Rock im Park

aktualisiert: 01.06.2011 11:47 Uhr
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WÜRZBURG
Rauschende Party des Rock'n'Roll
Erstmals in ihrer fast 20-jährigen Geschichte waren die größten deutschen Musikfestivals, Rock am Ring in der Eifel und Rock im Park in Nürnberg, im Vorfeld ausverkauft. Die verschiedensten Spielarten des Rock'n'Roll und insgesamt 140 000 Besucher feierten eine rauschende Party.
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Ein Musikfan hat am Freitag (01.06.2007) in Nürnberg (Mittelfranken) "Rock im Park" auf seinen Oberkörper geschrieben. Zum elften Mal stehen bei dem Festival weltberühmte Größen der Pop- und Rockszene auf der Bühne. Foto: Armin Weigel dpa/lby +++(c) dpa - Bildfunk+++dpa -
Gitarrist Terry Balsamo von der Band "Evanescence" spielt mit wehender Mähne am Freitag (01.06.2007) bei dem dreitägigen Musikfestival "Rock am Ring" als Late Night Special auf der Alternastage. Das Festival war bereits im Vorfeld ausverkauft. Erwartet werden bis zum Sonntag mehr als 80.000 Fans. Es treten mehr als 85 Bands auf drei Bühnen auf. Foto: Harald Tittel dpa/lrs +++(c) dpa - Bildfunk+++dpa
Erstmals in ihrer fast 20-jährigen Geschichte waren die größten deutschen Musikfestivals, Rock am Ring in der Eifel und Rock im Park in Nürnberg, im Vorfeld ausverkauft. Die verschiedensten Spielarten des Rock'n'Roll und insgesamt 140 000 Besucher feierten eine rauschende Party.
Gelbe Säcke als Ganzkörper-Bekleidung oder Sitzmöbel - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn es gilt, Regen und Matsch zu trotzen. Trotz der dunklen Wolken, die sich des öfteren drohend über den Bühnen zusammenbrauten, blieb es weitgehend trocken an allen drei Festival-Tagen auf dem Nürnberger Zeppelinfeld. Dementsprechend positiv fällt die Bilanz der Veranstalter aus. Rund 60.000 in Nürnberg, rund 80.000 - ausverkauft hie wie dort.
Dabei hatten die Zwillings-Festivals in der Vergangenheit größere Namen aufgefahren als in diesem Jahr. Aber den eingefleischten Festival-Gängern scheint das egal. "Das Wetter war im April so geil, dass wir beschlossen haben, schon jetzt den Festival-Sommer zu eröffnen", sagt Michi, der mit seinen Kumpels aus Miltenberg angereist ist, während er mit einer Plastikgabel auf dem Einweg-Grill herumstochert. Das "Ausverkauft" führen die Veranstalter nicht nur auf das der Karten-Kauflust offenbar enorm förderliche Sommerwetter im Frühjahr zurück, sondern auch auf das nicht ausschließlich mit Stadion-Headlinern protzende Programm: "Festivals wie diese haben ein junges Publikum, und das honoriert unser Konzept mit jungen, topaktuellen Bands."
Natürlich lockten nicht zuletzt die amerikanischen Nu-Metaller Linkin Park zahlreiche Besucher nach Nürnberg und in die Eifel. "Das ist die geilste Band der Welt", sagt Philipp und präsentiert stolz seinen Rucksack, auf dem in grauen Lettern das Logo der Band prangt. Er hat sich mit seinem Kumpel bis vor an die Absperrung gekämpft. Die 17-Jährigen kennen jede Textzeile, schreien sie ihren Helden auf der Bühne entgegen und springen dabei mit glänzenden Augen auf und ab. Das Publikum ist jung, sehr jung _ und friedlich. "Bei uns ist Love, Peace and Happiness", sagt Norbert Link vom Veranstalter "Argo Konzerte" aus Würzburg.
Polizei und Sanitäter haben an allen drei Tagen wenig zu tun. Der einzig schwerere Unfall ereignet sich beim _ Grillen! Am Samstag, als parallel zum Festival im benachbarten Stadion die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino (6:0) absolviert, bleibt das befürchtete Verkehrschaos aus. Trikot-Träger flanieren friedlich neben Rock-Fans um das Zeppelinfeld herum.
Die Wege zwischen den drei Bühnen sind - im Gegensatz zum Vorjahr - kurz und von Bäumen gesäumt, an denen gelbe Neon-Leuchten hängen. Um die Alternastage sitzen überall kleine Grüppchen zwischen den Bäumen am Boden, die Zelte stehen dicht an dicht. Es riecht nach einer Mischung aus Bier, Döner und Pizza. Tanzen macht hungrig, und so haben die Verkäufer von Hot Dogs und Co bis tief in die Nacht Hochkonjunktur. Insgesamt verkaufen sie an drei Tagen 200 Tonnen Lebensmittel. 100 000 Liter Bier und 50#000 Liter Alkoholfreies verschwinden in durstigen Kehlen.
Der logistische Aufwand ist gigantisch, erst recht, seit die Hauptbühne ihren Platz im Stadion hat räumen müssen. Aber es scheint, als haben sich Besucher und Organisation mit dem zunächst wenig geliebten Standort Zeppelinfeld angefreundet, ja ihn sogar lieb gewonnen. Rock im Park wird auch im nächsten Jahr wieder am Dutzendteich stattfinden und wieder am ersten Juni-Wochenende (6. bis 8.). Die Veranstalter betonten, dass sie dem Standort Nürnberg und dem Termin treu bleiben wollen. Band-Namen für das nächste Jahr (Red Hot Chili Peppers? Ozzy Osbourne? AC/DC? Kiss? Guns 'N Roses?) sind reine Spekulation. Jeweils im Winter erst wird ausgekegelt, wer im Frühsommer darauf im Park und am Ring rockt.
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