Mein Garten & ich

    
    
Mein Garten & ich: Das Glück ist ein exotischer Gast

Mein Garten & ich: Am liebsten rundum sorglos

Auf diesen Winkel des Gartens schaut man als Erstes, wenn man unser Haus betritt. Bis vergangenen Herbst verlor sich der Blick durch die Verandatür im dunklen Laub einer Bluthasel, die ich nur mit alljährlichem radikalen Rückschnitt in Zaum halten konnte. So war das, bis im Herbst die Gärtner mit dem Bagger zur Umgestaltung anrückten. Seitdem ist es lichter geworden auf der Ostseite des Hauses. Anstatt der Bluthasel steht dort jetzt eine Glanzmispel. Diese wintergrüne Pflanze überstand zwar den Winter grün, aber jetzt ist alles Leben aus ihr gewichen, die Blätter hängen schlaff und braun herab – ein grauenhafter Anblick. Ein Ersatz muss her, aber was? »mehr
    
    
Mein Garten & ich: Das Glück ist ein exotischer Gast

Mein Garten & ich: Küchenschelle ist wieder da

Die Verzweiflung der Landwirte über die anhaltende Trockenheit in diesem Frühjahr kann ich gut verstehen. Ich möchte nämlich endlich Rasen auf kahlen Stellen rund um die neu verlegte Terrasse und die im Spätherbst gebaute Gartentreppe ansäen. In Erwartung einiger Tropfen Regen wollte ich dieser Tage die Ansaat vornehmen. Beherzt greife ich zur Hacke, um den Boden für den Grassamen zu locken. Doch die Hacke prallt auf der zu Beton verbackenen Erde ab. Einzig Löwenzahn hat auf diesen Brachflächen Fuß gefasst. Seine Blüten konkurrieren allerliebst mit gelben Narzissen. Ich lege die Hacke wieder weg und warte weiter auf Regen. »mehr
    
    
Mein Garten & ich: Das Glück ist ein exotischer Gast

Mein Garten & ich: Die Schönste im ganzen Land?

Ich habe meine ganz persönliche Sträucher-Hitliste: Mal ganz abgesehen davon, dass ich immer die am schönsten finde, die gerade blühen, steht auf Platz eins unangefochten die Blutpflaume, und zwar genauer gesagt Prunus cerasifera nigra. Möglicherweise spielen bei meiner Vorliebe für diesen Strauch auch Kindheitserinnerungen eine Rolle, denn eine Blutpflaume zierte den Garten meiner Eltern. Später, in einer Mietwohnung vor den Toren Würzburgs, beschattete eine riesige Blutpflaume mein Fenster. »mehr
    
    
Mein Garten & ich: Das Glück ist ein exotischer Gast

Mein Garten & ich: Pinseln und hacken

Was macht der Hobbygärtner im Frühling? Damit, darauf zu warten, dass es wächst, ist es ja schließlich nicht getan. Obwohl das auch sehr spannend sein kann. Zum Beispiel hat mir ein Freund vergangenen Herbst einen großen Batzen von seiner Rhabarberstaude abgestochen. Die Mutterstaude in Goßmannsdorf am Main spitzte schon vor mehr als 14 Tagen aus dem Boden, bei mir aber zeigt sich noch nichts. Hat der Ableger überlebt? Wird es diesen Sommer Rhabarberkuchen geben? Und all diese marode aussehenden Rosen, die traurig die Blätter hängen lassende Glanzmispel, die verwüstete Grünfläche, die den Namen Rasen momentan überhaupt nicht verdient: Haben sie diesen für die Vegetation extrem ungesunden Kahlfrost-Winter überstanden? »mehr
    
