publiziert: 29.06.2012 00:53 Uhr
aktualisiert: 29.06.2012 17:23 Uhr
aktualisiert: 29.06.2012 17:23 Uhr
Text
Text
DIEBACH
Zwei Hallen abgebrannt: großer Schaden, Tiere außer Gefahr
-
(pp) Zwei landwirtschaftliche Hallen sind am späten Donnerstagabend in Brand geraten. Die Schadenshöhe dürfte nach ersten Schätzungen über hunderttausend Euro betragen. Die Brandursache ist unklar. Gegen 22 Uhr war das Feuer der Polizei gemeldet worden. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute und der Polizei standen die beiden circa 50 auf 100 Meter großen Hallen bereits voll in Flammen. Personen wurden nicht verletzt, da in den Gebäuden Stroh und Maschinen lagerten. Durch ein massives Aufgebot der umliegenden Feuerwehren und deren schnellen Eingreiftruppe konnte ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude verhindert werden. Auch mehrere hundert Rinder eines angrenzenden Stalles befinden sich außer Gefahr. Beamte der Kriminalpolizei Schweinfurt nahmen am Brandort die Ermittlungen auf. Bislang gibt es keine Erkenntnisse, warum der Brand ausgebrochen ist.Foto: Wolfgang Dünnebier
Bild von
Die echte Katastrophe brach etwa in der 55. Minute der EM-Begegnung Deutschland-Italien herein. Es gewitterte gegen 22 Uhr am westlichen Dorfrand von Diebach. Landwirt Reinhard Warmuth hörte einen trockenen Schlag. Kurz darauf standen Stroh- und Maschinenhalle der Familie lichterloh in Flammen.
Beide rund 100 mal 50 Meter großen Hallen brannten herunter. Inklusive Futter und Gerätschaften zur Versorgung von rund 250 Rindern. Der Schaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf 150 000 Euro. Noch in der Nacht nahm die Kriminalpolizei Ermittlungen auf. Nach ihren ersten Erkenntnissen hatte tatsächlich ein Blitz eingeschlagen.
Ihre Tiere zu retten, war die erste Sorge der Bauernfamilie. Das Vieh witterte Gefahr, brüllte herzzerreißend. Es musste gelingen, ein Übergreifen der Flammen auf den 30 Meter entfernten Stall zu verhindern. Zunächst kämpfte die Familie alleine mit einzelnen Augenzeugen, dann mit den eintreffenden Feuerwehren. „Zum Glück lagen da noch die Schläuche“, berichtet Reinhard Warmuth hinterher von den bangen Minuten. Damit waren vergangene Woche Rinder zur erfolgreichen Teilnahme an der Kreistierschau in Bad Königshofen gewaschen worden.
Jetzt waren diese Schläuche mit dem kühlenden Wasser aus dem hauseigenen Brunnen wohl Überlebens-Garanten. Das Feuer griff nicht auf dem Stall über. Nicht beizukommen war wegen der Hitzeentwicklung dem brennenden Heu. Zwei Helfer verbrannten sich beim spontanen Löscheinsatz an den Händen. Als die Feuerwehren kurz darauf eintrafen, standen die Hallen schon voll in Flammen. Probleme hatten sie mit der Wasserversorgung. Zum Anfang kam kaum Wasser aus den Feuerwehrschläuchen. Zwischendurch schwankte immer wieder der Druck in den Schlauchleitungen von Saale und Klingenbach.
Für den Notfall ließen knapp 120 Feuerwehrleute aus Diebach, Hammelburg, Wartmannsroth und Waizenbach sowie 15 Sanitäter den Fußballabend mittendrin sausen. Darunter auch Einsatzkräfte aus Bad Kissingen, Euerdorf und Oberthulba mit weiteren Tanklöschfahrzeugen.
Zum Teil noch mit aufgeschminkten Deutschlandfahnen im Gesicht und Fan-Trikots unter den Sicherheitsanzügen gaben sie alles. Für viele war es eine lange Nacht, weil immer wieder Flammen aufzüngelten. Wahrscheinlich das ganze Wochenende müssen Brandwachen vor Ort bleiben.
Mit abgebranntem Futterlager und ohne Maschinen steht die Landwirtsfamilie vor großen Herausforderungen. Rund acht Tonnen Heu brauchen ihre Rinder pro Tag, sagt Reinhard Warmuth. Über das Wochenende hilft ein Freund mit Fressbarem aus. 800 Heuballen sind verbrannt. Damit ist der Ertrag von über einem Jahr Erntearbeit auf 50 Hektar Betriebsfläche dahin.
