publiziert: 15.07.2012 15:51 Uhr
aktualisiert: 17.07.2012 12:04 Uhr
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Brutaler Kopfstoß mitten ins Gesicht

31-Jähriger erhält für Körperverletzung eine Bewährungsstrafe

Einen so geständigen Täter sieht man selten vor dem Amtsgericht in Haßfurt. Der 31-jährige Angeklagte gab ohne Umschweife alles zu, was ihm der Staatsanwalt vorhielt. Dabei handelte es sich um keine Kleinigkeit: Gegen ihn wurde wegen schwerer Körperverletzung verhandelt, was schon allein wegen des nicht unerheblichen Vorstrafenregisters des jungen Mannes nicht ganz ohne war. Insoweit durfte dieser mit dem Urteil zufrieden sein: Die verhängte Freiheitsstrafe gegen ihn von acht Monaten und zwei Wochen wird auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Zugleich ließ Richter Roland Wiltschka jedoch keinen Zweifel daran aufkommen, dass der 31-Jährige, der aktuell in der Nähe von Höchstadt an der Aisch wohnt, beim geringsten erneuten Vergehen wohl in den Knast wandern wird – für längere Zeit. „Das war ein brutales Vorgehen“, sagte der Richter und fügte hinzu: „Das nimmt leider allgemein zu.“

Da half es auch nichts, dass der Angeklagte, sein Verhalten am 1. Oktober 2011, auf einem Gelände hinter der Realschule in Ebern, als „Reflex“ bezeichnete, als Kurzschlusshandlung, nachdem sich eine Situation zwischen mehreren jungen Männern verbal hochgeschaukelt hatte. Gegen einen Beteiligten seien unflätige Schimpfworte gefallen, sagte der Angeklagte vor Gericht. Er habe diesen in Schutz nehmen wollen. Als das nichts half, „bin ich irgendwann explodiert“, sagte der 31-Jährige. Er habe sich nicht anders zu helfen gewusst, als dass er einem der beiden, die die Schimpfworte losließen, einen Kopfstoß ins Gesicht versetzte, mit voller Wucht.

Das Ergebnis der Attacke, die laut Gesetz eine „lebensgefährdende Behandlung“ darstellt: Der Kontrahent blutete aus der Nase. Die Nase selbst war gebrochen, wie sich später im Krankenhaus herausstellte. Sie musste gerichtet werden. Bis heute kann der junge Mann nur eingeschränkt Sport betreiben, weil er schlecht Luft bekommt, gab er vor Gericht an. Die Nase ist leicht nach links geneigt und muss nochmals operiert werden. Er habe nach dem Angriff des Angeklagten Angst gehabt, dass dieser ihm und seiner Familie noch mehr antut, deshalb habe er im Krankenhaus gelogen. Die Verletzung hatte er dort zunächst mit einem Zusammenstoß mit einer Eisenstange erklärt.

„Ich habe Scheiße gebaut und möchte in meinem Leben neu durchstarten“, sagte der Angeklagte halbwegs überzeugend. Zur Tatzeit hat er in Ebern gewohnt. Von dort sei er weggezogen, um sein altes Leben hinter sich zu lassen.

Kontakt mit Polizei und Justiz hatte er schon mehrfach. Zuletzt hatte ihn das Haßfurter Amtsgericht im Januar wegen Ladendiebstahls verurteilt. 60 Stunden gemeinnützige Arbeit, die er bis 1. April hätte leisten müssen, ist er auch noch schuldig, stellte Richter Wiltschka fest. Diese müsse er nun endlich nachholen. Zudem muss der arbeitslose 31-Jährige, der bei seinen Eltern wohnt, ein Schmerzensgeld von 2000 Euro an den jungen Mann zahlen, den er angegriffen hat, monatsweise in 100-Euro-Raten, mehr Geld kann er nicht zahlen, sah der Richter ein. „Es tut mir wirklich leid“, sagte der Angeklagte zu seinem Opfer in seinem Schlusswort. Beim Hinausgehen aus dem Gerichtssaal reichte er ihm noch die Hand.

mim
    
    

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