aktualisiert: 19.07.2011 15:30 Uhr
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NASSACH
Fledermäuse sind hier herzlich willkommen
20 Jahre Gastfreundschaft im Nassacher Gotteshaus – Kirchengemeinde vom Bayerischen Umweltministerium ausgezeichnet
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Freude über Ehrung: De evangelische Kirche in Nassach gewährt seit 20 Jahren Fledermäusen im Gotteshaus Gastfreundschaft. Dafür wurde sie vom Bayerischen Umweltministerium ausgezeichnet. Im Bild (von links) Claus Haubensack (Naturschutzbehörde), Biologe Otto Elsner, Karin Heumann (ev. Gemeinde), Pfarrer Volker Klemm, Arthur Scholl, Jürgen Thein, Anton Bäuerlein und Joslime Griese (alle Arbeitskreis Fledermausschutz).Foto: Alois Wohlfahrt
(dix) Ein klein wenig stolz darf Otto Elsner ohne Zweifel sein: Vor 20 Jahren hat er die kleinen Kobolde der Nacht im Nassacher Gotteshaus entdeckt. Rund 200 Fledermäuse wurden damals gezählt. Und das war für die damalige Zeit ein beträchtliche Zahl. Eine Zeit, in der das Große Mausohr auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere noch ganz weit oben stand.
Der Rottensteiner Biologe Elsner erinnert sich noch genau an diese Zeit: Es war die Zeit der Bestandsaufnahme in der Dorferneuerung. Er informierte damals über seinen Fund die Fledermausschützer des Bund Naturschutz.
Vor wenigen Tagen waren die Männer vom Arbeitskreis Fledermausschutz des Bund Naturschutz erneut in Nassach – wie in jedem der vergangenen 20 Jahre. Und wie jedes Mal gab es nach anstrengender Zählarbeit (wir berichteten) strahlende Gesichter, denn: Um die Kolonie im Gotteshaus ist es bestens bestellt. Knapp 1000 Fledermäuse wurden in der so genannten Wochenstube gezählt.
Wochenstube deshalb, weil dort die Weibchen ihren Nachwuchs aufziehen. Zum Winter hin verabschieden sich die Tiere aus dem gastfreundlichen Nassach. Dann zieht es sie in Felsenkeller in der Umgebung, aber auch bis in die Fränkische Schweiz, berichtet Diplom-Biologe Jürgen Thein, der mit seinen BN-Kollegen bei der Fledermaus-Bestandsaufnahme unterwegs war.
Aber nicht nur die Fledermaus-Fachleute statteten den hängenden Tierchen im Dachboden einen Besuch ab. Auch die Gastgeber schauten bei der Zählung bei ihren Obermietern vorbei: Pfarrer Volker Klemm und Karin Heumann vom Ortsgremium der evangelischen Kirche Nassach.
Dass die Beiden zum Termin gekommen waren, hatte allerdings noch einen besonderen Grund: Für die Bereitschaft, den kleinen Jägern der Nacht schon seit so langer Zeit Quartier zu geben, wurde die evangelische Kirchengemeinde Nassach vom Bayerischen Umweltministerium mit einer Plakette und einer Urkunde ausgezeichnet.
Hätte es solche Bereitschaft, wie sie die Nassacher seit Jahrzehnten zeigen, nicht gegeben, so Jürgen Thein, würde es heute vermutlich das Große Mausohr in der Region gar nicht mehr geben. Und dies soll denn auch die Plakette ausdrücken, dass die Bereitschaft, den Fledermäusen Unterschlupf zu gewähren, auch zu deren Fortbestand beitragen kann.
Und in Nassach gibt es gar eine richtige Erfolgsgeschichte. Denn zwischenzeitlich war die Kolonie gar zur größten im ganzen Landkreis herangewachsen. Erst seit wenigen Jahren hat der Gemeinde die Marktgemeinde Burgpreppach (und dort das Schloss) den Rang abgelaufen. Dort wurden in diesem Jahr – wie berichtet – rund 1300 Große Mausohren gezählt.
Über die Auszeichnung freute sich Pfarrer Volker Klemm. Er freute sich auch deshalb, weil dies zeige, „dass wir nicht nur Menschen, sondern auch Tieren eine Heimat bieten“. Und außerdem, so Klemm schmunzelnd: „Es sind ja unsere eifrigsten Kirchgänger.“ Angebracht werden soll die Plakette am Gotteshaus, damit jeder sehen könne, dass die kleinen Flieger hier Gastrecht genießen.
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