publiziert: 25.02.2011 13:28 Uhr
aktualisiert: 25.02.2011 19:12 Uhr
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Bayreuth/Bad Neustadt
Zahlte Rhön-Klinikum für Guttenbergs Doktortitel?
Uni und Rhön-Klinikum weisen Zusammenhang zurück
Der inzwischen aberkannte Doktortitel von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wird immer mehr zum Mühlstein am Hals der renommierten Uni Bayreuth. Schon bisher stellte sich die Frage, wie die Prüfer 271 gravierende Mängel an der Doktorarbeit übersehen und sie mit der Bestnote "summa cum laude" bewerten konnten.
Nun muss sich die Hochschule sogar gegen Korruptionsvorwürfe zur Wehr setzen: Wie der Berliner "Tagesspiegel" aufdeckte, sponsorte die unterfränkische Rhön-Klinikum AG mit Sitz in Bad Neustadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) 750.000 Euro für die juristische Fakultät der Uni. Und wie es der Zufall will: Unter den zwölf Aufsichtsräten war in jener Zeit Karl-Theodor zu Guttenberg, der gerade an seiner Doktorarbeit schrieb.
"Ein Zusammenhang besteht nicht", betont jetzt Hans-Dieter Heck, Leiter der Pressearbeit des Konzerns. Die dreiviertel Milllion sei bei der Uni Bayreuth "für die Finanzierung des neu zu schaffenden Lehrstuhles Medizinmanagement verwendet" worden. Der neue Lehrstuhl wurde an der gleichen juristischen Fakultät angesiedelt, an der Guttenberg studierte.
Das Unternehmen aus Bad Neustadt ist mit der Familie zu Guttenberg eng verwoben. Der junge Karl-Theodor war vor dem Beginn seiner politischen Karriere ab 1994 in die Leitung der familieneigenen Münchener Beteiligungsgesellschaft Guttenberg GmbH tätig, zu deren Geschäftsführendem Gesellschafter er bestellt wurde. Seine Aufgabe war die Verwaltung des eigenen Vermögens. Daneben gehörte er von 1996 bis 2002 dem Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG an, an der die Familie etwa 26 Prozent der Stammaktien hielt. Im März 2002 gab die im MDax gelistete Gesellschaft bekannt: Die Hypovereinsbank habe die Anteile übernommen, die sich bislang in dem Besitz der Familie von und zu Guttenberg befunden hatten.
In einer umfangreichen Pressemitteilung weist Unternehmenssprecher Heck nun jeden Zusammenhang mit Guttenbergs Doktorarbeit von sich: Der Kooperationsvertrag sei vom Vorstand beschlossen worden. "Der Aufsichtsrat war zu keinem Zeitpunkt damit befasst."
Hochschule und Unternehmen erklären, Grundlage des Vertrages der beiden mit Techniker Krankenkasse und Freistaat sei das gemeinsame Interesse am Aufbau eines Lehrstuhls für Medizinmanagement und die Ausbildung qualifizierten Führungsnachwuchses für den Gesundheitssektor gewesen. Der auf fünf Jahre befristete Vertrag sah laut dem "Nordbayerischen Kurier" in Bayreuth die Anschubfinanzierung des damals neuen Studiengangs Gesundheitsökonomie an der Universität Bayreuth vor.
Ingesamt wurden für den Lehrstuhl 747.764,36 Euro aufgewendet. Der Vertrag sei ausgelaufen und nicht verlängert worden. Seitdem werde der Lehrstuhl vom Freistaat Bayern finanziert, betont auch die Uni Bayreuth. Der Rhön Klinikum AG wurden jährlich - bei Einhaltung der Zulassungsbedingungen - bis zu 15 Studienplätze für qualifizierten Führungsnachwuchs reserviert.
Laut Rhön-Klinikum wurde das Geld in gleichen Raten zur Deckung von anteiligen Personalkosten einschließlich Personalnebenkosten mit Vorsorgeaufwendungen zur Verfügung gestellt. "Die erste Rate wurde am 16.April 1999, die letzte Rate am 4. April 2006 überwiesen," sagt das Unternehmen.
Die einschneidenden Veränderungen im Gesundheitswesen erfordern laut Rhön-Klinikum AG wegen der immer komplexer werdenden Führungsaufgaben eine universitäre, ökonomische Ausbildung des Führungsnachwuchses. "Ein Zusammenhang mit anderen Vorgängen besteht nicht." Auch der Präsident der Universität Bayreuth, Rüdiger Bormann, sagte jetzt, die Finanzierung habe „nichts mit Sponsoring zu tun“.
"Ein Zusammenhang besteht nicht", betont jetzt Hans-Dieter Heck, Leiter der Pressearbeit des Konzerns. Die dreiviertel Milllion sei bei der Uni Bayreuth "für die Finanzierung des neu zu schaffenden Lehrstuhles Medizinmanagement verwendet" worden. Der neue Lehrstuhl wurde an der gleichen juristischen Fakultät angesiedelt, an der Guttenberg studierte.