    
Mein Garten & ich: Das Glück ist ein exotischer Gast

Mein Garten & ich: Der rasierte Gartenteich

Ich wundere mich immer, wie sich das Wetter im kollektiven Rückblick verändert. Zum Beispiel, wenn die Leute jetzt sagen, es sei so ein langer, harter Winter gewesen. Hallo? Ich darf Sie nur einmal an die milde Brise im Januar erinnern, bei der die Rosen noch Knospen trieben, die Vögel zwitscherten und die Äcker im frühlingshaften Grün schimmerten. Der Frost, der dann über uns hereinbrach, hatte es zwar zugegebenermaßen in sich. Trotzdem war das Zeitfenster, das Schilfgras zu mähen und dafür den gefrorenen Gartenteich zu betreten, nicht allzu groß. Vergangenes Jahr hatte ich diese wichtige Arbeit versäumt. Die Folge war, dass der Teich im Frühjahr und Sommer von dürren Stängeln bedeckt war und ich den doppelten Zeitaufwand hatte, um das abgestorbene Schilf abzufischen. Dieses Jahr habe ich besser aufgepasst. Arbeiter der Stadt Würzburg gaben den Startschuss. Sie mähten den Schilfgürtel am Seelein im Stadtteil Heuchelhof, woraufhin auch ich in meinem Garten zur Tat schritt. Eine Zeit lang habe ich mich mit Hecken- und Gartenschere abgemüht, schließlich aber zum Schneeschieber gegriffen. Ratzfatz war der Teich rasiert. Der elfjährige Sohn meiner Freundin, die mich kurz darauf besuchte, hat prompt seine Schlittschuhe ausgepackt und auf dem blanken Eis seine Pirouetten gedreht – wenn auch mit kleinem Wendekreis. »mehr
    
    
Mein Garten & ich: Das Glück ist ein exotischer Gast

Mein Garten & ich: Laufenten im Daunenanorak

Als Gartenfreund interessiert mich natürlich das Wetter ganz besonders. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auf einen fränkischen „Wetterfrosch“ aufmerksam machen: den in Herzogenaurach lebenden Physiker Stefan Ochs. Wenn Sie eine E-Mail-Adresse haben, können Sie sich von www.wetter ochs.de täglich kostenlos eine Vorhersage für das Wetter in Franken zuschicken lassen. Dort erfährt man neben dem aktuellen und ortsbezogenen Wetterbericht unter anderem so wissenswerte Dinge, wie tief der Boden gefroren ist und mit welcher Eindringtiefe des Frostes in den nächsten Tagen zu rechnen ist. Bis zum Wochenende soll der Boden bis zu 50 Zentimeter tief durchfrieren. Wer also seine Gartenwasserleitungen noch nicht geschützt hat – jetzt ist es eh zu spät. »mehr
    
    
Mein Garten & ich: Das Glück ist ein exotischer Gast

Mein Garten & ich: Rabatten werden zu Beeten

Was ich kürzlich über die britische Kleinstadt Todmorden erfahren habe, hat sich richtig paradiesisch angehört. In Todmorden streben die Bürger die völlige Selbstversorgung im Bereich Lebensmittel an. Um autark zu werden, bepflanzen Hobbygärtner jeden Flecken Erde mit Früchten und Gemüse – und zwar nicht nur in privaten Gärten. Genutzt werden auch öffentliche Flächen, Blumentröge, Brachen und Parks. Freiwillige jäten, gießen und pflegen die Gemüsepflanzen und Kräuter. Im Gegenzug darf jeder ernten. Ich war noch nicht selbst dort und kann also nicht bezeugen, dass es funktioniert. Aber dem Vernehmen nach respektieren die Leute die selbst erzeugten Produkte und jeder nimmt nur so viel, wie er braucht. Es heißt, das Gemeinschaftsgefühl habe sich verbessert und die Menschen schätzten die Lebensmittel, interessierten sich dafür, wie die Nahrung wächst und gedeiht. Inzwischen hat das vor drei Jahren gestartete Programm „Incredible Edible“, auf deutsch: „Unglaublich essbar“, Nachahmer in etlichen anderen englischen Städten und auch international gefunden. Ähnliche Aktionen laufen auch unter dem Stichwort „Guerilla Gardening“. Wie wäre es, wenn dieses schöne Beispiel für Eigeninitiative, Solidarität und ein Leben im Einklang mit der Natur auch bei uns Einzug hielte? »mehr
    
