publiziert: 01.02.2008 23:59 Uhr
aktualisiert: 02.02.2008 12:37 Uhr
» zur Übersicht Franken
    
    
Artikel
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text BAMBERG
Wrack verursacht Stau am Kanal

Die schwierige Bergung des Duisburger Frachters „Mark“

Warum das Frachtschiff „Mark“ am Donnerstag in einer Schleuse des Main-Donau-Kanals in Bamberg durch ein ominöses Leck vollgelaufen und in Minutenschnelle gesunken ist, war am Freitag noch unklar. Der Schaden ist jedenfalls immens – vor allem, weil durch den Schiffsunfall die gesamte Wasserstraße blockiert ist. Am Freitag warteten bereits Dutzende von Schiffen an der Bamberger Schleuse.

  • Ein voll beladenes Güterschiff der Mainschifffahrts-Genossenschaft Würzburg ist am Donnerstag in einer Schleuse des Main-Donau-Kanals in Bamberg gesunken.
    FOTO dpa
Bild von

Freitagnachmittag begann die Bergung des am Donnerstag in einer Schleuse des Rhein-Main-Donau-Kanals in Bamberg gesunkenen Frachtschiffs. Zunächst wurde versucht, das Wasser aus den einzelnen Kammern des 80 Meter langen Schiffes zu pumpen, sagte die Sprecherin der Stadt Bamberg, Ulrike Siebenhaar, auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp. Ziel sei es, den Frachter so wieder an die Wasseroberfläche zu bringen und in Bewegung zu setzen.

Gelänge dies nicht, müsse die Ladung von einem Spezialkran vom Ufer aus gelöscht werden. Die Stadtsprecherin rechnet damit, dass der Frachter „frühestens am Montag“ beseitigt werden könne. „Alles andere wäre ein Glücksfall“, betonte Siebenhaar.

Ins eiskalte Wasser gesprungen

Als der Frachter unterging konnte sich der 51 Jahre alte Kapitän nur durch einen Sprung in das eiskalte Wasser retten. Der wegen Unterkühlung in eine Klinik gebrachte Schiffsführer war auch am Freitag noch in Behandlung. Ein Matrose hatte sich über eine Nottreppe der Schleusenkammer in Sicherheit gebracht.

Nachdem der Wasserstand im Schleusenbecken abgesenkt worden sei, hätten am Freitag zunächst Taucher das Schiff nach möglichen Schäden untersucht, berichtete die Polizei. Ausgelaufenes Öl sei aufgefangen und abgepumpt worden.

Das in Duisburg zugelassene Schiff gehört zur 70 Schiffe zählenden Flotte der Mainschifffahrts-Genossenschaft (MSG) in Würzburg. Deren Vorstandsvorsitzender Klaus Hohberger äußerte sich am Freitag erleichtert, dass zumindest das hinter dem havarierten Frachter in der Schleuse festsitzende Schiff, ebenfalls eines der MSG, wieder flott gemacht werden konnte. Dazu wurde der Wasserstand im Schleusenbecken so weit erhöht, dass das Schiff über den versunkenen Frachter hinwegfahren konnte.

Wenn die „Mark“ nicht mitsamt Ladung gehoben werden könne – es handele sich um 1052 Tonnen Magnesit, einen Gesteinssand, der nach Krems transportiert werden sollte – müsse die Ladung vom Ufer aus gelöscht werden, erklärte Hohberger. Allerdings sei es momentan schwierig, mit schwerem Gerät an die Schleusenkammer heranzukommen, weil dort derzeit eine Baustelle sei.

Haften müsse die MSG nicht für die Blockade des Schiffsverkehrs, erklärte Hohberger. „Das läuft unter höhere Gewalt“, sagte er beim Gespräch mit dieser Zeitung. Am Freitag warteten seinen Angaben zufolge bereits 26 Schiffe allein von der Mainschifffahrts-Genossenschaft diesseits und jenseits der Schleuse. „Das bedeutet, dass 36 000 Tonnen Fracht im Stau stehen.“ Das sei so viel wie 1263 Lkw-Ladungen, hat Hohberger ausgerechnet.

Nun räche sich, dass es beim Main kaum Doppelschleusen gibt, sagte Hohberger. Mit Sicherheit werde nun eine Diskussion darüber einsetzen, ob der Bau weiterer Schleusen nicht nur aus Gründen der schnelleren Abfertigung sinnvoll und notwendig sei.

Zur Person

Klaus Hohberger

Klaus Hohberger (38) hat zum 1. Januar 2008 die Nachfolge des langjährigen MSG-Vorstandsvorsitzenden Heinz Hofmann angetreten, der auch Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) war. Hofmann ist in den Ruhestand gegangen. Hohberger, vormals Hafendirektor in Regensburg, ist einer der sieben BDB-Vizepräsidenten.

Von unserem Redaktionsmitglied Gerlinde Hartel
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

111 Dinge 

...die Sie in Mainfranken tun müssen:
Mit unserer großen Serie lernen Sie die Region neu kennen. »mehr
    
    

Auf Schusters Rappen 

Die neue Gruppe auf main.de. Wandergruppe unter sich. »mehr
    
Anzeige
Anzeige
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr
    
    

Daily X 

Die Jugendseite der Main-Post
Täglich aktuell, täglich lesenswert. »mehr