publiziert: 12.03.2010 15:43 Uhr
aktualisiert: 13.01.2012 13:34 Uhr
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Von einer, die auszog, um Königin zu werden

Traustadt empfängt seine Kandidatin Nicole Weissenseel auch ohne Krone wahrhaft königlich
  • Herzlicher Empfang: „Ich fühle mich, als hätte ich gewonnen.“ Nicole Weissenseel (links) wurde bei ihrer Rückkehr von der Wahl am Ortseingang von Traustadt in Empfang genommen und dann auf einem goldenen Thron zur Zabelsteinhalle gefahren. Dabei leisteten ihr auf dem Wagen (v. l.) Traustadts Weinprinzessin Sophie Wehner, Nicoles Freund Torsten Brendler und Daniela Braun, Organisatorin des Empfangs, Gesellschaft.
    Foto: Matthias Endriss
  • Alle zusammen: Nicole Weissenseel (rechts) vor der Wahl-Gala im Bad Kissinger Regentenbau zusammen mit der Fränkischen Weinkönigin Anna Saum (Mitte) und ihren Mitbewerberinnen (v. l.): Die spätere Siegerin Melanie Unsleber (Ramsthal), Franziska König (Randersacker), Verena Waigand (Erlenbach), Karoline Wallrapp (Theilheim) und Manuela Schmitt (Nordheim).
    Foto: Matthias Endriss
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Donnerstag, 10.42 Uhr: Die „„Operation Krone“ beginnt. Der gelbe Bus rollt an die Haltestelle in der Ortsmitte, um die dort Wartenden aufzunehmen und nach Bad Kissingen zu befördern. Dort, im altehrwürdigen Regentenbau, der schon Kanzler Bismark sah und Kaiserin Sissi, greift eine der Ihren nach der Krone: Nicole Weissenseel.

Von 2005 bis 2008 war sie hier am „Falkenberg“ Weinprinzessin. Seitdem hat sich einiges getan im Leben der jungen Frau. In den Gemeinderat ist sie gewählt worden, und auch den Vorsitz im örtlichen Weinbauverein hat sie übernommen. Nun ist sie ausgezogen, um ihrer Laufbahn im Weinadel im wahrsten Sinne des Wortes die Krone aufzusetzen: Die der Fränkischen Weinkönigin.

Als sich der Bus mit den Schlachtenbummlern langsam in Bewegung setzt, sind die Traustädter zuversichtlich. Relativ ruhig sei Nicole am Morgen gewesen, erzählt etwa Daniela Braun, einst selbst Traustadter Weinprinzessin, und fügt an: „Wir sind wahrscheinlich aufgeregter als sie.“ Während der Bus Richtung Bad Kissingen rollt, ist Nicole schon längst vor Ort. Und als die Traustädter Delegation gegen 12.15 Uhr im Foyer des Regentenbaus ankommt, steht ihre Kandidatin dort schon längst im Pulk der Ehrengäste und Wahlberechtigten.

„Schon ein wenig aufgeregt“

Mit ihrem leuchtend roten Abendkleid, das ihr Ingeborg Schamberger aus Wonfurt auf den Leib geschneidert hat, und den adrett frisierten schwarzen Haaren sticht sie optisch aus der Menge hervor. Nach außen wirkt sie sehr entspannt. Und wie sieht's drinnen aus? „Ich habe recht gut geschlafen“, erzählt sie: „Jetzt bin ich schon ein wenig aufgeregt. Aber das muss wahrscheinlich so sein.“

Dann wird es langsam ernst. Die Veranstaltung beginnt. Zunächst können sich Nicole und ihre fünf Mitbewerberinnen noch einmal mehr oder weniger entspannt zurücklehnen. Für Anna Saum aus Großlangheim heißt es, nach 355 Tagen Abschied zu nehmen von der Krone. Ihr bebilderter Rückblick zeigt, was die Nachfolgerin erwartet. Reisen durch die ganze Welt, Treffen mit Prominenten, und viele, viele Auftritte im Dienste der Weinwerbung: Bei Galas, Weinfesten, Sponsorenterminen.

Nach einer kurzen Vorstellung aller sechs Kandidatinnen müssen die jungen Frauen einzeln auf die Bühne. Das Los hat bestimmt, dass Nicole beginnen muss. Zu den Klängen von „The final Countdown“ schreitet sie durch den Saal zur Bühne, winkt ins Publikum. Freundlicher Applaus schlägt ihr entgegen.

Nicole gibt sich so, wie man sie kennt. Kurz und prägnant kommen ihre Antworten. Später gibt sie zu, dass sie schon recht nervös war, als sie da vor einigen hundert Leuten auf der Bühne stand: „Da war schon eine gewisse Anspannung. Ich habe das ja auch schon länger nicht mehr gemacht.“ Ihren mitgebrachten Wein – einen 2009er Müller-Thurgau Kabinett trocken aus dem elterlichen Weingut – stellt sie als „meinen persönlichen Hollywood-, ach was: Frankenstar“ vor: Spritzig wie Brad Pitt und elegant wie George Clooney.

Die Aufgabe, die alle Kandidatinnen erfüllen müssen, ist, ein ganz persönliches Erlebnis aus der Vorbereitung zu schildern. Nicole erzählt von einer Fahrt mit dem Quad durch die verschneiten Weinberge und fügt an, dass sie sich danach ein Schaumbad mit Silvaner-Öl gegönnt habe. „Mein prickelndes Heiß-Kalt-Erlebnis“, nennt sie es.