    
Mein Garten & ich: Das Glück ist ein exotischer Gast

Mein Garten & ich: Raupe und Küchenschelle

Wie es weitergegangen ist mit dem Bagger in unserem Garten? Nicht ohne Kollateralschäden, so viel sei schon mal vorneweg verraten. Zur Erinnerung: Um zu groß gewordene Sträucher zu entfernen und wegen diverser anderer Arbeiten hatten wir diesen Herbst professionelle Helfer engagiert. Das Team ist mit einem Raupenminibagger angerückt und hat in Rekordtempo Haselnuss, Schlehe und Heckenrose gerodet, wo wir stundenlang die Spitzhacke hätten schwingen müssen. Der trockene November hat die Arbeiten erleichtert: Unser lehmiger Boden, der bei Nässe schrecklich patzt, hat die Wurzelstrünke ohne Gegenwehr freigegeben. So weit, so gut. Doch als einer der Arbeiter das Gerät die Böschung hinunterlenkt, hat er wohl deren Neigung unterschätzt. Zum Glück hat sich der Bursche nicht verletzt, als der Bagger umkippte. Die Bergung der tonnenschweren Maschine gestaltete sich auch recht spannend. Traurig nur, dass dabei meine heiß geliebte rote Küchenschelle unter des Baggers Raupe geraten ist. Ich hätte sie vorher ausgraben sollen. »mehr
    
    

Mein Garten & ich: Angst vor dem Bagger

Ich kann mich noch genau erinnern, wie unser Garten am Anfang aussah: ein Haufen Dreck und Steine, in der Mitte die Baugrube fürs Haus. Dann stand das Haus und außen rum war alles öd und leer. Dann wurde gepflanzt: Schlehen, Haselnusssträucher, Walnussbaum, Heckenrosen, Liguster, Rosmarinweide, Apfeldorn, Sommerflieder. Zwei Jahre lang habe ich gezweifelt, ob das alles jemals wachsen wird. Dann ging es los. Mittlerweile sind zwölf Jahre ins Land gezogen, die Büsche gewuchert, die Rasenfläche geschrumpft und die Schatten länger. Sich gegen die grünen Wände zu behaupten, artet in Sisyphusarbeit aus. „Die großen Sträucher müssen raus“, sage ich zu Hubert. Zum Glück ist er meiner Meinung. Wir wollen Böschungsmyrte statt Hainbuche, Beetrose statt Haselnuss, Rosenspiere anstatt der garstigen stachligen Schlehe, die außerdem noch ständig Wildtriebe ins Rennen schickt. Nein, die Spitzhacke zum Wurzeln ausgraben wollen Hubert und ich nicht selber schwingen. Ich gebe es zu: Wir haben professionelle Helfer engagiert. Jetzt fürchte ich mich vor dem Bagger. »mehr
    
    

