publiziert: 20.02.2012 19:26 Uhr
aktualisiert: 20.02.2012 20:00 Uhr
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Neonazi Martin Wiese muss in Gemünden auf die Anklagebank

Mit Drohungen verbundener Auftritt des Rechtsextremen in Main-Spessart hat gerichtliches Nachspiel
  • Erneut unter Verdacht: Neonazi Martin Wiese, hier auf einem Archivbild, aufgenommen am 4. Mai 2005 im Gerichtssaal in München.
    Foto: dpa
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Der wegen früherer Gewalttaten bereits vorbestrafte Gewalttäter Martin Wiese muss demnächst in Gemünden (Lkr. Main-Spessart) erneut auf der Anklagebank Platz nehmen. Das Amtsgericht hat jetzt eine Anklage der Staatsanwaltschaft Würzburg gegen den 35-jährigen Neonazi zugelassen. Allerdings gibt es bisher noch keinen Prozesstermin, voraussichtlich wird erst im April verhandelt.

Martin Wiese muss sich wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten. Dabei geht es um Straftaten, die der Rechtsextremist am 13. August 2011 beim sogenannten „Nationaler Frankentag“ in Roden (Kreis Main-Spessart) begangen haben soll. Der Neonazi soll bei dem Neonazi-Fest im August 2011 Medienvertreter mit den Worten „Wir werden eines Tages kommen, euch aus euren Löchern holen, euch vor einen Volksgerichtshof stellen und euch wegen Deutschlands Hochverrat verurteilen zum Tode!“ bedroht haben. Zudem werde ihm vorgeworfen, während der Rede ein T-Shirt mit dem deutlich erkennbaren Aufdruck „Seine Idee – unser Weg“ und der Signatur „Adolf Hitler“ getragen zu haben, hieß es von Seiten der Justiz.

Wiese hätte eigentlich gar nicht an der Feier in Unterfranken teilnehmen dürfen. Dem verurteilten Verbrecher ist nämlich seit seiner Freilassung aus dem Gefängnis im August 2010 verboten, Kontakt zu gleichgesinnten ehemaligen Komplizen aufzunehmen.

2005 war Wiese wegen eines geplanten Attentates auf das Jüdische Zentrum München zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Trotz dieser Strafe habe er sich „nicht von der rechtsradikalen Szene abgekehrt“, erklärte die Staatsanwaltschaft Würzburg im Januar 2012. Stattdessen habe er in einer „die Würde der Opfer verletzenden Weise“ die NS-Gewalt- und Willkürherrschaft „gebilligt, verherrlicht und gerechtfertigt“.

2003 war Wiese wegen des geplanten Sprengstoffanschlags auf das neue Jüdische Gemeindezentrum in München festgenommen und 2005 vom Bayerischen Obersten Landesgericht in München als Rädelsführer der rechtsextremen „Kameradschaft Süd“ zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Weil er auch während der Haft mehrere Hetzschriften verfasste, wurde eine vorzeitige Entlassung abgelehnt. Seit seiner Freilassung im August 2010 ist es Wiese verboten, Kontakt zu drei seiner damaligen Mittäter aufzunehmen.

Martin Wiese gilt als einer der Köpfe der Neonazis in Bayern. Seit seiner Haftentlassung versucht er, die rechtsextreme Szene neu zu strukturieren. Nach Angaben des Verfassungsschutzes geht es darum, Kameradschaften, Skinheads und rechtsradikale Parteien zur Zusammenarbeit zu motivieren.

Von unserem Redaktionsmitglied

Manfred Schweidler

    
    

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Die neuesten Kommentare

scaredboat (57 Kommentare) am 22.02.2012 21:01

Wir werden eines Tages kommen

.Latscht mal einer zum Japaner im Siebold nüber und richtet aus der Herr Wiese braucht ein Stück von der Klippe Saipan!Ein Stück Stein hilft vielleicht besser als 4 Jahre Gitterfenster!;-)
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blaubi (2800 Kommentare) am 21.02.2012 08:05

verwirrt

Zitat Artikel:
"Martin Wiese gilt als einer der Köpfe der Neonazis in Bayern"
.
als Kopf würden ich jemanden bezeichnen, der einen einigermaßen IQ hat, und taktisch agiert. aber hier sehe ich einen emotionsverblendeten Primaten. Und wenn Andere zu ihm aufschauen, dann muss deren geistige Potential auch enorm dem Bach herunter gegangen sein.
(0)
MrsBurns (752 Kommentare) am 21.02.2012 13:29

Ihre Schimpftirade in Ehren

Wenn sie (Neonazis) so dumm wären wie sie suggerien wären sie tatsächlich keine Gefahr.
Aber gerade das Gegenteil ist der Fall. Da gibt es kluge Köpfe.
Deßhalb werden sie ja unterschätzt!
Man konnte die ganzen Größen des dritten Reiches verblendet nennen. Aber gewiß nicht dumm!
(4)
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