Ihr Schlusswort bringt ihr nochmal mächtig Applaus ein: „Ein Wir ist stärker als ein Ich“, umschreibt Nicole ihr königliches Regierungsprogramm: „Wenn wir Franken zusammenhalten, sind wir unschlagbar.“ Recht gut schlägt sie sich auch bei den Fragen aus den Publikum. Unter anderem bricht sie eine Lanze für den Bocksbeutel. „Er ist unser Alleinstellungsmerkmal“, sagt die 23-Jährige: „Jeder bringt damit Qualität aus Franken in Verbindung.“

Die Messlatte hoch gelegt

Nicole hat die Messlatte hoch gelegt, aber nicht hoch genug. Als das Voting der Jury bekannt gegeben wird, steht fest, dass es Traustadts Kandidatin nicht in die Stichwahl geschafft hat. Mit Blumen wird sie von der Bühne verabschiedet. Knapp eine halbe Stunde später ist klar: Die neue Fränkische Weinkönigin heißt Melanie Unsleber aus Ramsthal.

Vor der Halle sammelt sich die Traustädter Fangemeinde. „Als Vater bin ich natürlich schon enttäuscht“, brummelt Elmar Weissenseel: „Ich hätte mir die Krone auch für den Steigerwald gewünscht.“ Als Nicole in den Bus einsteigt, wird sie gefeiert.

In Traustadt wartet auf sie eine Überraschung. Am Schloss formiert sich ein Fackelzug der Vereine. Auf einem goldenen Thron darf Nicole Platz nehmen, und, begleitet von der Musikkapelle, chauffiert man sie zum Empfang in der Zabelsteinhalle. „Nicole hat heute wirklich Großartiges geleistet“, sagt Bürgermeister Klaus Schenk. Und der neue Weinfestleiter Konrad Schmitt meint: „Für den heutigen Abend bist Du für uns die Fränkische Weinkönigin, zumindest in unseren Herzen.“ Die Enttäuschung bei Nicole über die verpasste Krone ist schnell verflogen. Gerührt von Empfang meint sie: „Ich fühle mich, als hätte ich gewonnen.“ Und: „Das war eine absolute Bereicherung für mich. Und das Wissen, das ich mir angeeignet habe, kann ich auch für die Arbeit im Weinbauverein brauchen.“ Denn den möchte sie nun voranbringen. Ganz getreu ihres „königlichen“ Regierungsprogrammes: „ Ein Wir ist stärker als ein Ich.“

 

 

Von unserem Mitarbeiter Matthias Endriss
    
    

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Die neuesten Kommentare

Seher (1 Kommentare) am 16.03.2010 08:21

Die Weiterentwicklung war nicht da!!!

Die Beste soll gewinnen und das war so, weil andere sich nicht weiter entwickelt haben.
Man merkte das Sie an die Grenzen gekommen ist und sich leiter nicht mehr puschen kann.
Die letzte Kanditatin aus Traustadt war, so denke ich, um Klassen besser.
(0)
jhaugpeichl (66 Kommentare) am 13.03.2010 18:00

Anmerkung der Redaktion

An dieser Stelle stand ein Kommentar, der durchweg beleidigend war und deshalb gelöscht wurde. Die Redaktion weist alle Kommentatoren in diesem Zusammenhang darauf hin, sich an die Verhaltensregeln (Netiquette) in diesem Forum zu halten. Beleidigungen oder Diffamierungen haben hier keinen Platz!

Jürgen Haug-Peichl
Redaktion mainpost.de
97084 Würzburg
(0)
eyecatcher (18 Kommentare) am 13.03.2010 17:04

Respekt und Anerkennung

Was die ehemalige Traustadter Weinprinzessin in den letzten Jahren mit ihren wahren Freunden für die Gemeinschaft und die Gemeinde Positives geleistet hat, sollten diese Pessimisten und Neider erst einmal annähernd schaffen.
Es ist jammerschade, dass es immer mehr dieser wirklich gehässigen Menschen auf der Welt gibt.
Die Leute um Nicole haben nicht dieses Geltungsbedürfnis für die eigene Person, sondern setzen sich seit Jahren für die Gemeinschaft ein.
Lieber "Seher", ich an Ihrer Stelle würde dieses Pseudonym schleunigst ändern, denn dümmer geht´s nimmer.Im Übrigen sollten solche Kommentare, die grammatikalisch bewußt falsch geschrieben sind, um vom Verfasser abzulenken erst geprüft werden.
Beleidigungen dieser Art lassen am Verstand dieser Person zweifeln.

"Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man geschenkt."
Nicole, lass dich nicht unterkriegen, wir halten zu Dir.
(0)
faxl (1 Kommentare) am 13.03.2010 14:58

Unglaublich /von einer die auszog um königin zu...

Ich verfolge schon seit geraumer Zeit die Aktivitäten in diesem kleinen Ort Traustadt. Sei es auf Kommunalpolitischer Ebene oder im Vereinswesen. So wie es aussieht sind es immer die selben, die versuchen die Gemeinschaft in diesem Örtchen zu zerstören. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie selbst nichts auf die Reihe bekommen. Ich finde es immer gut, wenn sich jemand für eine bestimmte Sache einsetzt (Fränk. Weinkönigin). Und dieses auch durchzieht, egal wie es ausgeht. Und dies verdient ganz besondere Anerkennung.
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