publiziert: 26.12.2011 15:23 Uhr
aktualisiert: 26.12.2011 16:02 Uhr
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Friede, Freude, Lichterkette

Sie sind zum Inbegriff weihnachtlicher Behaglichkeit geworden: Lichterketten. Kette drauf auf den Baum, Stromstecker rein – und gut isses. Kein bisschen Ärger an Heiligabend. Soweit die Legende. Dass die Realität eine andere ist, hat jetzt auch ein Kollege erfahren.

Zwei Tage vor Weihnacht schallt's von der Ehefrau: „Ist die Weihnachtsbeleuchtung ok?“ – Genau, da war doch was. Die alte Kette hatte vergangenes Jahr den Heiligen Abend mehr oder weniger zur Disco-Nacht gemacht. Aber der kluge Mann baut vor. Im Keller liegt Ersatz. Im Sommer war sie schon einmal in Aktion. Also hervorgeholt und geschwind auf den Baum . . .

Aber nix ist mit geschwind, denn irgendwie musste es im Sommer beim Verräumen schnell gehen. So heißt es jetzt entknäueln. Eine halbe Stunde später ist der Wohnzimmerboden zum Lichtermeer geworden. Ein letzter prüfender Blick, ein Schritt zurück und es macht knack: Ein Lämpchen ist futsch. Aber, oh Wunder: Die Kette brennt trotzdem noch. Jetzt geht es ans Anhängen. Der Stecker kommt raus, weil man den Strang ja immer wieder drehen muss.

Eine knappe Stunde später: Noch einmal kurz den Stecker rein, um zu sehen, wo am Baum Lichter fehlen. Und? Überall!!! Nichts brennt mehr. Alles wird überprüft. Wieder eine halbe Stunde später: Kapitulation am Weihnachtsbaum. Das heißt: Kette runter, an Heiligabend schnell eine neue besorgen.

Die hat nur noch zwölf schöne, größere Kerzen. Und ist ruckzuck aufgebaut. Heiligabend ist gerettet. Beinahe. „Hast du an die Zweige für die Nachbarn gedacht?“ fragt sie. Hat er natürlich nicht. Sagt aber: „Klar, hab' ich.“ Und denkt sich: Wer schaut schon hintern Weihnachtsbaum. Schnell die Gartenschere geholt, einmal schnippschnapp und schon hat er einen Zweig in der Hand – und ein Kabelstück. Die Beleuchtung ist im Eimer. Schöne Bescherung. Und bis zu der bleiben noch fünf Minuten. Also ab in den Keller, Klemme geholt, Kabel abisoliert, Klemme dran und: Die Kette brennt wieder. Zwei Minuten später ist die Ehefrau begeistert: „Wunderschön die Kette. Und so gemütlich“. – „Hmm, gemütlich,“ sagt er, und versteckt den Schraubenzieher hinterm Sofakissen.

    
    

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