publiziert: 20.05.2011 16:23 Uhr
aktualisiert: 20.05.2011 16:24 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text KÖNIGSBERG
Als Regiomontanus vom Sockel bollerte

Vor fünf Jahren hinterließ eine Windhose in Königsberg und Holzhausen eine Spur der Verwüstung
  • 20. Mai 2006: Ein Wirbelsturm stieß das Standbild des Regiomontanus von seinem Sockel auf dem Marktbrunnen. In rund 70 Teile zerbrochen lag die Statue im seinerzeit trockenen Brunnenbecken.
    Foto: Snater
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(sh) Am Freitag waren es genau fünf Jahre, dass über Königsberg eine Windhose fegte. Am späten Samstagnachmittag des 20. Mai 2006 hinterließ sie im Stadtgebiet innerhalb weniger Minuten große Schäden – vor allem in Holzhausen, wo viele Dächer abgedeckt und Fahrzeuge durch herabstürzende Ziegeln und Äste beschädigt wurden.

In der Flur rund um Königsberg wurden Bäume umgerissen. Schwere Schäden richtete der Sturm in Königsberg an. Auch dort wurden Gebäude, darunter die Volksschule, zum Teil abgedeckt, stürzten Bäume um, brachen Äste ab.

Besonders traf es den Marktplatz, wo ein großer Ast eines der Kastanienbäume, die um den Marktbrunnen standen, abbrach und die 1871 eingeweihte Statue des Mathematikers Regiomontanus von seinem Sockel in der Brunnenmitte stieß. Das seinerzeit vom Haßfurter Bildhauer Johann Mayer erschaffene Standbild fiel in den leeren Brunnengrund und zerbrach in rund 70 Teile. „Der Regiomontanus is vo sei'm Sockel gebollert!“, wurde in ersten Reaktionen die Verkündung des Unheils durch die Stadt getragen – große Sorge herrschte um das Wahrzeichen der Stadt. Doch das Unglück entpuppte sich schließlich als Anstoß für eine gut gelungene Neugestaltung des Marktplatzes. So wurden 2007 der Brunnen und sein Umfeld neu gestaltet, das historische Gitter restauriert und die Statue des Regiomontanus nach einer fachgerechten und sorgsamen Restaurierung durch den Königsberger Bildhauer Petro Schiller wieder auf seinem ihm zustehenden Platz angebracht.

Diesmal aber bedeutend sicherer, sodass der berühmte Gelehrte nicht wieder so schnell in die Tiefe des Brunnens gestoßen werden kann. Denn nach dem Absturz hatte sich herausgestellt, dass das historische Standbild nur lose auf seinem Postament gestanden hatte und es dem Wirbelsturm mit Hilfe des dicken Astes der Kastanie ein Leichtes gewesen war, ihn von dort herunterzuholen.

Wie sehr den Königsbergern ihr Regiomontanusbrunnen am Herzen liegt, zeigte sich seinerzeit in der Tatsache, dass die Restaurierung des Standbildes durch großzügige private Spenden unterstützt wurde. Vier von der Firma Gerhard Benkert gestiftete Kaiserlinden umrahmen heute den Marktbrunnen, sodass der historische Marktplatz von Königsberg kaum eineinhalb Jahre später in neuer Pracht seine alte Schönheit wiedererlangt hatte.

    
    

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