Mein Garten & ich: Ohrwürmer auf dem Vormarsch

Sämtliche volkstümliche Namen für Ohrenkneifer, -schlüpfer, -höhler, -zwicker führen total in die Irre. Ohrwürmer krabbeln nicht in Ohren und beißen sich dort fest. Diese Insekten sind für Menschen ungefährlich und gelten als ausgesprochen nützlich bei der Bekämpfung von Pflanzenschädlingen wie Blattläusen und Schmetterlingsraupen. Trotzdem können die von der Natur nicht mit einem ansprechenden Äußeren beschenkten Tierchen durchaus lästig sein. Zurzeit sind sie das. Denn sie bleiben nicht dort, wo sie nützlich sind, sondern kommen stattdessen vermehrt ins Haus. Und da hört der Spaß bei mir auf. Hänge ich das Oberbett über das Balkongeländer und hole es herein, ohne es kräftig auszuschütteln, schüttelt es mich, wenn ich abends die Bettdecke zurückschlage und ein Sechsfüßer über das Leintuch hastet. Auch in der Küche mag ich die Tierchen nicht. Da nützt es nichts, dass ich mich inzwischen kundig gemacht und herausgefunden habe, wie man Männchen und Weibchen bei dieser Spezies auseinanderhält: Bei den männlichen Tieren sind die Hinterleibsfäden stark gebogen, bei den weiblichen gerade. Gleichviel: Geht man beim Vertreiben der Tiere tollpatschig zu Werke, kann es sein, dass sie ihre Stinkblase entleeren und ein unangenehm nach Karbol riechendes Sekret freisetzen. Igitt! Der Höhepunkt war ein Ohrwurm, der irgendwie den Weg in den Wasserbehälter meines Dampfbügeleisens gefunden hatte. Weil dieser Weg eine Einbahnstraße war, verendete das Krabbeltier. Die Leiche war für mich unerreichbar, und so verweste sie in dem Wassertank, was meiner Bügelwäsche geraume Zeit ein merkwürdiges Odeur verliehen hat. Inzwischen habe ich ein neues Bügeleisen mit einer verschließbaren Öffnung des Wassertanks. Ohrwurmsicher, sozusagen. »mehr
    
    

Mein Garten & ich: Häcksler mit Verstopfung

Inzwischen müssen wir unsere Sträucher regelmäßig auslichten, sonst werden wir zugewuchert. Und das Schnittgut soll dann möglichst schnell verschwinden. Ohne Häcksler geht es nicht - da sind Hubert und ich uns einig. Weil das alte Gerät aus dem Nachlass meines Vaters schwächelt, schauten wir uns nach einem neuen um. Es gibt zwei Sorten von Häckslern: Messerhäcksler und Leisehäcksler. Daraus darf man mit Recht schließen, dass Messerhäcksler laut sind. Deshalb und auch weil Leisehäcksler aufgrund ihrer Walzentechnik die Äste selbsttätig einziehen, erstanden wir einen Leisehäcksler. Testberichte und Anwenderkommentare im Internet gaben den Ausschlag für ein nicht eben billiges Gerät, das aufgrund seiner "innovativen Technik" in der Lage sein soll, Äste bis 4,5 Zentimeter Durchmesser, Laub und krautiges Grünzeug problemlos zu schreddern. Soweit die Theorie. Beim Praxiseinsatz in unserem Garten verstopft das Gerät. Stecker ziehen, Einfülltrichter demontieren, Verstopfung beseitigen. Beim dritten Mal geht mir das schon recht flott von der Hand. Trotzdem beschließen wir, das Gerät zurückzugeben. Erfreulicherweise bekommen wir unser Geld anstandslos zurück. Allerdings brauchen wir jetzt wieder einen Häcksler . . . Ich halte Sie auf dem Laufenden. »mehr
    
    

Mein Garten & ich: Schnittlauch bitte ohne Bakterien

Ich gebe zu, dass ich früher unbedacht und leichtsinnig war. Früher heißt: vor dem Ausbruch der jüngsten EHEC-Epidemie, die so viele Menschen krank gemacht hat. Früher also habe ich Gemüse mit Teichwasser gegossen, obwohl in diesem Teich unsere Laufenten schwimmen und natürlich auch gelegentlich hineinsch . . . Für den Schnittlauch und die Petersilie habe ich Dachwasser aus der Regentonne genommen. Dabei habe ich geflissentlich ignoriert, dass auf dem Dach öfter Vögel sitzen, deren Hinterlassenschaften mit dem Regenwasser in die Tonne gespült werden. Es muss ja nicht unbedingt EHEC sein - Infektionskrankheiten wie Campylobacteriose, Salmonellose oder Ornithose reichen auch schon für einen fiesen (Brech-)Durchfall oder für eine grippeartige Allgemeinerkrankung. Mit Trinkwasser aus der Leitung zu gießen, lehnen viele Gärtner mit dem Argument ab, es sei zu kalt für die Pflanzen. Wenn man aber Leitungswasser lange genug in einer sonnengewärmten Tonne stehen lässt, vermehren sich auch darin Keime, die der Gesundheit abträglich sein können. Wie ich es jetzt mache? Ich passe auf, dass ich beim Gießen - egal mit welchem Wasser - nur den Wurzelbereich bediene, nicht "über Kopf" gieße. Was roh gegessen wird, also Petersilie oder Erdbeeren, soll möglichst nur mit frischem Leitungswasser in Kontakt kommen, bei Kochgemüse darf es zum Gießen Regenwasser aus der Tonne sein. Aber bevor Sie jetzt in Bakterienpanik verfallen: Es kann gut sein, dass es Experten gibt, die mein Infektionsszenario für total überzogen halten. »mehr
    
