publiziert: 11.02.2012 13:08 Uhr
aktualisiert: 11.02.2012 13:39 Uhr
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VEITSHÖCHHEIM
Ude und Seehofer loben "Fastnacht in Franken"
Super Zuschauerquote: 3,64 Millionen TV-Zuschauer
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Als das Rotlicht erloschen war und die Kameras aus, da stieg Ministerpräsident Horst Seehofer auf die Bühne und rief dem Publikum in den Mainfrankensälen fast enthusiastisch zu: „Vergelt’s Gott für diesen phantastischer Abend. Das war Weltklasse in Franken.“ Eine Vorlage, die Barbara Stamm, Landtagspräsidentin aus Würzburg, spontan übers Saalmikrophon konterte: „Das hören wir gerne. Aber das wollen wir das ganze Jahr hören, nicht nur an der Fastnacht.“ Und dann schob die CSU-Politikerin eine Bitte hinterher, die im Ton einer Aufforderung gleichkam: „Wir brauchen in Franken den Dürer, Herr Ministerpräsident. Das Bild muss nach Nürnberg.“ Damit spielte Stamm, wunderbar verkleidet als Kaiser Franz-Josef, auf den aktuellen Streit um ein Gemälde („Selbstbildnis im Pelzrock“) von Albrecht Dürer in der Münchner Alten Pinakothek an, das als Leihgabe im Frühjahr zu einer Ausstellung ins Germanische Nationalmuseum nach Nürnberg soll, das Haus Wittelsbacher als Besitzer stellt sich jedoch quer. Da sein Minister für Wissenschaft und Kunst, Wolfgang Heubisch von der FDP, alles mit Samthandschuhen anfasse, antwortete Seehofer, „werde ich ihm gleich am Montag den Auftrag geben, dass er den Transport persönlich übernimmt“. Etwas erschrocken über den lauten Jubel im Saal, fügte der Ministerpräsident schnell an: „Das war Spaß.“ Aber er werde tatsächlich alles tun, „was in meiner Macht steht, damit es zu dieser Leihgabe kommt“.
Der Auftritt Seehofers war das spaßige Ende einer gelungenen 25. Ausgabe der „Fastnacht in Franken“, und etwas später, im Main-Post-Gespräch, gab sich der Landesvater gelöst wie selten und plauderte vergnügt über einen Abend, „der mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Da war so viel Hintersinn dabei, so viel Anspruch, und immer waren die Beiträge fair“. Dabei wäre Horst Seehofer beinahe zu spät gekommen. Der Tag hatte für ihn mit einem Arbeitsfrühstück mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin begonnen, anschließend tagte der Bundesrat, dessen aktueller Präsident Seehofer ist. „Wir hatten 92 Tagesordnungspunkte“, sagte der Ingolstädter. Am Nachmittag schließlich „sind wir mit dem Auto runtergedüst“. Zunächst hatte sich der Politiker noch in einem Würzburger Hotel umziehen wollen, in Veitshöchheim hatte der BR derweil bereits an einem Notfallplan gebastelt – das Programm sollte minimal umgestellt werden, weil Seehofer ausgerechnet in der Auftaktnummer des Bauchredners Pierre Ruby eine tragende Rolle spielen sollte. An der Autobahn-Ausfahrt Estenfeld erreichte den Ministerpräsidenten dann ein Anruf von Barbara Stamm, „die mich gebeten hat, direkt und pünktlich zu kommen“. So blieben Smoking und Fliege im Hotelzimmer, und Horst Seehofer tauschte in den Mainfrankensälen nur kurzerhand die karierte Dienstkrawatte in einen rosa-glitzernden Schlips um.
