publiziert: 15.11.2007 15:51 Uhr
aktualisiert: 19.11.2007 03:22 Uhr
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Am Freitag Mahnwache für Ditfurths Pferde

Pferdezüchter wehrt sich juristisch gegen Tierhalteverbot

Die Pferde aus dem eingestürzten Stall auf dem Gelände von Schloss Ditfurth beschäftigen die Menschen in Haßfurt weiterhin. Am heutigen Freitag findet eine Mahnwache statt, um an die Tiere und deren Schicksal zu erinnern.

  • Sonntagsspaziergang Am heutigen Freitagabend findet am Marktplatz in Haßfurt eine Mahnwache für die Pferde von Schloss Ditfurth statt.
    FOTO Christian Hertel
Bild von

Es war ein Bild des Grauens: Ziemlich genau zwei Monate ist es jetzt her, dass auf dem Gelände von Schloss Ditfurth direkt neben der B 26 in einem zweistöckigen Pferdestall die Zwischendecke zusammengebrochen ist. Sechs Tiere kamen dabei ums Leben, teilweise dauerte ihr Todeskampf unter den Trümmern wohl mehrere Stunden. Dennoch rief der Pferdehalter weder Feuerwehr, Polizei oder Technisches Hilfswerk noch das Veterinäramt dazu. Doch aufmerksame Anwohner waren durch penetranten Verwesungsgeruch misstrauisch geworden und hatten später die Polizei und das Veterinäramt alarmiert.

An diese Vorgänge soll am heutigen Freitag eine Mahnwache in Haßfurt erinnern. Die Tierschützerin Katja Deschner hat die Mahnwache organisiert, unterstützt wird sie von der Arbeitsgruppe Bad Kissingen des Tierschutzvereins „Menschen für Tierrechte“. Zwischen 16 und 19 Uhr soll mit Trommelschlägen, Grablichtern und Fackeln an die toten Tiere erinnert werden und Transparente die Bevölkerung informieren. Katja Deschner: „Wir wollen alle wachrütteln, immer wieder aufmerksam zu sein und Missstände in der Tierhaltung sofort den Behörden zu melden. So etwas wie im Schloss darf sich auf keinen Fall wiederholen.“

Die Tierschützerin hatte in der Vergangenheit selbst den Ditfurther Stall schon besucht und sich in dieser Angelegenheit mehrfach an die örtlichen Behörden gewandt. Ihr und ihren Mitstreitern ist wichtig, dass in dem speziellen Fall darauf aufmerksam gemacht wird, dass es bei dem vom Landratsamt ausgesprochenen Pferdehaltungsverbot für den Tierhalter bleibt. „Außerdem wollen wir anprangern, dass die Behörden nicht reagiert haben. Es hat seit einem Jahrzehnt immer wieder Meldungen über die katastrophalen Zustände gegeben, und es ist einfach nichts passiert.“

 
    
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Gegen solche immer wieder erhobenen Vorwürfe wehrt sich der Pressesprecher des Landratsamts Haßberge, Martin Schulze-Röbbecke: „Der Vorwurf, die Behörden hätten früher eingreifen müssen, ist unberechtigt. Die Pferde wurden immer wieder untersucht, und es lag vorher kein tierschutzrelevanter Tatbestand vor. Die Tiere hatten Futter und Wasser, ein Dach über dem Kopf und wurden medizinisch versorgt. Sicher hat es kleine Beanstandungen gegeben, das ist aber bei Pferdehaltern mit mehr als zehn, fünfzehn Tieren normal. Da kann man immer etwas finden.“ Aber nie seien Beanstandungen so gravierend gewesen, dass sie eine Wegnahme gerechtfertigt hätten, betont Schulze-Röbbecke.

Derzeit besteht für den Halter ein Tierhalteverbot für Pferde. Mit der Folge, dass er eigentlich seine Herde, die im Auftrag des Landratsamtes in mehreren Ställen im Kreisgebiet untergestellt ist, jetzt auflösen müsste. Doch der Mann hat Rechtsmittel gegen das Verbot eingelegt. Das Verwaltungsgericht Würzburg habe im Eilverfahren das Halteverbot aber bestätigt, sagt der Pressesprecher.

Das Hauptverfahren läuft derzeit noch. Dazu Schulze-Röbbecke: „In der Eil-Entscheidung sehen wir bereits eine Vorentscheidung des Gerichts für das Hauptverfahren.“ Und damit hätte das Landratsamt dann auch die Rechtsgrundlage, die Tiere zu verkaufen.

Sollte das Gericht im Sinne des Landratsamtes entscheiden, müsste der Halter auch seine letzten drei Pferde, die derzeit laut Angaben des Landratsamtes tierschutzgerecht auf dem Gelände untergebracht sind, noch aufgeben. „Ich möchte aber in diesem Zusammenhang betonen, dass die Tiere nie so schlecht versorgt waren, wie es jetzt dargestellt wird, und dass man von dem Halter in keiner Weise als böser Tierschänder sprechen kann, wie es teilweise der Fall ist“, so Schulze-Röbbecke.

Von unserem Redaktionsmitglied Karoline Kessler
    
    

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