    

Mein Garten & ich: Das Weizenbier danach

Schwüle, Sonne, Regen, laue Nächte = Wachswetter. Alles wuchert, natürlich auch das Unkraut und vor allem der Rasen. Kennen Sie das Gefühl, der grünen Wildnis nicht mehr Herr zu werden? Nicht mehr nachzukommen mit dem Mähen, Jäten, Sträucher in Zaum halten? Da hilft jetzt nur eins: dranbleiben und jeden Tag ein Stündchen im Garten werkeln, schließlich ist es ja abends lange hell. Während ich also nach einem langen Arbeitstag im Büro in unserem eher weitläufigen Garten zwischen Nacht und Dunkel den Rasenmäher hin und her schiebe, schaut Hubert missbilligend ob des Krachs, findet ohnehin, dass es "noch gar nicht nötig gewesen" wäre, und lässt es auch sonst nicht an Ermunterung fehlen. Nach vollbrachter Tat bin ich total verschwitzt und es gelüstet mich nach einem kühlen Weizenbier. "Bring mir eins mit", sagt er. »mehr
    
    

Main Garten & ich: Dem Nutzgarten die Treue halten

Was ich eigentlich erwartet hatte, weiß ich nicht. Vielleicht ein bisschen Laubenromantik, wenigstens ein Sitzbänkchen. Nichts dergleichen enthält der noch frühlingsnackte Garten, den mir ein Freund kürzlich stolz präsentierte. Seit über 40 Jahren bewirtschaftet er diese gepachtete Scholle - für den flüchtigen Betrachter nicht mehr als eine Baulücke. Aber die Erde ist fruchtbar, und von 600 Quadratmetern Nutzgarten mit Himbeeren und Erdbeeren ist ein beträchtlicher Ertrag zu erzielen. Er hat die fünfköpfige Familie genährt, jetzt auch die Enkel. Mein Freund will ihn nicht aufgeben, obwohl er an seinem Haus noch einen Ziergarten und bei seiner Tochter ein weiteres Stück Land zu betreuen hat. Hier in der Baulücke, im Flusstal des Mains, sei die Erde besser, wehrt er die Vorschläge seiner Kinder ab, jetzt mit seinen über 70 Jahren dieses arbeitsintensive Stück Land abzustoßen. Ich kann's verstehen. Diese Erde, ein steinloser lehmiger Schwemmlandboden, meint es sicher gut mit jedem Samenkorn. Die Karotten würden soooo lang und ganz gerade, erzählt der Gärtner und zeigt auf die noch winzigen Sämlinge. Gärtnern besteht halt zu einem guten Teil aus Optimismus und einem erwartungsvollen Blick in die Zukunft. Dafür braucht es keine Gartenlaube. Und für Huberts Tomaten hat der versierte Hobbygärtner noch einen Tipp parat: Ein Kupferdraht durch den Stiel getrieben soll vor Braunfäule schützen. Wir probieren es aus. »mehr
    
    

