publiziert: 19.01.2011 18:55 Uhr
aktualisiert: 25.01.2011 20:22 Uhr
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Raucher wollen neuen Volksentscheid

„Bund mündiger Bürger“ gründet Landesverband

(clk) Gegen das strenge Rauchverbot in Bayern will der Bad Kissinger Günter Groß etwas unternehmen. Ursprünglich wollte der Rentner seine eigene Partei mit dem Namen „Partei humaner Raucher“ gründen, sagte er. Vergangene Woche hat er sich der Partei „Bund mündiger Bürger“ (BmB) angeschlossen und einen Landesverband für Bayern gegründet. Der Bund mündiger Bürger mit Hauptsitz in Schwetzingen setzt sich seit 2009 gegen „staatlichen Verbotswahn“ zur Wehr und fordert „so viel Staat wie nötig – so wenig Staat wie möglich“. Landesverbände gibt es bislang nur in Baden-Württemberg, Brandenburg und im Saarland.

In Internet heftig diskutiert

Groß will sich mit seinem Landesverband für mehr Raucherrechte einsetzen. „Wir sind mündige Bürger. Wir brauchen keinen Sebastian Frankenberger, der im Freistaat die Politik bestimmt“, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung. Nach der Faschingszeit will er zu Informationsveranstaltungen über die Partei und Anstrengungen für einen neuerlichen Volksentscheid gegen das bayerische Nichtraucher-Schutzgesetz einladen. Auf den Internetseiten dieser Zeitung hat Groß' Vorstoß viele positive und negative Reaktionen ausgelöst.

Dass mit dem strengen Nichtraucherschutzgesetz nicht alle Bürger zufrieden sind, zeige laut Groß auch eine Demonstration am Wochenende in Nürnberg. Über 100 Wirte und Kneipenbesitzer sind dort auf die Straße gegangen. Mit einem Protestmarsch durch die Innenstadt und einer Kundgebung am Kornmarkt forderten die Zigaretten-Befürworter Erleichterungen und eine Gleichbehandlung im Sinne des Grundgesetzes. In München ist für Montag, 24. Januar, eine Demonstration geplant. Gefordert wird die Zulassung von Raucher- und Shisha-Clubs.

Wirte blieben auf Ausgaben sitzen

Gerade kleine Betriebe, die typischen Eckkneipen, hätten Umsatzeinbrüche aufgrund des Rauchverbots, bestätigt Frank-Ulrich John, Pressesprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. „Statistisch belegbare Zahlen liegen uns aber nicht vor“, so John. In den letzten Jahren hätte es in Bayern fünf unterschiedliche Nichtraucher-Regelungen gegeben. „Viele Wirte haben investiert und sind auf ihren Ausgaben sitzen geblieben.“ Betroffenen Wirten helfe der Verband durch Einzelberatungen.

    
    

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