aktualisiert: 02.02.2008 12:37 Uhr
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BAMBERG
Wrack verursacht Stau am Kanal
Die schwierige Bergung des Duisburger Frachters „Mark“
Warum das Frachtschiff „Mark“ am Donnerstag in einer Schleuse des Main-Donau-Kanals in Bamberg durch ein ominöses Leck vollgelaufen und in Minutenschnelle gesunken ist, war am Freitag noch unklar. Der Schaden ist jedenfalls immens – vor allem, weil durch den Schiffsunfall die gesamte Wasserstraße blockiert ist. Am Freitag warteten bereits Dutzende von Schiffen an der Bamberger Schleuse.
Freitagnachmittag begann die Bergung des am Donnerstag in einer Schleuse des Rhein-Main-Donau-Kanals in Bamberg gesunkenen Frachtschiffs. Zunächst wurde versucht, das Wasser aus den einzelnen Kammern des 80 Meter langen Schiffes zu pumpen, sagte die Sprecherin der Stadt Bamberg, Ulrike Siebenhaar, auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp. Ziel sei es, den Frachter so wieder an die Wasseroberfläche zu bringen und in Bewegung zu setzen.
Gelänge dies nicht, müsse die Ladung von einem Spezialkran vom Ufer aus gelöscht werden. Die Stadtsprecherin rechnet damit, dass der Frachter „frühestens am Montag“ beseitigt werden könne. „Alles andere wäre ein Glücksfall“, betonte Siebenhaar.
Ins eiskalte Wasser gesprungen
Als der Frachter unterging konnte sich der 51 Jahre alte Kapitän nur durch einen Sprung in das eiskalte Wasser retten. Der wegen Unterkühlung in eine Klinik gebrachte Schiffsführer war auch am Freitag noch in Behandlung. Ein Matrose hatte sich über eine Nottreppe der Schleusenkammer in Sicherheit gebracht.
Nachdem der Wasserstand im Schleusenbecken abgesenkt worden sei, hätten am Freitag zunächst Taucher das Schiff nach möglichen Schäden untersucht, berichtete die Polizei. Ausgelaufenes Öl sei aufgefangen und abgepumpt worden.
Das in Duisburg zugelassene Schiff gehört zur 70 Schiffe zählenden Flotte der Mainschifffahrts-Genossenschaft (MSG) in Würzburg. Deren Vorstandsvorsitzender Klaus Hohberger äußerte sich am Freitag erleichtert, dass zumindest das hinter dem havarierten Frachter in der Schleuse festsitzende Schiff, ebenfalls eines der MSG, wieder flott gemacht werden konnte. Dazu wurde der Wasserstand im Schleusenbecken so weit erhöht, dass das Schiff über den versunkenen Frachter hinwegfahren konnte.
Wenn die „Mark“ nicht mitsamt Ladung gehoben werden könne – es handele sich um 1052 Tonnen Magnesit, einen Gesteinssand, der nach Krems transportiert werden sollte – müsse die Ladung vom Ufer aus gelöscht werden, erklärte Hohberger. Allerdings sei es momentan schwierig, mit schwerem Gerät an die Schleusenkammer heranzukommen, weil dort derzeit eine Baustelle sei.
Haften müsse die MSG nicht für die Blockade des Schiffsverkehrs, erklärte Hohberger. „Das läuft unter höhere Gewalt“, sagte er beim Gespräch mit dieser Zeitung. Am Freitag warteten seinen Angaben zufolge bereits 26 Schiffe allein von der Mainschifffahrts-Genossenschaft diesseits und jenseits der Schleuse. „Das bedeutet, dass 36 000 Tonnen Fracht im Stau stehen.“ Das sei so viel wie 1263 Lkw-Ladungen, hat Hohberger ausgerechnet.
Nun räche sich, dass es beim Main kaum Doppelschleusen gibt, sagte Hohberger. Mit Sicherheit werde nun eine Diskussion darüber einsetzen, ob der Bau weiterer Schleusen nicht nur aus Gründen der schnelleren Abfertigung sinnvoll und notwendig sei.
Zur Person
Klaus Hohberger
Klaus Hohberger (38) hat zum 1. Januar 2008 die Nachfolge des langjährigen MSG-Vorstandsvorsitzenden Heinz Hofmann angetreten, der auch Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) war. Hofmann ist in den Ruhestand gegangen. Hohberger, vormals Hafendirektor in Regensburg, ist einer der sieben BDB-Vizepräsidenten.
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