publiziert: 17.08.2012 17:12 Uhr
aktualisiert: 20.08.2012 10:19 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text EBERN
Das Gift kam über den Gartenzaun

Ein Unbekannter versuchte, die sechs Hunde einer Eberner Familie zu vergiften
  • Foto: Beate Dahinten
    Leckerlis und Lebensfreude: Den Hunden von Alexandra Schöps aus Ebern geht es wieder einigermaßen gut. Ein Unbekannter hatte offenbar versucht, die Tiere zu vergiften.
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Leckerlis dürfen sie wieder fressen. Labrador „Zoe“, Weimaraner-Cocker „Tie“ und ihren vierbeinigen Gefährten sind im Moment so weit stabil. Vor ein paar Tagen sah das ganz anders aus. „Fragen Sie nicht, wie die beieinander waren.“ Ihrer Besitzerin Alexandra Schöps ist das Entsetzen noch immer anzumerken. Am Wochenende hat ein Unbekannter offensichtlich versucht, die insgesamt sechs Hunde zu vergiften.

In der Nacht zum Sonntag waren Alexandra Schöps und ihr Lebensgefährte Günter Rüpplein von Gebell geweckt worden. „Ich war gerade eine halbe Stunde im Bett, da war die Nacht gelaufen“, erinnert sie sich, „die Hunde haben sich lautstark bemerkbar gemacht.“ Im Hundehaus, das direkt an das Wohnhaus angebaut ist, bot sich ein furchtbarer Anblick. Überall Erbrochenes, die Hunde zitterten und wurden von Krämpfen geschüttelt.

Alexandra Schöps tippte sofort auf Vergiftungserscheinungen. Rohes Hackfleisch und Tabletten hatte sie in der höchst unappetitlichen Masse erkannt. Aufgrund des Zeitpunkts des Erbrechens schließt sie, dass der Köder am Samstagnachmittag über den Zaun geworfen worden ist. Und es gibt noch einen Grund, der für diese Tatzeit spricht: „Da waren wir eine Zeit lang nicht da.“

Mit Frischkäse aufgepäppelt

Jedenfalls: „Völlig daneben“ seien die Hunde gewesen, erinnert sich ihre Besitzerin. Der schnellen Reaktion und dem Umstand, dass die Hunde alles von sich gegeben haben, sei es zu verdanken, dass es nicht zum Schlimmsten kam. Eine Freundin des Paares konnte als Hundetrainerin geeignete Medikamente empfehlen, die ebenfalls gute Dienste leisteten.

In den nächsten Tagen waren Alexandra Schöps und Günter Rüpplein damit beschäftigt, die Hunde wieder aufzupäppeln – nur Reis und Frischkäse waren erlaubt – und auch die Folgen der Bescherung zu beseitigen. Waschen, putzen und die Teile, die nicht mehr zu gebrauchen waren, mit dem Hänger abtransportieren.

Eine Erklärung oder gar einen konkreten Verdacht hat die Hundeliebhaberin, die sich in der Tierschutzinitiative Haßberge engagiert, nicht. „Mir ist das alles ein Rätsel.“ Dass der Täter aus der näheren Nachbarschaft kommt, schließt sie zu 99 Prozent aus. „Wir haben mit keinem Streit, mit keinem Ärger.“ Im Gegenteil: Die Nachbarn seien bestürzt über das, was geschehen ist, eine von ihnen habe sogar mit Reis ausgeholfen.

Anzeige erstattet

Zwar erstattete Alexandra Schöps Anzeige bei der Polizei, aber sie glaubt nicht, dass tatsächlich etwas dabei herauskommt. Bislang weiß sie nur, dass es sich bei den Tabletten um Aspirin handelte. Neue Erkenntnisse? „Nein“, sagt sie kopfschüttelnd. „Es müsste ein großer Zufall sein, wenn jemand etwas gesehen hat.“ Außerdem werde sich der Täter ja umgeschaut haben. „Ich habe höchstens gedacht, dass jemand vom Krankenhaus aus was gesehen hat.“ Das Haus Ebern der Haßbergkliniken liegt in unmittelbarer Nähe des Grundstücks Ecke Mozartstraße/Behringweg.

Aber auch wenn die Sache nie aufgeklärt werden sollte – Alexandra Schöps ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit und vor allem andere Hundehalter hellhörig werden. Und: „Vielleicht schreckt es ab.“

Zur Tierquälerei und der Sorge um ihre Lieblinge kam ein „nicht unerheblicher finanzieller Schaden“, merkt die passionierte Hundehalterin an. Decken, Kissen und Matratzen – die ganze Einrichtung des Hundehauses wurde in Mitleidenschaft gezogen und muss ersetzt werden. Nicht zuletzt seien die Hunde einiges wert.

Von unserer Mitarbeiterin Beate Dahinten
    
    

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