aktualisiert: 08.02.2012 15:25 Uhr
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RÜGHEIM
Gefahrenstelle soll verschwinden
Schulbushaltestelle am Rügheimer Marktplatz könnte bald schon Vergangenheit sein
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Gefahrenstelle: Nur wenig Platz ist zwischen den wartenden Kindern und dem Verkehr an der Schulbus-Haltestelle am Rügheimer Marktplatz demonstriert Jonas Rubenbauer.Foto: Alois Wohlfahrt -
Gefahrenstelle: Nur wenig Platz ist zwischen den wartenden Kindern und dem Verkehr an der Schulbus-Haltestelle am Rügheimer Marktplatz demonstriert Jonas Rubenbauer.Foto: Alois Wohlfahrt
Mit dem Arm demonstriert Jonas, wie gefährlich sein Schulalltag beginnt: „So nah rasen die Lkw vorbei“, sagt der zwölfjährige Mittelschüler aus Rügheim. Er steht an den Pfosten, die den Rügheimer Marktplatz begrenzen und die zugleich Wartelinie für die Schüler ist. Sein ausgestreckter Arm reicht beinahe in die Straße. „Wenn sich hier dann noch zwei Lkws begegnen, dann sind es oft nicht einmal 50 Zentimeter, die die Kinder vom Verkehr trennen“, sagt die Mutter von Jonas, Elke Weber-Rubenbauer. Die gefährliche Situation, aber auch die Tatsache, dass es für die Kinder kein Buswartehäuschen gibt waren der Grund, dass sie jetzt Unterschriften sammelt, damit sich für die Rügheimer Grund- und Mittelschüler etwas ändert. Rund 180 Unterschriften sind bereits zusammen gekommen, berichtet Weber-Rubenbauer.
Und es zeichnen sich Lösungen ab, wie Hildegard Schwachula von der Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt und Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst auf Nachfrage berichten.
Mit Hildegard Schwachula hatte Elke Weber-Rubenbauer Kontakt aufgenommen und konnte auch einen kleinen Erfolg verzeichnen. Denn auch die Einschätzung von Schwachula ist: „Es ist dort einfach zu gefährlich für die Schüler“. Was sie machen kann, hat sie in die Wege geleitet, berichtet sie auf Anfrage: Sie hat angeordnet, dass Hinweisschilder auf die Kinder und den Schulbus angebracht werden. Dies hatte Weber-Rubenbauer auch angeregt. Schwachula fügt zugleich an, dass sie nicht daran glaubt, dass Schilder die Situation wirklich entschärfen. Vielmehr müsse man sich überlegen, ob nicht die Haltestelle in Richtung Schüttbau verlegt werden könne, oder aber die Schüler dort abfahren, wo auch Realschüler und Gymnasiasten ihre Haltestelle haben, am Ortsrand unweit der ehemaligen Ziegel. Eine weitere Option könnte sein: Aufsichtspersonen für die Haltestelle am Marktplatz zu organisieren. Anderswo, so unter anderem in Knetzgau habe man damit beste Erfahrungen gemacht. Eine Lösung zu finden, das sei allerdings eine Aufgabe des Schulaufwandsträgers.
Wie berichtet, war das Problem gefährliche Schulbushaltestelle auch bereits Thema im Bau- und Umweltausschuss des Hofheimer Stadtrats. Als eines der Probleme hatte Helmut Treuter die hohe Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf der Ortsdurchfahrt moniert und sich dafür ausgesprochen, dass das Staatliche Bauamt Mittelmarkierungen auf der Straße aufbringen sollte. Dies werde geprüft, so die Behörde auf Nachfrage, auch wenn Untersuchungen gezeigt hätten, dass vorsichtiger gefahren werde, wenn es keine Mittelmarkierungen gebe.
Ein weiteres Problem an der Haltestelle: Immer wieder brausen Fahrzeuge an den bereits haltenden Schulbussen vorbei, berichten auch Anwohner in Rügheim, die sich wundern, dass an dieser Stelle bisher noch nichts passiert ist.
Die Gefährlichkeit der Haltestelle zu entschärfen ist eines, eine andere Forderung in der Unterschriftenliste ist: Die Kinder brauchen eine geeignete Unterstellmöglichkeit. Elke Weber-Rubenbauer zeigt dabei Bilder, wie Eltern, die ihre Kinder zum Schulbus brachten, die Heckklappe des Fahrzeugs nutzten, damit sich Schüler bei starkem Regen unterstellen konnten. „Es haben sich sogar schon Busfahrer beschwert, dass die Kinder völlig durchnässt in den Bus kommen“, so Weber-Rubenbauer.
Einige Ortseinsichten habe es wegen der Haltestelle, einer möglichen Verlegung und auch wegen dem Bushäuschen gegeben, berichtet Hofheims Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Wolfgang Borst. Unter anderem sei auch die Verlegung der Haltestelle ortsauswärts in Richtung Römershofen, auf dem Platz gegenüber der Zufahrt zum Landhotel diskutiert worden. Denn dort hätte man eventuell auch die Möglichkeit gehabt, ein Unterstellhäuschen unterzubringen.
Allerdings hat sich in den vergangenen Tagen eine andere Entwicklung ergeben, die das Problem gefährliche Haltestelle und fehlendes Bushaltehäuschen in wenigen Monaten lösen werde: Aller Voraussicht nach werde im kommenden Jahr die Haltestelle am Marktplatz gar nicht mehr benötigt. Der Grund: An der Haltestelle werden auch die Grundschüler aufgenommen, die ins Schulhaus nach Humprechtshausen gefahren werden. Und diesen Schulstandort werde es vermutlich angesichts der Entwicklung der Schülerzahlen im kommenden Schuljahr nicht mehr geben. Dann werden alle Grundschüler nach Hofheim gefahren. Der Bus für diese Schüler hält wie bisher auch schon am alten Brauhaus in Rügheim, gegenüber dem Marktplatz. Und hier gibt es auch eine Unterstellmöglichkeit. Eine weitere Haltestelle ist auch jetzt schon in der Rügheimer Siedlung.
Zudem könnte sich Borst vorstellen, dass für die Grundschüler aus dem inneren Ort der Bus auch an der Haltestelle der Realschüler und Gymnasiasten, an der alten Ziegelei, hält. Denn dort gibt es auch eine Unterstellmöglichkeit. Allerdings, so Borst, müssten dem die Rügheimer auch zustimmen. Zumutbar sei der Weg, so Borst, denn auch in anderen Stadtteilen seien die Entfernungen zum Schulbus ähnlich.
„In Ordnung“ lautet angesichts der neuen Entwicklung auch die Einschätzung von Elke Weber-Rubenbauer. Sie ist den Weg von innerorts zur Ziegelei-Haltestelle in langsamen Tempo abgegangen und auf eine Zeit von etwa sechs Minuten gekommen. „Das ist zumutbar“, so Weber-Rubenbauer. Auch wenn der Weg länger sei, sei es ein Gewinn an Sicherheit und die Kinder sind weg von der gefährlichen Hauptstraße.
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