aktualisiert: 07.02.2012 19:36 Uhr
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DETTELBACH/WÜRZBURG
Winzermord: Zellengenossen als wichtige Zeugen
Winzer packte offenbar bei Mithäftlingen aus
Für einen 48-Jährigen aus Erlangen und einen 28-jährigen Österreicher war es ein einschneidendes Erlebnis. Nicht nur, dass sie, unabhängig voneinander, in U-Haft genommen wurden. Sie teilten die Aufnahmezelle des Würzburger Gefängnisses auch mit einem 54-jährigen Winzer aus Dettelbach (Lkr. Kitzingen), der seinen Bruder erschlagen und die Leiche in einem Weintank versteckt haben soll.
„Das ist ein Mörder“, flüsterte der Österreicher seinem Zellengenossen zu, als der Winzer am 30. Januar 2011 hereingeführt wurde. Nun sind die Männer Zeugen im Mordprozess gegen den 54-Jährigen vor dem Würzburger Landgericht.
Sie schildern ihn als einen merkwürdigen Menschen. „Wer mich nicht kennt, hat die Welt verpennt“, habe er gesagt. Er habe Winzerlieder gesungen und Witze vorgetragen. Und er habe über sein Leben gesprochen. Dass der Vater seine Kinder schlecht behandelt habe. Und dass die Mutter nichts dagegen unternommen habe, weil der Mann „ja das Geld heimbringt“.
Nach einer Weile habe der Angeklagte von seinem getöteten Bruder gesprochen, sagen die Zeugen. „Das Leben zur Hölle gemacht“ habe ihm der 59-Jährige, seit 35 Jahren stehe er ihm „im Weg“, habe ihm „den Hof wegnehmen“ wollen. Die erste Frau des Angeklagten habe der Bruder „in eine Sekte getrieben“, mit der zweiten habe er „Sex gehabt“.
Schließlich habe der Winzer erzählt, warum er in der JVA ist. „Ich hab' meinen Bruder erschlagen“, hat er nach den Worten der Zellengenossen gesagt. Und er habe beschrieben, wie der 59-Jährige sich in einem Schrank versteckt hatte, wie er ihn fand, wie er ihm mit einer Eisenstange auf Kopf und Genitalien geschlagen, den Körper in einem Weinfass versenkt, es mit Wasser aufgefüllt und Chemikalien zugesetzt habe, um die Leiche „einzulegen“.
Er habe den Angeklagten gefragt, ob er bei der Tat alkoholisiert war, sagt der 28-Jährige. Das habe er verneint. „Aber er hat gesagt, dass er sich danach betrunken hat.“ Der Eindruck des Mithäftlings von dem Angeklagten: „Ich hatte nie das Gefühl, dass er bereut, was er getan hat.“
Als die Männer zu Bett gegangen waren, versuchte der Winzer, sich mit einem Gürtel und einem Schürsenkel am Bettgestell zu strangulieren. „Ich will doch nur heim“, soll er gesagt haben, bevor Justizbedienstete ihn aus der Zelle brachten.
Die Mithäftlinge wirken glaubwürdig. Vieles, was sie erzählen, war damals noch nicht öffentlich bekannt. Und die Staatsanwaltschaft hat ihnen auch keine Vergünstigungen für ihre Aussagen eingeräumt.
Der Angeklagte hört die Aussagen ohne sichtbare Regung. Laut seinem Verteidiger Hanjo Schrepfer wird er „medikamentös behandelt“.
Der Winzer trägt am dritten Verhandlungstag keine Häftlingskleidung mehr. Seine Schwiegertochter habe ihm Kleidung besorgt, sagt Schrepfer auf Anfrage. Am 24. Februar sollen Angehörige des 54-Jährigen als Zeugen vernommen werden. Außerdem will der Verteidiger „in den nächsten Prozesstagen eine Erklärung“ abgeben.
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brincity (32 Kommentare) am 08.02.2012 22:10
!!!Hier würde kein einziger Kommentar stehen wenn jeder mit Klarnamen und Foto posten müsste !
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Mathias55 (154 Kommentare) am 09.02.2012 07:55
RichtigDiesen Artikel hat bisher nur ein Kommentator mit Klarnamen kommentiert. Vom Ergebnis können Sie sich hier ja selbst überzeugen. 50 % der Kommentare gehen übrigens an der Sache vorbei. Ebenso wie der meinige
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mdeeg (769 Kommentare) am 08.02.2012 22:49
Warum Foto?Weil nur Leute "recht" haben, die Krawatte tragen...'? |
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delmonte (2 Kommentare) am 08.02.2012 18:51
Vertrauen in die JustizNach mehr als 30 Jahren bei der Wuerzburger Justiz kann ich nur sagen: Sie funktioniert besser als mancher denkt und hat darum durchaus Vertrauen verdient. Und bei dem Vorsitzenden Richter in diesem Verfahren ist der Fall in den denkbar besten Haenden. |
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bergler69 (9 Kommentare) am 09.02.2012 11:00
RadfahrerSie wollen wohl befördert werde, dieser Weg ist aber dazu nicht geeignet. Eigentor !!!!!!!!! |
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