publiziert: 03.04.2011 13:20 Uhr
aktualisiert: 05.01.2012 11:01 Uhr
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US-Jet abgestürzt: Pilot rettet sich mit Schleudersitz

Laudorf, ein kleiner Ort in Rheinland-Pfalz, ist am Freitag beim Absturz eines US-Kampfjets nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Es war eine Fairchild-Republic A-10 Thunderbolt II, die führerlos in der Vulkaneifel durch die Gegend raste. Das ist exakt jener Typ, der zuletzt im Dezember 2010 die Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld (KKG) bei seiner Übung in Angst und Schrecken versetzte.

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    Foto: Alfred Schott
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Nicht auszudenken, wenn das „Warzenschwein“, so sein Spitzname, bei der aktuellen Diskussionslage aufgrund der Ereignisse in Japan auf ein deutsches AKW gefallen oder nur in der Nähe abgestürzt wäre.

Bekanntlich haben sich inzwischen mehrere Gemeinden aus der Umgebung des Kernkraftwerks wie Schwebheim, Sennfeld und Dittelbrunn an das Bundeskanzleramt mit dem Appell gewandt, die Übungen mit militärischen Flugzeugen in diesem sensiblen Bereich einzustellen.

Das in Laufeld aus bislang ungeklärter Ursache abgestürzte Kampfflugzeug zerschellte Freitagnachmittag auf freiem Feld nur wenige Hundert Meter von den ersten Häusern des Ortes entfernt und ging nach einer gewaltigen Explosion in Flammen auf. Das zur Verbandsgemeinde Manderscheid gehörende 500-Seelen-Dorf liegt nahe der Autobahn A1 zwischen Trier und Daun. Der Pilot konnte sich mit Hilfe von Schleudersitz und Fallschirm retten. Er wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Sofort nach Eintreffen der US-Militärpolizei war das Gelände zum militärischen Sperrbezirk erklärt und weiträumig abgeriegelt worden.

Die A10 Thunderbolt II befand sich nach Angaben der US-Militärs auf einem routinemäßigen Übungsflug und stammte von der US-Luftwaffenbasis Spangdahlem. Laufeld liegt im Bereich der Einflugschneise.

Aus Spangdahlem kamen seinerzeit auch 2010 und zuvor 2008 die „Warzenschweine“, die sich auf den Weg in den Raum um das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld machten.

Derzeit starten US-Kampfjets im Rahmen der Militäraktion gegen die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi auch von Rheinland-Pfalz aus auf Ziele in Libyen. Die US-Luftwaffe betreibt in Rheinland-Pfalz neben Spangdahlem noch den bekannteren Stützpunkt in Ramstein.

Widersprüchlich sind die Angaben zu mitgeführten Raketen und zur Bordmunition. Ersten Angaben von Polizisten und Augenzeugen vor Ort zufolge soll die Maschine mit zwei Übungsraketen und einer größeren Menge echter Bordmunition bestückt gewesen sein. Später erklärte ein Sprecher der US-Air-Force, der Kampfjet sei nicht mit Raketen, aber mit 1500 Schuss Übungsmunition unterwegs gewesen.

Sollte die scharf gewesen sein, ist es durchaus möglich, dass sich darunter Munition befand, die zumindest zum Teil über eine hochfeste, uranhaltige Ummantelung mit panzerbrechender Wirkung verfügt.

Wie in dieser Zeitung berichtet, war am 8. Dezember 1988 ein US-Kampfjet vom Typ A-10 „Thunderbolt II“ in Remscheid mit verheerenden Folgen mitten in ein Wohngebiet gestürzt. Der Pilot hatte bei starkem Nebel im Tiefflug die Orientierung verloren. Sieben Menschen starben, darunter der Pilot, 50 weitere wurden schwer verletzt.

Nach dem Absturz stiegen plötzlich die Krebsfälle in der Umgebung überproportional an. Trotz aller Dementis wollten die Spekulationen über hochgiftiges Uran in der Munition oder in den Trimmgewichten in den Tragflächen nicht verstummen.

Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld selbst und damit die hiesige Bevölkerung entgingen am 8. November 1984 nur knapp einer Flugzeugkatastrophe. Der Waffensystemoffizier, Kampfbeobachter und in diesem Fall auch Staffelkapitän auf dem Rücksitz eines britischen Tornado-Kampfjets hatte während eines Trainingsflugs aus bis heute ungeklärter Ursache den gemeinsamen Schleudersitz-Mechanismus für sich und den Piloten ausgelöst.