Main Garten & ich: Liebe auf den zweiten Blick

Ich schätze ein klares Wort. Opportunisten sind mir ein Gräuel. Auch und gerade unter Verkäufern. Allzu offensichtlich ist oft deren Bemühen, dem Kunden nach dem Mund zu reden, ihn lediglich in seiner Ansicht zu bestärken und damit das jeweilige Produkt besser an den Mann respektive die Frau zu bringen. Warum ich das hier anmerke? Weil ich neulich in einem Gartenmarkt war, um Pflanzen für einen Blumenkübel vor der Haustür zu erstehen. Die meisten Kübel- und Balkonpflanzen sind ja Sonnenkinder, der Platz vor meiner Haustür liegt aber die meiste Zeit des Tages im Schatten. Ich wende mich also an eine Verkäuferin und frage nach "Schattenpflanzen". Sie runzelt die Stirn und bedenkt mich mit einem strengen Blick. "Alle Pflanzen mögen Sonne", sagt sie. Schließlich empfiehlt sie mir Fuchsien. Ich erkläre ihr, dass ich Fuchsien nicht so gern mag. "Das ist Ihr Problem", konstatiert sie gänzlich undiplomatisch - und hat mich damit restlos überzeugt. Ich habe die Fuchsien gekauft und inzwischen finde ich diese Nachtkerzengewächse richtig hübsch. Manchmal verliebt man sich eben erst auf den zweiten Blick. Ich schätze ein klares Wort. Opportunisten sind mir ein Gräuel. Auch und gerade unter Verkäufern. Allzu offensichtlich ist oft deren Bemühen, dem Kunden nach dem Mund zu reden, ihn lediglich in seiner Ansicht zu bestärken und damit das jeweilige Produkt besser an den Mann respektive die Frau zu bringen. Warum ich das hier anmerke? Weil ich neulich in einem Gartenmarkt war, um Pflanzen für einen Blumenkübel vor der Haustür zu erstehen. Die meisten Kübel- und Balkonpflanzen sind ja Sonnenkinder, der Platz vor meiner Haustür liegt aber die meiste Zeit des Tages im Schatten. Ich wende mich also an eine Verkäuferin und frage nach "Schattenpflanzen". Sie runzelt die Stirn und bedenkt mich mit einem strengen Blick. "Alle Pflanzen mögen Sonne", sagt sie. Schließlich empfiehlt sie mir Fuchsien. Ich erkläre ihr, dass ich Fuchsien nicht so gern mag. "Das ist Ihr Problem", konstatiert sie gänzlich undiplomatisch - und hat mich damit restlos überzeugt. Ich habe die Fuchsien gekauft und inzwischen finde ich diese Nachtkerzengewächse richtig hübsch. Manchmal verliebt man sich eben erst auf den zweiten Blick. »mehr
    
    

Mein Garten & ich: Von wegen Mundraub

Über den verheerenden Frost Anfang Mai haben ja schon viele lamentiert. In unserem Garten hat er vor allem den Walnussbaum gezwickt. Nachdem schon vergangenes Jahr so gut wie keine Nüsse zu ernten waren, ist auch heuer wieder Fehlanzeige. Allerdings nicht überall. Die frostige Kaltluft floss bevorzugt in Niederungen und Täler. Nussbäume auf Anhöhen wurden verschont und hängen voller Früchte. Auf diese Exemplare konzentriert sich jetzt das Interesse von „Spaziergängern“, was nicht jeder Nussbaumbesitzer leiden mag. Vorsicht: Der Mundraubparagraf wurde schon vor geraumer Zeit abgeschafft. Nüsse mitzunehmen, gilt schlicht als „Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen“ und wird strafrechtlich verfolgt, wenn man angezeigt wird. »mehr
    
    

