publiziert: 07.02.2013 17:25 Uhr
aktualisiert: 09.02.2013 12:03 Uhr
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Frau lässt Wut an ihrem Pferd aus

Verfahren wegen geringer Tierquälerei eingestellt

Im Fußball würde man es als „Revanchefoul“ bezeichnen, was eine Pferdebesitzerin aus dem nördlichen Landkreis Haßberge im März 2012 ihrem Wallach „Beppo“ angetan hat. Weil sich das Pferd weigerte, einen Tiertransportanhänger zu besteigen, benutzte die Reiterin zunächst sanfte Gewalt, indem sie versuchte, das störrische Tier mittels Zügeln und Führleine auf den Anhänger zu zerren. Als „Dank“ erhielt sie nach eigener Aussage zwei Tritte, was die Pferdeliebhaberin zum Ausrasten brachte.

Sie trat dem Pferd zweimal mit der Fußspitze in den Bauch, nahm einen am Boden liegenden Ast und schlug auf das Pferd ein. Ihr Pech war, dass sie dabei von Anwohnern ihres Reitstalls mit einer Handykamera gefilmt wurde und daraufhin einen Strafbefehl über 1200 Euro wegen Tierquälerei erhielt. Dagegen legte sie Widerspruch ein, sodass der Fall am Amtsgericht in Haßfurt verhandelt wurde.

Dort spielte sie zunächst das Unschuldslamm. Sie gab an, sie habe mit „Küsschenlauten“ versucht, das Pferd zum Einsteigen zu bewegen und dabei mit der Führleine gewedelt. Getreten habe sie nicht. Mit dem Ast habe sie ihr Pferd nur leicht „touchiert“.

Auf dem Handyvideo, das die Prozessbeteiligten anschließend gemeinsam ansahen, war von Küsschen jedoch nichts zu vernehmen. Vielmehr waren Entsetzensrufe der 20-jährigen Zeugin zu hören, die den Vorgang vom Fenster des Wohnhauses aus filmte.

Zeugin war „extrem geschockt“

Nach dem Ansehen des kurzen Films versuchte die Angeklagte, ihr Verhalten schönzureden. Es sei eine „normale Reaktion“ gewesen, um das Pferd, das die „Chefposition“ einnehmen wollte, zu maßregeln. Sie habe es jedoch nur leicht mit ihren Turnschuhen getreten und das Pferd mit dem Ast getätschelt. Diese Aussage passte jedoch nicht zur Aussage einer weiteren Zeugin, die meinte, sie sei wegen der brutalen Tritte „extrem geschockt“ gewesen.

Für Amtstierarzt Markus Menn stellt der Fall keine Bagatelle dar. Die Angeklagte habe das Tier festgehalten, sodass es nicht ausweichen konnte und habe mit „Vehemenz und Nachhaltigkeit“ eingetreten und geschlagen. Nach seinem Ermessen muss das Tier erhebliche Schmerzen dabei gehabt haben. Äußerliche Folgen habe er beim Begutachten des Tieres zwölf Tage nach dem Vorfall jedoch nicht mehr feststellen können.

Das Gericht stufte das Vergehen noch am unteren Rand der Tierquälerei ein und stellte das Verfahren ein, zumal es bei einer Überprüfung des Reitstalls keine Beanstandungen gab. Als Auflage muss die Pferdebesitzerin 600 Euro an den Bund Naturschutz in Ebern zahlen.

msch
    
    

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