Führerlos und ohne Kontrolle wie erst jetzt wieder das Warzenschwein bei Laufeld raste der Kampfjet anschließend mit hoher Geschwindigkeit im Tiefflug in Mainnähe umher, bis er beim Aufprall auf dem Boden gut drei Kilometer Luftlinie vom KKG entfernt explodierte.

2001 hatte eine von zwei kurz hintereinander auf dem Flugplatz in Giebelstadt notgelandeten Warzenschweinen noch eine scharfe Bombe an Bord, wie sich zum Entsetzen der ahnungslosen Rettungskräfte herausstellte.

Die Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II

Seit Mitte der 1970er Jahre im Einsatz, wird der sehr robuste, dafür etwas langsamere Kampfjet von den Amerikanern überwiegend als Erdkampfflugzeug zur Bekämpfung von Bodenzielen, insbesondere bei der Panzerabwehr, eingesetzt. Piloten nennen ihn auch wegen seines gedrungenen und weniger ästehtischen Aussehens scherzhaft „Warthog“, auf Deutsch „Warzenschwein“. Das Flugzeut wird aber auch eben als „Panzerknacker“ bezeichnet. Die Maschine ist nur mit einer Person, dem Piloten, besetzt. Das Bodenkampf-Angriffsflugzeug feuert im Ernstfall panzerbrechende Uran-Munition ab und führt, je nach Einsatzzweck, ein breites Sortiment an Streu- und Brandbomben sowie Raketen mit. Die Bordkanone ist fast so groß wie ein VW-Käfer.

Von unserem Redaktionsmitglied Norbert Vollmann
    
    

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»Alle 74 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

rene2907 (287 Kommentare) am 05.04.2011 14:11

@ Redaktion

Eigentlich müssten auf Grund dieses Threads Gartenfreak und blaubi gesperrt werden, nur der fairnis halber, wenn sie die beiden sperren, sparen sie sich das ständige löschen der beleidigungen.

im übrigen sollten sie ihr forum schließen, ich habe hier seid laaaanger zeit, keine sachliche diskussion mehr gelesen ... nur noch beleidigungen und hasstiraden ...
(1)
steve67 (750 Kommentare) am 05.04.2011 10:37

Mein Lieber Gartenfreak

bitte sagen Sie mir in welchem Glashaus ich sitze und über welches Dorf ich mich lustig mache? Ich mache mich tatsächlich lustig über die Gemeinde der Panikmacher und Weltuntergangspropheten. Meinen Beitrag von weiter oben haben Sie wohl nicht ganz verstanden. Im Übrigen kann ich mich nicht erinnern jemals, so wie Sie gegen Mitschreiber hier im Forum ausfällig geworden zu sein. Nur soviel dazu, falls das das Glashaus sein sollte....
(0)
Gartenfreak (472 Kommentare) am 04.04.2011 20:08

An die Redakteure

Langsam verliere ich meinen Glauben, WIR werden als Panikmacher,
als braune Variante beschimpft.
Wir sind streitsüchtig, wenn man legale Beweise bringt.
Blaubi darf sich über jeden und alle lustig machen ohne einer Abmahnung
oder sonstwas.steve67 darf sich über ein ganzes Dorf lustig machen- nichts passiert.
Ich dachte wir leben in einer Demokratie und man darf seine Meinung klar ausdrücken.

Ich kann ja auch am Anfang meines Berichts einmal das betreffende Thema
äußern, vielleicht ist es dann besser. traurig

Ich bin total enttäuscht...warum wissen Sie am besten
Gartenfreak
(1)
Gartenfreak (472 Kommentare) am 04.04.2011 17:18

Steve 67

Sie sollten nicht mit Steinen werfen wenn Sie im Glashaus sitzen.
Gartenfreak
(1)
steve67 (750 Kommentare) am 04.04.2011 13:33

Also ich fände es auch schrecklich

wenn ein Kampfflugzeug in die Ortschaft Grafenrheinfeld stürzen würde, denn das gäbe mit Sicherheit eine große Verwüstung und zig, wenn nicht hunderte Tote. Vor allem wäre das auch total nah am AKW. Da würden wir alle wieder total gefährdet. Schrecklich sowas....
Alle Beleidigungen der 'Welt bitte auf mich!! Es wundert mich schon, was die MP hier alles so zulässt!
(0)
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