aktualisiert: 16.09.2010 19:56 Uhr
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MÜNCHEN
Minister präsentiert diesjährigen Museumswein
Vier neue Franken für Bayerns Kulturtempel
Neun Jahre ist es her, als ein Tropfen des Escherndorfer Winzers Rainer Sauer zum ersten bayerischen „Museumswein“ gekürt wurde. Eine Ehre, die damals fast am „Barberinischen Faun“ gescheitert wäre, wie Sauer – in diesem Jahr erneut unter den Siegern – bei der Vorstellung der aktuellen Auserwählten in der Münchner Glyptothek berichtete.
Denn ein Bild der Hauptattraktion der Münchner Skulpturensammlung sollte zur Premiere seine Weinflaschen schmücken: „Die liegende Figur ist nackt und stellt ihre männlichen Geschlechtsorgane offen zur Schau“, weiß die Internet-Enzyklopädie Wikipedia über den antiken Marmor-Beau. „Wir sind eben sehr katholisch in Franken“, erklärt Rainer Sauer seine damaligen Bedenken.
Statt dem Faun zierte schließlich eine züchtigere Skulptur Sauers Weinflaschen. Und in diesem Jahr bestand erst gar keine Gefahr: Das Neue Museum für Kunst und Design in Nürnberg hat ein Abbild der Großplastik „Raststätte Nürnberg“ für das Künstler-Etikett gewählt.
Es schmückt neben einem Silvaner Kabinett aus Sauers Weingut einen weiteren Silvaner Kabinett aus dem Weingut Schmitt's Kinder in Randersacker (Lkr. Würzburg) sowie je einen Silvaner Qualitätswein aus dem Weingut Waldemar Braun in Nordheim (Lkr. Kitzingen) und den Würzburger Bürgerspital.
Die so zur „Spezialedition“ aufgewerteten Weine werden in Bayerns staatlichen Museen verkauft. Je 1200 Literflaschen der Qualitätsweine und je 600 Bocksbeutel der Kabinett-Weine umfasst das Kontingent. Die von Minister Wolfgang Heubisch (FDP) vorgestellten Sieger wurden in einer Blindverkostung aus 40 Bewerbern ausgewählt – von einer weinkundigen Jury, zu der unter anderem Dieter Dorn, Leiter des Bayerischen Staatsschauspiels, BR-Intendant Thomas Gruber und der Karikaturist Dieter Hanitzsch gehören.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Museumsweins im nächsten Jahr soll übrigens doch noch der schamlos nackte Faun aufs Etikett, forderten die anwesenden Museumsdirektoren – ein bisschen antike Frivolität, die dem Absatz wohl kaum schaden dürfte.
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