publiziert: 23.01.2012 15:20 Uhr
aktualisiert: 23.01.2012 16:24 Uhr
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Pelzig engagiert sich

Soziale Projekte der Mediengruppe: Zeichen setzen, Fair ist mehr, Aktion Patenkind

2012 wird das Jahr des Sparens. Dies prophezeit der Kabarettist Frank Markus Barwasser in seiner Rolle als Erwin Pelzig. In einer Zeitung habe er Spartipps gelesen wie: Pferdebesitzer sollten sich beim Bäcker billiges altbackenes Brot holen. Bloß wofür? Fürs Pferd oder für sich selber? Barwasser, nicht erst seit seinem Engagement in der ZDF-„Anstalt“ bundesweit bekannt, war im Dezember als Ehrengast zur Preisverleihung der Aktion „Zeichen setzen“ nach Würzburg gekommen und nutzte die Bühne für satirisch-scharfe Rück- und Ausblicke.

Als Erwin Pelzig gratulierte er den Preisträgern und schickte sie dann fränkisch-freundlich weg, um sich den Vertretern der Banken in der ersten Reihe zuzuwenden: „Auch die Banken haben's schwer.“ Ihre Verkäufer stünden unter hohen psychischen Belastungen, wenn sie den Kunden ihre Produkte verkaufen sollten. Ob sie nicht Leute aus der Touristik oder der Gastronomie anwerben wollten, fragte Erwin Pelzig hinterlistig. Die könnten doch alles verkaufen.

Aber auch die anwesenden Redakteure bekamen ihr Fett ab: Sie sollten nicht immer von Staatsschuldenkrise schreiben, die gebe es doch gar nicht, sondern von Bankenschuldenkrise. Denn die Bankenrettung habe die Staaten um ihr Geld gebracht. „Wir haben die Erpresser gerettet, damit sie ihre Tätigkeit fortsetzen können.“

Überhaupt gebe es kein Vertrauen mehr. 97 Prozent vertrauen der Feuerwehr: „Also hat's bei drei Prozent gebrannt.“ Sechs Prozent hingegen vertrauen Politikern. Umkehrschluss: 94 Prozent waren schon mal wählen. Dabei wundere es ihn, dass die Leute so ruhig bleiben. Die Franzosen hätten Protestkultur. Der Deutsche balle gerade mal die Faust, wenn im Supermarkt die Schlange zu lang sei: „Zweite Kasse aufmachen!“ Pelzig bitter: „Der Held der Schlange“. Ein Franzose würde gehen, ohne zu zahlen und die zweite Kasse auch noch mitnehmen. Aber wir Deutschen seien ja eine Konsensgesellschaft und wählten immer das kleinere Übel.

Alle Parteien wollten den Bürger mitnehmen, so wie die SPD: „Und warum ist der Schröder damals ohne uns losgegangen?“ So wie die Union: „Merkel und Seehofer, was ist das für eine Reiseleitung?“ Den meisten Spott bekam die FDP ab: „Die FDP geht sehenden Auges in den Untergang und hält an ihren Idealen fest. Nur greift sie ins Leere! Was dem Beinamputierten der Phantomschmerz, ist der FDP der Charakter!“

Eine gute Seite wusste er der Eurokrise doch abzugewinnen: Angst hat immer gezwungen, etwas Neues auszuprobieren. „Nur wer die Hosen voll hat, sucht den frischen Wind.“ Und er warnte, vielleicht wird alles noch viel schlechter! „Warum sollen wir uns heute umbringen, wenn es morgen viel bessere Gründe dafür gibt?“

Schließlich outete sich Pelzig als ehrenamtlich Tätiger: „Ich gehe zu einer Großbank und sage, ich habe eine Million von meiner Tante geerbt.“ Dann werde ihm Private Banking angeboten und es geht in die Nobeletage zu Häppchen und Sushi. „Dann sage ich, die Tante ist ein Onkel und der lebt noch: Denn solange ich da sitze, können die keinen anderen übern Tisch ziehen.“

Der Auftritt Barwassers vor rund 200 Gästen im Kasino der Main-Post krönte die Preisverleihung der Aktion „Zeichen setzen“, die bereits im neunten Jahr durchgeführt wurde. Ins Leben gerufen wurde sie 2003 auf Initiative und in Kooperation mit Michael Koch, dem damaligen Leiter der Erwachsenenbildung Klaus von Flüe (Münsterschwarzach).

15 vorbildliche ehrenamtliche Initiativen wurden in diesem Jahr in einer Serie in der Zeitung vorgestellt, Vertreter aller Gruppen waren zum Ehrenabend gekommen. Vier Initiativen wurden ausgezeichnet. „Das ist ein beachtliches Zeichen der Stärke, das die Region damit setzt“, lobte Chefredakteur Michael Reinhard das Engagement der Bürger.

Den Großen Förderpreis übergab Klaus Vikuk von der Castell-Bank an Martina Mirus von der Hospizgruppe der Malteser. Joachim Erhard, Vorstand der Bürgerstiftung Würzburg und Umgebung der VR-Bank Würzburg, verlieh den Förderpreises an Ars Musica Aub. Für das Lernwerk Volkersberg übergab Claus Schreiner zusammen mit der Leiterin des Lernwerks, Martina Reinwald, den Sonderpreis an Christa Hüllmandel vom Dorfladen Unsleben. Theresa Keidel von der Selbsthilfekoordination (Seko) Bayern übergab den Sonderpreis der Mediengruppe Main-Post an das Internetportal „Intakt“. Foto: Chris weiss

    
    

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