publiziert: 08.02.2012 17:38 Uhr
aktualisiert: 09.02.2012 18:00 Uhr
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Das jähe Ende der fröhlichen Eislaufzeit

Anglerverein Petri Heil Haßberge schützt seinen Fischbestand im Gölzersee durch Sandstreuen
  • Sand statt Eis: Eine Sandschicht auf dem Gölzersee verhindert das Eislaufen und schützt so den Fischbestand.
    Foto: Carmen Schuler-Bierbaums
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Wenn auch vielen die eisigen Temperaturen der letzten Tage im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Haut“ gegangen sind, so bescheren diese doch auch etwas Gutes. Denn die Eisläufer haben ihre wahre Freude an den vielerorts zugefrorenen Seen. Die Schlittschuhläufer tummeln sich überall in Scharen auf dem Eis.

Gefreut haben dürften sich auch viele Eislaufbegeisterte aus Obertheres und Wülflingen, die – wie seit Jahrzehnten üblich – ihrer Leidenschaft auf dem Gölzersee, der idyllisch am Mainradweg zwischen Wülflingen und Obertheres liegt, gefrönt haben. Ihnen wurde nun aber jäh ein Strich durch die Rechnung gemacht, und zwar in Form von dünn verstreutem Sand.

Groß war die Enttäuschung über den versagten Eislaufgenuss in Obertheres. Dort hatten Eislaufbegeisterte bereits bei den ortsüblichen „Eis-Testern“ nachgefragt, ob denn das Eis tragen würde. Viele hatten sich auf eine Tour zum See gefreut, um dort mit Familie oder Freunden einige Runden auf Kufen zu laufen. Legendär sind auch die spontan stattfindenden Eishockey-Spiele zwischen Wülflingen und Obertheres. Und die Oberthereser Feuerwehr hatte in den letzten Jahren an den Wochenenden, an denen der See zugefroren war, einen Glühwein- und Würstelstand am Ufer errichtet. Und sie hatte mit ihren Scheinwerfern sogar einen Nachteislauf ermöglicht. „Wir haben uns doch nur aufs Schlittschuhfahren gefreut“, zeigte sich auch der Oberthereser Michael Eisemann enttäuscht.

Doch was des einen Freud, ist des anderen Leid. „Die Geräusche, die von den Leuten auf dem Eis mit ihren Kufen gemacht werden, dringen bis auf den Grund des Sees zu den Fischen vor und stören diese in ihrer Winterruhe“, erklärte Dr. Wolfgang Silkenat von der Fischerei-Fachberatung der Regierung von Unterfranken auf Anfrage. Die Fische würden aufgeschreckt, gerieten in eine Stresssituation. Diese wiederum animiere den abgesenkten Stoffwechsel, was dazu führe, dass mehr Energie verbraucht werde. Dies wiederum führe im Frühjahr zu großen Problemen und könne sogar ein Fischsterben verursachen. „Das Sandstreuen ist oftmals die einzige Möglichkeit der Fischteich- und Seebesitzer gegen die vielen Schlittschuhläufer“, so der Fachmann weiter.

Besitzer des Sees ist der Anglerverein Petri Heil Haßberge. Dessen Vorsitzender Uwe Aumüller erklärte: „Wir versuchen lediglich unseren Bestand zu schützen.“ In Jahren, in denen der See als Eisbahn benutzt worden sei, seien im Frühjahr bis zu 200 Fischkadaver herausgefischt worden. Ein weiteres Problem sieht er in der Haftung: „Wenn mal einer einbricht, sind wir verantwortlich.“

csb
    
    

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