Mein Garten & ich: Zwetschgen am liebsten flüssig

Pflaumenkompott, Zwetschgenkuchen, Powidltatschgerl – ich denke jetzt öfter an das herbstliche Kochrepertoire meiner Mutter. Denn nach einem Jahr Fehlanzeige bei der Abteilung Prunus domestica ist heuer wieder ein extrem gutes Pflaumenjahr. Die Bäume biegen sich, der eine oder andere Ast ist schon unter der Last seiner Früchte zusammengebrochen. Pech nur, dass weder Hubert noch ich scharf sind auf Pflaumenkompott oder Powidltatschgerl – was ein österreichischer Ausdruck ist für mit Pflaumenmus gefüllte Teigtaschen. Wahrscheinlich haben wir beide in unserer Kindheit eine Überdosis abbekommen. Kuchen geht noch, aber der hat unglücklicherweise die eine oder andere Kalorie. Also setzen wir wieder unseren Dörrapparat in Bewegung, denn Hutzeln in der Schweinebratensoße oder im Lammragout sind echt delikat. Weil man so aber nicht mit ein bis zwei Zentnern Zwetschgen fertig wird, läuft es am Ende auf die Destille hinaus. Und dieses „flüssige Obst“ ist erstens je älter desto besser und zweitens überaus beliebt, sodass man sich um Überschüsse keine Sorgen zu machen braucht. »mehr
    
    

Mein Garten & ich: Wollüstige und tapfere Tomaten

Seitdem ich diese wollüstig-prallen Tomaten gesehen habe, auf der Gartenschau in Kitzingen, kommen mir die Stauden in unserem Garten kümmerlich und zurückgeblieben vor. Am Kitzinger Mainufer baumeln die Paradeiser in dicken Zöpfen von Stauden, die so bestockt und wüchsig sind, als hätte dieser Sommer schon unendlich viele Sonnenstunden zu bieten gehabt. „Blaukorn“, so die knappe Auskunft des Tomatenbeetbetreuers auf unsere staunende Frage nach dem Erfolgsgeheimnis. Eilig erstehen wir in einem Gartenmarkt den genannten Dünger. Hubert will gleich die ach so preisgünstige Großpackung nehmen, wovon ich ihn gerade noch abhalten kann. Bisher hatten sich unsere Tomaten immer mit einer Handvoll Hornspänen im Pflanzloch zufrieden gegeben. »mehr
    
    

Mein Garten & ich: Über Ursache und Wirkung

Irgendwie ist meine Rechnung nicht aufgegangen. Sie erinnern sich vielleicht: Ich hatte mich im Frühjahr sehr über den Besuch der Kröten in unserem Teich gefreut. Die laichten dort ab und bald entwickelten sich Kaulquappen. Auch Molche sichtete ich im Tümpel. Um das Getier zu schonen und ihm eine reelle Chance auf die notwendige Metamorphose zum Landtier zu gewähren, musste unser Laufentenpärchen vorübergehend auf das Bad im Teich verzichten. Denn Enten fressen Kaulquappen und Molche wohl genauso gern wie Nacktschnecken und Regenwürmer. Also blieben die Enten in einem abgesperrten Bereich auf dem Trockenen. Erstaunlich nur, dass die Kaulquappen trotzdem immer weniger wurden. Sonnten sich anfangs Myriaden von ihnen in den Flachwasserstellen, konnte man sie zu zuletzt an beiden Händen abzählen. Das Vierfüßlerstadium hat wohl keines der Tierchen erreicht. »mehr
    
    

Mein Garten & ich: Was alles schon gegessen ist

Alle reden von den Weinstöcken, denen der späte Frost vergangene Woche übel mitgespielt hat. Aber kaum einer macht sich Gedanken über die Walnussbäume. Richtig gruslig sehen manche Exemplare aus. Die erfrorenen schwarzen Blätter hängen wie tote Vögel an den Ästen, auch in meinem Garten. „Die . . . sind heuer schon gegessen“, pflegte meine Schwiegermutter in spe, Gott hab sie selig, immer zu sagen, wenn bei einer Kultur offensichtlich eine Missernte zu erwarten war. Zwar war das Thermometer im Frühjahr 2010 nicht ganz so krass im Minusbereich, doch auch im letzten Herbst hat es kaum Walnüsse gegeben, weil ein Frost in die Blüte gefahren war. Deshalb sind meine in der Saison 2009 gut gefüllten Nussdepots mittlerweile ziemlich aufgebraucht. »mehr
    
    
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