Das Unternehmen aus Bad Neustadt ist mit der Familie zu Guttenberg eng verwoben. Der junge Karl-Theodor war vor dem Beginn seiner politischen Karriere ab 1994 in die Leitung der familieneigenen Münchener Beteiligungsgesellschaft Guttenberg GmbH tätig, zu deren Geschäftsführendem Gesellschafter er bestellt wurde. Seine Aufgabe war die Verwaltung des eigenen Vermögens. Daneben gehörte er von 1996 bis 2002 dem Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG an, an der die Familie etwa 26 Prozent der Stammaktien hielt. Im März 2002 gab die im MDax gelistete Gesellschaft bekannt: Die Hypovereinsbank habe die Anteile übernommen, die sich bislang in dem Besitz der Familie von und zu Guttenberg befunden hatten.
In einer umfangreichen Pressemitteilung weist Unternehmenssprecher Heck nun jeden Zusammenhang mit Guttenbergs Doktorarbeit von sich: Der Kooperationsvertrag sei vom Vorstand beschlossen worden. "Der Aufsichtsrat war zu keinem Zeitpunkt damit befasst."
Hochschule und Unternehmen erklären, Grundlage des Vertrages der beiden mit Techniker Krankenkasse und Freistaat sei das gemeinsame Interesse am Aufbau eines Lehrstuhls für Medizinmanagement und die Ausbildung qualifizierten Führungsnachwuchses für den Gesundheitssektor gewesen. Der auf fünf Jahre befristete Vertrag sah laut dem "Nordbayerischen Kurier" in Bayreuth die Anschubfinanzierung des damals neuen Studiengangs Gesundheitsökonomie an der Universität Bayreuth vor.
Ingesamt wurden für den Lehrstuhl 747.764,36 Euro aufgewendet. Der Vertrag sei ausgelaufen und nicht verlängert worden. Seitdem werde der Lehrstuhl vom Freistaat Bayern finanziert, betont auch die Uni Bayreuth. Der Rhön Klinikum AG wurden jährlich - bei Einhaltung der Zulassungsbedingungen - bis zu 15 Studienplätze für qualifizierten Führungsnachwuchs reserviert.
Laut Rhön-Klinikum wurde das Geld in gleichen Raten zur Deckung von anteiligen Personalkosten einschließlich Personalnebenkosten mit Vorsorgeaufwendungen zur Verfügung gestellt. "Die erste Rate wurde am 16.April 1999, die letzte Rate am 4. April 2006 überwiesen," sagt das Unternehmen.
Die einschneidenden Veränderungen im Gesundheitswesen erfordern laut Rhön-Klinikum AG wegen der immer komplexer werdenden Führungsaufgaben eine universitäre, ökonomische Ausbildung des Führungsnachwuchses. "Ein Zusammenhang mit anderen Vorgängen besteht nicht." Auch der Präsident der Universität Bayreuth, Rüdiger Bormann, sagte jetzt, die Finanzierung habe „nichts mit Sponsoring zu tun“.
Von unserem Redaktionsmitglied MANFRED SCHWEIDLER
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»Alle 63 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
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wastl-one (2135 Kommentare) am 28.02.2011 12:02
Ja, das trieft geradezu....wieder von "christlicher Nächstenliebe" - weiter so! - zeigen sie ihr wahres Gesicht!R. Sebastian, Würzburg |
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 28.02.2011 17:15
Yupp ... ausgrenzen, vertreiben, abschaffen, (ab)stürzen ...Richtig tolle Wünsche und verborgene Sehnsüchte christlicher *Nächstenliebe und Gesinnung*.Aber dann jede Verdorbenheit mit ein paar verlogenen SMIRK-Smilies als "Humor" tarnen ... naja, Fälscher unter sich. Ob GB, Flintstones oder andere Gesinnungsgenossen. LE |
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wastl-one (2135 Kommentare) am 28.02.2011 00:23
Die geistige Mitte...behaupten sie gepachtet zu haben, so wie viele die politische Mitte. Für mich intellektuell schon mehr als fragwürdig die eigene Werteordnung als die "Mitte" zu postulieren.. Mir scheint es beim Fall Guttenberg allerdings, dass ihnen jegliche Bewertungsfähigkeit abhanden gekommen ist.R. Sebastian, Würzburg |
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evakurt (2618 Kommentare) am 01.03.2011 00:40
Pachten kann man ...... da nichts. Aber manipulieren auch nicht. |
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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 28.02.2011 01:58
In der geistigen Mitte wird's langsam sehr eng ...... denn je mehr dorthin drängen, desto mehr stehen sich die Leute gegenseitig auf den Füßen. Das fördert aber keinen klaren Blick auf die Welt um einen herum. Da ist es schon besser mal ein paar Schritte nach außen zu treten, um wieder das GESAMTBILD zu erhalten.Aber das ist nur die Meinung eines Users, der ohnehin dafür bekannt ist, gegen den Mainstream zu schwimmen ... Doch nur so kommt man an die Quellen!
Goodnight & good luck! LE |
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