aktualisiert: 01.01.2010 20:45 Uhr
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Mainfranken
Unfälle, Schläge und Familienstreitigkeiten zum Jahreswechsel
Toter nach Verkehrsunfall – Ärztin niedergestreckt
Der Wechsel von 2009 auf 2010 war in Unterfranken von ungewöhnlicher Brutalität geprägt: Neben dem Mord in Burkardroth wurde die Polizei mehrfach mit Messern bedroht. Eine Ärztin wurde niedergeprügelt, ein Rettungssanitäter starb bei einem Autounfall.
Der Wechsel von 2009 auf 2010 war in Unterfranken von ungewöhnlicher Brutalität geprägt: Neben dem Mord in Burkardroth wurde die Polizei mehrfach mit Messern bedroht. Eine Ärztin wurde niedergeprügelt, ein Rettungssanitäter starb bei einem Autounfall.
In der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums gingen in der Silvesternacht knapp 880 Notrufe aus dem Regierungsbezirk ein. Daraus ergaben sich 340 Einsätze, darunter über 50 Körperverletzungsdelikte bei 30 Streitigkeiten, weiß Hauptkommissarin Kathrin Reinhardt.
Besonders tragisch endete ein Einsatz für einen 28-jährigen Sanitäter im Landkreis Kitzingen: Auf dem Weg zum Patienten kollidierte sein Dienstfahrzeug an einer Kreuzung in Iphofen mit einem Porsche, der vorfahrtsberechtigt war. Ob der Sanitäter im Smart mit Blaulicht unterwegs war, ist noch ungeklärt. Die 20 Jahre alte Beifahrerin des tödlich verunglückten Ersthelfers kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Der Porschefahrer kam mit dem Schrecken davon.
Mann von Böller verletzt
Viele kleinere Sachbeschädigungen durch gezündete Feuerwerkskörper beschäftigten Feuerwehren und Polizei die ganze Nacht über. Die Feuerwehr konnte in Aidhausen (Lkr. Haßberge) einen Dachstuhlbrand gerade noch abwenden. Dort steckte eine Feuerwerksrakete im Dachgebälk einer Gaststätte fest. In der Würzburger Innenstadt verliefen die Feierlichkeiten weitgehend friedlich. Der Rettungsdienst verzeichnete nach Angaben von Pressesprecher Paul Justice deutlich weniger Einsätze als im Vorjahr. Gegen 0.30 Uhr wurde ein 29-Jähriger außerhalb der Absperrungen von einer Rakete getroffen und schwer verletzt.
„Besonders aggressiv“ war laut Polizeisprecherin Kathrin Reinhardt in Würzburg der Angriff auf eine Krankenhausärztin im Juliusspital um 4.15 Uhr. Ein Unbekannter versetzte der Frau im zweiten Stock der Klinik unvermittelt einen Faustschlag ins Gesicht, woraufhin sie zu Boden stürzte. Danach trat er nochmals auf die am Boden Liegende ein und flüchtete unerkannt.
Auffallend war auch, dass gehäuft Betrunkene bewaffnet auftraten. In Marktbreit (Lkr. Kitzingen) musste die Polizei einen betrunkenen 19-Jährigen überwältigen, der seine Schwester mit einem Messer angegriffen hatte. Er leistete bei der Festnahme heftig Widerstand. Er wurde ebenso in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wie jener Lebensmüde in Karlstein, der zunächst seinen Vater mit dem Messer bedrohte. Als die Polizei eintraf, fuchtelte er mit einer Schusswaffe, die sich dann als Gaspistole herausstellte.
In Miltenberg bedrohte ein polizeibekannter Mann einen Mitarbeiter des Rettungsdienstes mit einem Messer. In Großostheim (Lkr. Aschaffenburg) wurde die Polizei zu einem Einsatz gerufen, bei dem ein 16-Jähriger in der elterlichen Wohnung randalierte: die Beamten mussten ihn in Gewahrsam nehmen.
Den Übergriffen mit Waffen steht gegenüber, dass bei fast allen Polizei-Inspektionen in Unterfranken Bürger erschienen, die das sogenannte „Amnestiegesetz“ nutzten, um bis zum 31. Dezember vererbte oder andere Waffen sowie Munition abzugeben. Neben verschiedensten Waffen wurde auch Munition unterschiedlichen Kalibers abgeliefert.
In Schweinfurt blieben die Silvesterfeierlichkeiten überwiegend friedlich. Bei einem massiven Familienstreit in Hammelburg (Lkr. Bad Kissingen) wurde eine Frau von ihrem Ehemann die Treppe hinuntergestoßen und brach sich dabei die Hand.
Kollision an Neujahr
Am Neujahrstag ereignete sich gegen 15 Uhr zwischen Pflaumheim und Mömlingen ein Frontalzusammenstoß. Ein 20-Jähriger war mit seinem Toyota ins Schleudern geraten und mit einem entgegen kommenden Opel zusammengeprallt. Dessen 23-jährige Fahrerin wurde schwer verletzt, ebenso der Unfallverursacher. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden in Höhe von über 10 000 Euro.
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