang liiert. Er habe „nie Strafantrag gestellt“, sagte die Gerichtssprecherin auf Anfrage. An einer Bestrafung habe er „kein Interesse“ gehabt. Ihm sei es „um die Aufklärung des Falles gegangen, nicht um Sanktionen“.

Zuvor hatte der Jurist von einem „Kampf auf Leben und Tod“ an jenem Morgen im Mai 2012 gesprochen: „Ich habe Todesängste ausgestanden.“ Die Frau sprach dagegen von einem Unfall beim Liebesspiel. Nach Medienberichten soll die 33-Jährige gegenüber der Polizei bestätigt haben, dass es zwischen ihnen Sex mit Erstickungsspielen gegeben habe. Jede ernste Absicht, ihren Partner zu töten, bestritt sie jedoch.

Der 34-Jährige sagte der Polizei: Unvermutet habe die Frau – auf ihm sitzend – ihre Brüste heftig an seinen Kopf gepresst, bis er „vor Atemnot blau angelaufen“ sei. „Sonst hatten wir nur zärtlichen Sex, das aber war planmäßig und zielgerichtet“, behauptet der Anwalt.

Hätte es sich aber tatsächlich um eine Tötungsabsicht gehandelt, wäre der Fall wohl beim Landgericht Dortmund angeklagt worden. Das Opfer will sich „mit Händen und Füßen“ gewehrt haben. Als ihn die Frau dann auch noch gewürgt habe, habe er sie in die Hand gebissen, um den Griff zu lösen. „Es war ein Kampf durch die ganze Wohnung“, bei dem er immer wieder vergeblich versucht habe, die Polizei zu rufen.

Schließlich sei er in den Flur geflüchtet, seine Nachbarin habe die Polizei alarmiert. „Ich will ihr nichts Böses“, sagt der Jurist heute, „aber sie hat mich umbringen wollen.“ Der Frau ging es seinen Angaben zufolge nach dem Umzug nach Unna immer schlechter. „Sie hat psychische Probleme, konnte deshalb nicht arbeiten. Je besser es in meinem Job lief, desto schlechter ging es ihr.“

Der Fall findet ein gewaltiges Echo in den Medien. Angeblich hat die Redaktion eines Privatsenders sogar versucht, die Situation vor der Kamera nachzustellen – in einem Bordell.

Von unserem Redaktionsmitglied Manfred Schweidler
    
    

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