aktualisiert: 06.08.2009 17:57 Uhr
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HOFHEIM
Katzenklau: Polizei spricht von Massenhysterie
Tierschützer schlagen weiter Alarm: Mit präparierten Altkleider-Boxen werden Haustiere angelockt
(tf) Tierschützer bekommen die Panik, wenn sie die orangen Tonnen mit der Aufschrift „Schuh- und Altkleidersammlung“ am Straßenrand stehen sehen. Sie glauben, dass Katzenfänger hinter dieser Aktion stecken und so versuchen, die süßen Miezen auszuspähen und mitzunehmen. Ist das alles nur bloße Angst oder sind die Tiere tatsächlich in Gefahr?
Die orangenen Sammelboxen stehen in Rügheim, in Hofheim, in Haßfurt und in vielen anderen Orten tauchen sie nach und nach auf. Sie werden hauptsächlich in Wohngebieten vor die Haustüren gestellt und ein, zwei Tage später wieder von Lieferwagen abgeholt. Durchgeführt wird die Altkleidersammlung von der Firma Pako mit Sitz im schwäbischen Fellbach.
Auf den Tonnen ist eine Telefonnummer angegeben, die man unter anderem dann anrufen soll, wenn der Container nicht abgeholt wird. Sie gehört laut Telefonverzeichnis dem Unternehmenschef Ahmad Samal. Wählt man die Nummer, meldet sich niemand. Es gibt einen Rückruf von Rebwar Mahmoud. Er sei, so sagt er, für die Altkleidersammlung der Firma Pako zuständig.
„Wir haben mit Katzenfängern absolut nichts zu tun“, erklärt er. Im Gegenteil: „Wir sind sogar Mitglied im Tierschutzbund.“ Die Firma Pako würde nur Altkleider sammeln und zwar, wie es auch auf den Boxen angegeben ist, für einen gewerblichen Zweck. „Wir handeln mit den Dingen. Einem wohltätigen Zweck werden die Altkleider nicht zugeführt.“
Tierschützer hingegen behaupten in mehreren Internetforen, dass Altkleidersammlungen – genannt wird dabei auch die Firma Pako – genutzt werden, um sich möglichst unauffällig, mit ortsfremden Autokennzeichen, bewegen zu können. Sie raten daher zu Wachsamkeit, unter anderem auf der Internetseite www.haustierdiebstahl-in-deutschland.de und geben entsprechende Warnungen vor Tierfängern heraus.
Hauptkommissar Peter Firsching, Pressesprecher der Polizei in Haßfurt, reagiert auf diese „fundamentalistische Massenhysterie“ der Tierschützer etwas genervt. „Es gibt keinerlei Hinweise auf rechtswidrige Handlungen“, betont er mehrmals.
Für die Behauptungen der Tierschützer, dass die Altkleider-Tonnen präpariert oder mit Lockstoffen versehen sind, gebe es absolut keine Hinweise. Bei der Polizei in Haßfurt würden sich viele Tierschützer melden und entsprechende Verdächtigungen äußern. „Aber trotz mehrfacher Aufforderung haben wir keine stichhaltigen Beweise bekommen“, so Firsching. „Es wird daher Zeit, dass diese unselige Diskreditierung der Firma endlich beendet wird.“
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