publiziert: 20.12.2009 19:03 Uhr
aktualisiert: 20.12.2009 19:16 Uhr
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Tiere sind keine Geschenkartikel

Die Anschaffung eines Vierbeiners sollte sorgfältig geplant sein

Weder Hunde und Katzen, noch Hamster, Meerschweinchen oder Vögel seien geeignete Weihnachtsgeschenke, sagt der stellvertretende Leiter des Würzburger Tierheims, Dr. Thomas Schober. Mit Infos, welches Haustier zu Ihnen passt.

  • Tiere, die zu Weihnachten verschenkt werden, fallen ihren neuen Besitzern nach den Feiertagen oft lästig.
    Zeichnung Eo Borucki
Bild von

Der Tierarzt spricht klare Worte: „Tiere haben unter dem Weihnachtsbaum nichts zu suchen.“ Auch wenn die Kinder sich noch so sehr ein Haustier wünschten – als Geschenk taugten Bello, Mieze & Co nicht. „Das Weihnachtsfest mit aufgeregten Kindern und Verwandtenbesuchen ist nicht geeignet, ein Tier in die Familie aufzunehmen“, erklärt Schober. Gerade Hunde- und Katzenwelpen sowie kleine Nagetiere wie Meerschweinchen und Hamster hätten Probleme mit Trubel, viele reagierten mit Stresssymptomen.

Hier gelangen Sie zur Broschüre "Welches Haustier passt zu mir?" Vom Deutschen Tierschutzbund (PDF-Datei)

Außerdem weist der Tierarzt darauf hin, dass Tiere auch nach den Feiertagen, wenn alle Familienmitglieder wieder arbeiten und zur Schule gehen müssen, versorgt werden wollen. „Einen Hund oder eine Katze, die gerade neu in die Familie gekommen ist, kann man nicht allein daheim lassen“, sagt Schober. Er erinnert auch an die Kosten, die Haustiere verursachen.

Auch an die Kosten denken

„Futter, tierärztliche Behandlung, Versicherung und Steuer schlagen mit mehreren Hundert Euro jährlich zu Buche.“ Außerdem rät der Tierschützer, vor der Anschaffung eines Tieres unbedingt mit dem Vermieter zu sprechen. „In vielen Mietverträgen ist die Tierhaltung verboten.“

Aus Erfahrung weiß Schober, dass viele heiß ersehnte, lebendige Weihnachtsgeschenke über kurz oder lang im Tierheim landen. „Wer sich vor der Anschaffung wenig Gedanken über die Bedürfnisse eines Tieres gemacht hat, ist oft überrascht, wie viel Aufmerksamkeit, Fürsorge und Zuwendung es braucht.“ Wenn der junge Hund dann sein Geschäft ins Wohnzimmer mache oder das Kätzchen die Tapete von der Wand kratze, wollten die Besitzer ihre lebenden Weihnachtsgeschenke ganz schnell loswerden.

„Natürlich kann ein Tier das Familienleben bereichern“, sagt der Tierarzt des Würzburger Tierheims, „das funktioniert aber nur, wenn alle Familienmitglieder mit seinem Einzug einverstanden und bereit sind, sich um es zu kümmern“. Wer ernsthaft ein Tier zu sich nehmen wolle, solle sich nach den Feiertagen in einem Tierheim umsehen, rät Schober. „Hier werden die Interessenten aufgeklärt und man hilft ihnen fachkundig bei der Suche nach einem passenden vierbeinigen Familienmitglied.“

Patenschaft empfohlen

Für Tierfreunde, die keine Zeit oder keinen Platz für ein eigenes Tier haben, empfiehlt Schober eine Patenschaft für ein Tierheim-Tier. „Die Paten können „ihre“ Tiere während der Öffnungszeiten des Tierheims besuchen“, sagt er, „und durch ihren finanziellen Beitrag unterstützen sie die Tierschützer dabei, ihren Langzeit-Schützlingen ein artgerechtes Leben bei liebevoller Pflege zu ermöglichen“. Außerdem sei eine Patenschaft ein schönes Weihnachtsgeschenk für Tierfreunde.

Von unserem Redaktionsmitglied Gisela Schmidt
    
    

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