Für das Durchstarten des Betriebes braucht es jetzt rasch eine Einwilligung der Brandversicherung, um die Trümmer zu beseitigen. Geduld ist sowieso gefragt: Es kann Tage dauern, bis die Reste des verschwelten Heus geborgen werden können. Sie entwickeln Hitze, die sogar Baggerschaufeln verbiegt
Beide rund 100 mal 50 Meter großen Hallen brannten herunter. Inklusive Futter und Gerätschaften zur Versorgung von rund 250 Rindern. Der Schaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf 150 000 Euro. Noch in der Nacht nahm die Kriminalpolizei Ermittlungen auf. Nach ihren ersten Erkenntnissen hatte tatsächlich ein Blitz eingeschlagen.
Ihre Tiere zu retten, war die erste Sorge der Bauernfamilie. Das Vieh witterte Gefahr, brüllte herzzerreißend. Es musste gelingen, ein Übergreifen der Flammen auf den 30 Meter entfernten Stall zu verhindern. Zunächst kämpfte die Familie alleine mit einzelnen Augenzeugen, dann mit den eintreffenden Feuerwehren. „Zum Glück lagen da noch die Schläuche“, berichtet Reinhard Warmuth hinterher von den bangen Minuten. Damit waren vergangene Woche Rinder zur erfolgreichen Teilnahme an der Kreistierschau in Bad Königshofen gewaschen worden.
Jetzt waren diese Schläuche mit dem kühlenden Wasser aus dem hauseigenen Brunnen wohl Überlebens-Garanten. Das Feuer griff nicht auf dem Stall über. Nicht beizukommen war wegen der Hitzeentwicklung dem brennenden Heu. Zwei Helfer verbrannten sich beim spontanen Löscheinsatz an den Händen. Als die Feuerwehren kurz darauf eintrafen, standen die Hallen schon voll in Flammen. Probleme hatten sie mit der Wasserversorgung. Zum Anfang kam kaum Wasser aus den Feuerwehrschläuchen. Zwischendurch schwankte immer wieder der Druck in den Schlauchleitungen von Saale und Klingenbach.
Für den Notfall ließen knapp 120 Feuerwehrleute aus Diebach, Hammelburg, Wartmannsroth und Waizenbach sowie 15 Sanitäter den Fußballabend mittendrin sausen. Darunter auch Einsatzkräfte aus Bad Kissingen, Euerdorf und Oberthulba mit weiteren Tanklöschfahrzeugen.
Zum Teil noch mit aufgeschminkten Deutschlandfahnen im Gesicht und Fan-Trikots unter den Sicherheitsanzügen gaben sie alles. Für viele war es eine lange Nacht, weil immer wieder Flammen aufzüngelten. Wahrscheinlich das ganze Wochenende müssen Brandwachen vor Ort bleiben.
Mit abgebranntem Futterlager und ohne Maschinen steht die Landwirtsfamilie vor großen Herausforderungen. Rund acht Tonnen Heu brauchen ihre Rinder pro Tag, sagt Reinhard Warmuth. Über das Wochenende hilft ein Freund mit Fressbarem aus. 800 Heuballen sind verbrannt. Damit ist der Ertrag von über einem Jahr Erntearbeit auf 50 Hektar Betriebsfläche dahin.
Für das Durchstarten des Betriebes braucht es jetzt rasch eine Einwilligung der Brandversicherung, um die Trümmer zu beseitigen. Geduld ist sowieso gefragt: Es kann Tage dauern, bis die Reste des verschwelten Heus geborgen werden können. Sie entwickeln Hitze, die sogar Baggerschaufeln verbiegt
(dübi)
Diesen Artikel
Die neuesten Kommentare
Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist abgelaufen. Sie können daher keine Beiträge zu diesem Artikel verfassen.
Anzeige
Gelesen
Kommentiert
|
|
OCHSENFURT Nach Unfall: Rettungshubschrauber am Haken |
|
|
ASCHAFFENBURG Zwei Vermisste nach Bootsunfall auf dem Main |
|
|
UNTERFRANKEN Wirts-Aus: Wirtshaussterben in Unterfranken |
|
|
WÜRZBURG Erst der Rausch – dann die Windel |
|
|
REGION WÜRZBURG Unfallreicher Auftakt ins Pfingstwochenende |
Aktuelle Leserkommentare
Aus dem Artikel: Wirts-Aus: Wirtshaussterben in Unterfranken
Scharen von Nichtrauchern...
von semistarAnzeige
Zeichen setzen
Förderpreis für
engagierte Bürger Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr
engagierte Bürger Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr
Daily X
Die Jugendseite der Main-Post
Täglich aktuell, täglich lesenswert. »mehr
Prospekte
Beilagen
Main und Meer
Die Bayerische Landesausstellung "Main und Meer" ist vom 9. Mai bis 13.Oktober 2013 in der Kunsthalle in Schweinfurt zu sehen. »mehr

Wetter















