publiziert: 17.08.2011 19:03 Uhr
aktualisiert: 17.08.2011 19:22 Uhr
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Schiffshavarie auf dem Main

Kabinendampfer nach Stromausfall manövrierunfähig – Kapitän verhinderte Schlimmeres
  • Glück gehabt: Kapitän Ferenc Szilaggi (links) schaffte es, das Passagierschiff „Scenic Ruby“ trotz eines Stromausfalls auf Kurs zu halten. Der abgerissene Heckanker (rechts vorn) wurde am Mittwoch geborgen.
    Foto: Walter Braun
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Ein Fünf-Sterne-Luxusschiff ist in der Nacht zum Mittwoch bei Volkach (Lkr. Kitzingen) wegen eines Stromausfalls zeitweise manövrierunfähig auf dem Main getrieben. Nach Einschätzung der Polizei hat „eine Meisterleistung des Kapitäns“ möglicherweise größeren Schaden von dem Kreuzfahrtschiff mit 166 Passagieren an Bord abgewendet. Der 37-jährige ungarische Schiffsführer konnte die „Scenic Ruby“ manuell auf Kurs halten. Lediglich das Stahlseil eines hilfsweise ausgeworfenen Ankers riss. Weil der tonnenschwere Anker in der Fahrrinne des Mains lag, war der Fluss für die Schifffahrt gesperrt, bis der Anker vom Wasser- und Schifffahrtsamt geborgen war.

Das mit 166 australischen Gästen ausgebuchte Fahrgastschiff war auf seiner Fahrt von Budapest nach Amsterdam zwischen Fahr und Volkach unterwegs, als gegen Mitternacht aus ungeklärter Ursache der Strom ausfiel, berichtet die Polizei. Das führte dazu, dass das 135 Meter lange Fahrgastkabinenschiff manövrierunfähig auf dem Main trieb. Um die Fahrt des 2200 Tonnen schweren Kreuzers abzustoppen, ließ Kapitän Ferenc Szilaggi den Heckanker auswerfen, der allerdings zunächst nicht griff. Als sich das 60 Meter lange Stahlseil irgendwann dann doch gespannt hatte, riss es samt der Ankerkette ab.

Kapitän Szilaggi, der seit 18 Jahren zu See fährt, zeigte bei dem Stromausfall sein ganzes handwerkliches Geschick. Dem 37-Jährigen gelang es, das Schiff sieben Minuten lang über eine manuelle Steuerung auch im Verlauf einer Kurve auf Kurs zu halten und durch Manövrieren mit den steuerbord- und backbordseitigen Bugankern zum Stehen zu bringen, berichtet die Polizei. Nach gut sieben Minuten gab es auf dem Luxusschiff wieder Strom und die Hauptmaschine konnte wieder angeworfen werden. Das Schiff fuhr daraufhin weiter und legte im Unterwasser der Schleuse Gerlachshausen an. Eine Fortsetzung der Fahrt nach Amsterdam sei erst möglich, wenn ein neuer Heckanker angebracht und die Ursache für den Ausfall der Elektronik gefunden wurde, hieß es zunächst.

Der 1100 Kilogramm schwere abgerissene Anker mitten in der Fahrrinne blockierte die Schifffahrt, bis er am Mittwoch gegen 11.15 Uhr von Tauchern des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in einer Kurve bei Fahr geortet und mit Hilfe eines WSA-Verwaltungsschiffes geborgen wurde. In die Ermittlungen vor Ort waren auch Beamte der Wasserschutzpolizei Schweinfurt eingebunden.

Für die australischen Gäste hat sich am Mittwochsprogramm ihrer Luxusreise durch Europa wohl kaum etwas geändert. Lediglich der Ort, von dem aus die Busse für die Ausflüge nach Rothenburg beziehungsweise Würzburg starteten, hatte sich geändert. Die „Scenic Ruby“ sollte die Urlaubsreise am Mittwochnachmittag fortsetzen.

(wabr/geha)
    
    

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