aktualisiert: 08.02.2012 15:16 Uhr
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KÖNIGSBERG
Den ländlichen Raum fördern
Neujahrsempfang der Wirtschaftsjunioren Haßberge mit Markus Söder
Dem Landkreis Haßberge geht es aus Sicht der Jungunternehmer wirtschaftlich gut. Damit das so bleibt, muss aber gerade der ländliche Raum stärker unterstützt werden. Diese Forderung von Steffen Vogel, Vorstandssprecher der Wirtschaftsjunioren Haßberge, stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Wirtschaftsjunioren Haßberge in Königsberg.
Otto Kirchner, geschäftsführender Gesellschafter der Fränkischen Rohrwerke, hatte am Dienstagabend in sein Unternehmen geladen. Fast 300 Gäste pilgerten nach Königsberg – unter anderem, um den Hauptredner, den Bayerischen Finanzminister Markus Söder, zu hören.
Viel Politik wurde an dem Abend ausgepackt. Während Söder übergeordnete Themen wie die Euro-Krise und die Schuldentilgung Bayerns ansprach, wurde Vogel in seinen Ausführungen regional. Die große Politik, so der Sprecher, dürfe den ländlichen Raum nicht vergessen. Oft ergäben sich gerade dort Standort-Nachteile für Unternehmen, zum Beispiel, weil es kein schnelles Internet gibt.
„Wir müssen jungen Menschen im ländlichen Raum Chancen geben“, forderte er. Und sprach zu Söder: „Vielleicht kannst du etwas bewegen, Markus.“ Der Landkreis Haßberge, so Vogel weiter, sei ein „wunderschöner Landkreis mit fleißigen Menschen“. Ähnlich wie man in München stolz auf das Motto „Laptop und Lederhose“ ist, könne man in den Haßbergen stolz auf „Wein und Wellware“ oder eben auf „Reben und Rohre“ sein.
Damit spielte er auf die Fränkischen Rohrwerke an, die, so Kirchner, mittlerweile 14 Tochtergesellschaften hat, auf vier Kontinenten tätig ist und dieses Jahr einen Umsatz von über 300 Millionen Umsatz erwartet. Söders Antwort auf Vogels Forderung fiel dann doch etwas allgemeiner aus. In Bayern, so der Finanzminister, investiere man in Bildung und Studienausbildung wie nirgendwo anders. Man investiere in den Breitbandkompetenzausbau, und: Man investiere in den ländlichen Raum. Denn man wolle autarker werden. In Bayern, so Söder, stimmten die Rahmenbedingungen für Investitionen. Immer wieder Applaus von Seiten des Publikums.
„Die wirtschaftliche Situation im Landkreis ist aus Sicht der Jungunternehmer positiv“, schlussfolgerte Vogel dieser Zeitung gegenüber. Man blicke optimistisch ins Jahr 2012. Ein Problem für Unternehmer bestehe jedoch oft darin, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Außerdem sei es für Unternehmer im „inhomogenen Landkreis“ mit seinen Städten und ländlichen Gemeinden wichtig, überall die gleichen Chancen zu haben. Da wünsche man sich einen Schub.
Dass jemand von außen kommt und im Landkreis Haßberge ein Unternehmen aufbaut, halte er für unwahrscheinlich. Man müsse vielmehr diejenigen fördern, die aus der Region stammen und sich auch ebendort selbstständig machen wollen. Man müsse die Leistungsbringer aus dem Landkreis unterstützen. Die Wirtschaftsjunioren könnten durch gegenseitigen Austausch und Netzwerkpflege dabei behilflich sein.
Die Wirtschaftsjunioren Haßberge sind ein Zusammenschluss von derzeit 50 jungen Unternehmern und Führungskräften aus dem Landkreis. Als regionaler Verband wollen sie sich für nachhaltige wirtschaftliche Rahmenbedingungen einsetzen. Dafür möchten sie auch Einfluss auf die Politik ausüben.
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