Wenige Schritte daneben erhob sich Christian Ude vom Sitz. Der Münchner Oberbürgermeister und Hoffnungsträger der SPD feierte seine Fastnachts-Premiere als Musketier „als ein herausragendes Erlebnis“. Ude hatte vier Favoriten im Programm: „Den Göttervater Zeus mit seiner intellektuellen und sehr geschliffenen Rede. Oliver Tissot mit seinen fabelhaften Wortspielen. Die Fürther Komödianten Waltraud und Mariechen, die sind einfach gut. Und die Feierwehrkapell’n mit ihrem bissigen Humor.“ Ein reiner Genuss sei der Abend gewesen, und die Protagonisten des Derbleckens am Nockherberg „werden sich anstrengen müssen, um da mitzuhalten“. Es soll nicht Udes letzter Besuch in Veitshöchheim gewesen sein: „Ich werde mit Sicherheit wiederkommen.“
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Margarete Bause, war als Europa erschienen, „weil ich mal ein Zeichen für Europa setzen wollte. Denn Europa ist gut und besteht nicht nur aus Krisen und der Eurofrage.“ Sie freute sich über die „Spitzenleistungen der Akteure“ – und darüber, dass die Grünen mit Spott diesmal sehr verschont geblieben sind: „Aber wir haben halt auch nicht so viel Blödsinn gemacht.“
Später, im Haus der Begegnung am Rathausplatz in der Ortsmitte von Veitshöchheim, feierten Politiker, Akteure und geladene Gäste eine schwungvolle After-Show-Party. Bei Leberkäsweck und fränkischen Schoppen wurde viel gelacht und diskutiert. Schon während der Sitzung war hinter der Bühne die Stimmung gelöst gewesen. Auf Bildschirmen verfolgten die Künstler die Sendung, jeder Kollege wurde bei der Rückkehr mit Applaus bedacht. „Es ist schon verrückt, welche Strahlkraft von dieser Sendung ausgeht“, sagte beispielsweise Oliver Tissot. Der Nürnberger war als Uhrmacher durch die Themen der Zeit gehetzt, jetzt sah er entspannt Michl Müller zu.
Anderntags waren die Erwartungen wieder erfüllt worden: Der BR meldete mit deutschlandweit 3,64 Millionen Zuschauern die drittbeste Quote in der 25-jährigen Geschichte. Nur 2010 (3,98) und 2006 (3,95) waren noch mehr Menschen vor den Fernsehgeräten gesessen. Der Marktanteil in Bayern lag bei satten 46, 5 Prozent, damit verfolgte fast jeder zweite Fernsehzuschauer im Freistatt den Fastnachts-Klassiker aus Unterfranken.
Der Auftritt Seehofers war das spaßige Ende einer gelungenen 25. Ausgabe der „Fastnacht in Franken“, und etwas später, im Main-Post-Gespräch, gab sich der Landesvater gelöst wie selten und plauderte vergnügt über einen Abend, „der mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Da war so viel Hintersinn dabei, so viel Anspruch, und immer waren die Beiträge fair“. Dabei wäre Horst Seehofer beinahe zu spät gekommen. Der Tag hatte für ihn mit einem Arbeitsfrühstück mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin begonnen, anschließend tagte der Bundesrat, dessen aktueller Präsident Seehofer ist. „Wir hatten 92 Tagesordnungspunkte“, sagte der Ingolstädter. Am Nachmittag schließlich „sind wir mit dem Auto runtergedüst“. Zunächst hatte sich der Politiker noch in einem Würzburger Hotel umziehen wollen, in Veitshöchheim hatte der BR derweil bereits an einem Notfallplan gebastelt – das Programm sollte minimal umgestellt werden, weil Seehofer ausgerechnet in der Auftaktnummer des Bauchredners Pierre Ruby eine tragende Rolle spielen sollte. An der Autobahn-Ausfahrt Estenfeld erreichte den Ministerpräsidenten dann ein Anruf von Barbara Stamm, „die mich gebeten hat, direkt und pünktlich zu kommen“. So blieben Smoking und Fliege im Hotelzimmer, und Horst Seehofer tauschte in den Mainfrankensälen nur kurzerhand die karierte Dienstkrawatte in einen rosa-glitzernden Schlips um.
