aktualisiert: 12.01.2012 16:25 Uhr
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GRAFENRHEINFELD/MÜNCHEN
Mauern um die Zwischenlager
Auch in Grafenrheinfeld sollen neue Sicherheitsstandards für verbrauchte Brennelemente gelten
Die Atommüll-Zwischenlager der deutschen Kernkraftwerke müssen auf Anordnung des Bundesamtes für Strahlenschutz besser gegen Terroranschläge oder Flugzeugabstürze gesichert werden. Unter anderem mit zusätzlichen Mauern. Auch für das Gebäude auf dem Gelände des Atommeilers in Grafenrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) sind „in naher Zukunft“ Arbeiten geplant, sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Betreibers E.ON.
Laut Rundfunkberichten hat am Standort Gundremmingen der Gemeinderat dem Bau einer zehn Meter hohen Mauer bereits zugestimmt; auch am AKW Isar II bei Landshut soll das Zwischenlager mit zusätzlichen Wänden gesichert werden. Grafenrheinfelds Bürgermeisterin Sabine Lutz sagte gegenüber dieser Zeitung, dass der Verwaltung weder ein Bauantrag noch eine entsprechende Anfrage vorliege. Sie kenne das Thema nur von Medienvertretern, die sich am Mittwoch bei ihr erkundigt haben.
Details sind geheim
Es gebe umfassende Sicherungs- und Schutzkonzepte für alle Atomkraftwerke, sagte die E.ON-Sprecherin. Die regelmäßigen Überprüfungen und Optimierungen seien üblich. „Wir werden die Zwischenlager – auch das in Grafenrheinfeld – künftig optimieren.“ Zu den Details wollte sie aus Sicherheitsgründen keine weiteren Angaben machen. Die Kommunalpolitiker sind offenbar ebenfalls nicht über die Gründe informiert. „Wieso, weshalb, warum, das entzieht sich meiner Kenntnis“, sagte der Gundremminger Bürgermeister Wolfgang Mayer dem Bayerischen Rundfunk. Auch eine Sprecherin des bayerischen Umweltministeriums verwies auf die Geheimhaltung.
Vereinbart wurde die bessere Sicherung der Zwischenlager nach Angaben informierter Kreise von einer gemeinsamen Kommission von Bund, Ländern und Betreibern. Anschließend wurde sie vom Bundesamt für Strahlenschutz an die Betreiber der Kernkraftwerke übermittelt. Hintergrund sind offensichtlich die jahrelangen Warnungen, dass die Zwischenlager in den Atomkraftwerken schlecht gegen mögliche Terroranschläge gesichert seien. Der Bayerische Rundfunk meldete unter Berufung auf das niedersächsische Innenministerium, Grund seien neue Erkenntnisse „über Tatmittel und Täterverhalten für den Fall eines terroristischen Anschlags“.
Bereits in der Diskussion um die wiederkehrenden und vom Bundesverteidigungsministerium aufrecht erhaltenen militärischen Übungsflüge in der Nähe des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld haben Kritiker auf die Gefahren für das Zwischenlager hingewiesen. Die standortnahen Lager gehen auf ein Konzept der früheren rot-grünen Bundesregierung zurück im Nachklang zu den Protesten gegen Atommülltransporte.
Der energiepolitische der Grünen-Bundestagsfraktion Hans-Josef Fell (Hammelburg) begrüßte in einer Mitteilung die jetzt erhöhten Sicherheitsstandards für Zwischenlager. Gleichzeitig kritisierte er die Bundesregierung, zu lange damit gewartet zu haben.
Die Halle in Grafenrheinfeld hat im Februar 2006 ihren Betrieb aufgenommen und besteht laut Unternehmensangaben aus 85 Zentimeter dicken Stahlbetonmauern. Dort ist Platz für insgesamt 88 Castor-Behälter mit jeweils 19 strahlenden Brennelementen, die dort bleiben sollen, bis die Endlagerfrage in Deutschland gelöst ist. Mit Material von dpa
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»Alle 35 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
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Du_di_ned_oo (2934 Kommentare) am 14.01.2012 15:12
Da hat OPS ......die Raucherpausen seiner Arbeitskollegen ja wieder effizient genutzt Hoffentlich bleibt es beim Rauch verursacht durch Zigarettenqualm und die Nebelkerzen von OPS. Bei klarer und unvoreingenommener Sicht auf die Dinge muß man die reale Bedrohung durch Anschläge auf Atomanlagen durch Terroristen, Verrückte, religiöse Fanatiker etc. schlicht zur Kenntniss nehmen und die richtigen Folgerungen ziehen. Diese Folgerung heist: Abschalten! |
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OPS (839 Kommentare) am 16.01.2012 08:14
Costa ConcordiaAuf dem Schiff sind 6 Menschen gestorben- das sind 6 mehr als durch Strahlung in Fukushima, und nicht mal durch Terroristen, nicht durch Erdbeben und Tsunami sondern durch einen Unfall.Fordern sie jetzt die Abschaltung der Schifffahrt? |
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Du_di_ned_oo (2934 Kommentare) am 16.01.2012 22:43
Sie wissen selbst daß ihre Rechnung nicht stimmt.Ein klarere Rechnung ergibt sich wenn man sich ansieht das TEPCO de facto pleite ist und bereits viele Milliarden Stützungsgelder vom Staat erhalten hat, und dies obwohl die Geschädigten bisher kaum etwas erhalten haben und die Kosten für die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte noch gar nicht zu beziffern sind.Es kommt eben nicht von ungefähr daß Kernkraftwerke nicht versicherbar sind. |
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OPS (839 Kommentare) am 17.01.2012 12:38
Also nochmal...Sie fordern die Abschaffung der Kernkraft wegen Fukushima- mit Null Toten- aber hohen finanziellen Schäden.Sie fordern aber nicht die Abschaffung der Schifffahrt wegen Costa Concordia- mit mindestens 6 Toten- aber "moderatem" finanziellen Schäden. Sie wiegen Menschenleben mit Geld auf? Sie sind ein böser Mensch, Du_di. |
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bacigalupo (246 Kommentare) am 12.01.2012 13:47
VolksverdummungDa erweckt man wieder einmal den Eindruck, daß man auf die Stimme des Volkes hört und die in der Tat sehr realistischen Risiken eines Anschlags irgendwelcher Terroristen auf die Zwischenlager bei den AKW’s mit einem Mauerbau reduzieren will. Ist das wirklich das alleinige Ziel dieser Aktion mit 10m hohen und 85 cm dicken Mauerungetümen?Oder hat man nicht vielmehr erkannt, daß diese Zwischenlager in Wahrheit keine Zwischenlager sind, sondern Endlager bis zu dem Zeitpunkt, wo man sich auf ein zentrales Endlager irgendwo in Deutschland, Europa, sonstwo in der Welt, auf dem Grund des Meeres oder im Weltall geeinigt hat? Jahrzehnte, ja Jahrhunderte können bis dahin noch vergehen. Deshalb muß jetzt erst einmal das Zwischenlager besser für diese lange Zeit geschützt werden. Diese traurige Wahrheit aber, daß die Zwischenlager mehr oder weniger Endlager für die heute lebenden Generationen sind, das kann man so dem Volk nicht erzählen. |
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