Wenige Schritte daneben erhob sich Christian Ude vom Sitz. Der Münchner Oberbürgermeister und Hoffnungsträger der SPD feierte seine Fastnachts-Premiere als Musketier „als ein herausragendes Erlebnis“. Ude hatte vier Favoriten im Programm: „Den Göttervater Zeus mit seiner intellektuellen und sehr geschliffenen Rede. Oliver Tissot mit seinen fabelhaften Wortspielen. Die Fürther Komödianten Waltraud und Mariechen, die sind einfach gut. Und die Feierwehrkapell’n mit ihrem bissigen Humor.“ Ein reiner Genuss sei der Abend gewesen, und die Protagonisten des Derbleckens am Nockherberg „werden sich anstrengen müssen, um da mitzuhalten“. Es soll nicht Udes letzter Besuch in Veitshöchheim gewesen sein: „Ich werde mit Sicherheit wiederkommen.“
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Margarete Bause, war als Europa erschienen, „weil ich mal ein Zeichen für Europa setzen wollte. Denn Europa ist gut und besteht nicht nur aus Krisen und der Eurofrage.“ Sie freute sich über die „Spitzenleistungen der Akteure“ – und darüber, dass die Grünen mit Spott diesmal sehr verschont geblieben sind: „Aber wir haben halt auch nicht so viel Blödsinn gemacht.“
Später, im Haus der Begegnung am Rathausplatz in der Ortsmitte von Veitshöchheim, feierten Politiker, Akteure und geladene Gäste eine schwungvolle After-Show-Party. Bei Leberkäsweck und fränkischen Schoppen wurde viel gelacht und diskutiert. Schon während der Sitzung war hinter der Bühne die Stimmung gelöst gewesen. Auf Bildschirmen verfolgten die Künstler die Sendung, jeder Kollege wurde bei der Rückkehr mit Applaus bedacht. „Es ist schon verrückt, welche Strahlkraft von dieser Sendung ausgeht“, sagte beispielsweise Oliver Tissot. Der Nürnberger war als Uhrmacher durch die Themen der Zeit gehetzt, jetzt sah er entspannt Michl Müller zu.
Anderntags waren die Erwartungen wieder erfüllt worden: Der BR meldete mit deutschlandweit 3,64 Millionen Zuschauern die drittbeste Quote in der 25-jährigen Geschichte. Nur 2010 (3,98) und 2006 (3,95) waren noch mehr Menschen vor den Fernsehgeräten gesessen. Der Marktanteil in Bayern lag bei satten 46, 5 Prozent, damit verfolgte fast jeder zweite Fernsehzuschauer im Freistatt den Fastnachts-Klassiker aus Unterfranken.
Von unserem Redaktionsmitglied Achim Muth
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Die neuesten Kommentare
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mufftie (512 Kommentare) am 12.02.2012 20:50
Mein GottLasst doch endlich mal diese********Religion aus dem Spiel wenn es um Fasching geht. Wenn ihr da Vergleichen wollt müsst ihr nur diese Orte anschauen wo es Konflikte gibt (wegen der Religion). Was wollen da die Vergleiche mit den den zwei Religionslehrern aus Bayern die in dieser Sitzung waren? Fragt ihr sie doch mal nach dem Verbreiten ihres Glaubens während der "Kreuzzüge" da werden sie schnell ruhig, denn das war Auftragsmord im Zeichen des Kreuzes (nachzulesen im Vatikan).Lasst Fröhlichkeit einfach das sein was Menschen begeistern soll, und vergesst die Schmierfinke, die das Unheil predigen! |
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klausburkard (874 Kommentare) am 11.02.2012 21:05
ich hab da mal ne fragean freier christ oder frei 100: bekommt eigentlich der seehofer oder der ude jetzt noch die chance, auf eine eintrittskarte in den himmel, oder die über 600 besucher oder die 3,64 mille zuschauer, oder all die, die sich die sendung heute nochmals anschauen, oder all diejenigen, die vielen tausend, wenn nicht millionen, die in diesen tagen prunksitzungen in ihren ortschaften anschauen?? dadadadadada;-)
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schrapp (30 Kommentare) am 12.02.2012 18:53
Lieber das Leben genießen und dann sterbenals so wie Sie, so freudlos auf den Himmel zu warten.Haben Sie schon mal was von "Himmel auf Erden" gehört? Leben wir nicht schon so - wir haben Essen und Trinken, eine warme Stube, Arbeit oder Rente. Persönliche Probleme sollte man nicht dazu zählen - jeder hat seinen Päckchen zu tragen. Aber ehrlich - auf Ihren Gott kann ich verzichten. Wer keine Freude erlaubt - hat er noch ein Existenzrecht? |
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frei100 (423 Kommentare) am 12.02.2012 12:31
zu Ihrer spöttischen Frage!So lange wir schnaufen, haben wir die Möglichkeit Buße zu tun und umzukehren. Gott segne Sie und öffne Ihnen die Augen. |
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