publiziert: 18.06.2012 16:53 Uhr
aktualisiert: 20.06.2012 16:22 Uhr
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Lebensretter: Bernd , der Held der Straße

Ein Rentweinsdorfer rettete Frau und Kind aus brennendem Auto – und wird dafür vom Automobilclub von Deutschland als Held der Straße gekürt
  • Foto: Automobilclub Deutschland
    Lebensretter: Lastwagenfahrer Bernd Appelmann aus Rentweinsdorf rettete eine Mutter und ihr Kind aus einem brennenden Wagen – dafür wurde er zum Helden des Monats gekürt.
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Am 28. März wird der Lastwagenfahrer Bernd Appelmann aus Rentweindorf zum Helden, als er auf der A 70 bei Bamberg schuldlos in einen Verkehrsunfall gerät und einer jungen Mutter und ihrem kleinen Sohn das Leben rettet. Die Frau hatte bei einem Überholmanöver die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren und war gegen die Leitplanke geschleudert. Der 34-jährige Lastwagenfahrer hielt sofort an und rettete die junge Mutter und ihr 15 Monate altes Kind aus dem Wrack, das kurz danach völlig ausbrannte.

Für seinen mutigen Einsatz haben der Automobilclub von Deutschland (AvD) und ein bekannter Reifenhersteller Bernd Appelmann nun zum „Helden der Straße“ des Monats Juni gekürt. „Im Rahmen der Verkehrssicherheitsaktion werden das ganze Jahr über Menschen ausgezeichnet, die besonnen, mutig und selbstlos andere Verkehrsteilnehmer vor Schaden bewahrt und so für mehr Sicherheit im Straßenverkehr gesorgt haben“, heißt es in einer Pressemitteilung des AvD.

Bernd Appelmann erinnert sich noch genau, wie es Ende März zu dem folgenschweren Unfall kam. Gegen 10.30 Uhr ist er mit seinem Lastwagen auf der A 70 Richtung Schweinfurt unterwegs. Bei Oberhaid im Landkreis Bamberg wird er von einer jungen Frau überholt. „Ich habe das Quietschen von Reifen gehört, dann ist ein Auto an mir vorbei gezischt, knallte erst nach links in die Leitplanke, wird zurück auf die Straße geschleudert und dann hab' ich das Auto getroffen.“

„Ich war zunächst total geschockt, dann lief alles automatisch ab.“

Lebensretter Bernd Appelmann

 

Bernd Appelmann versucht auszuweichen, hatte jedoch die Kollision nicht mehr verhindern können. Er stoppt, setzt einen Notruf ab und eilt zu Hilfe. „Ich war zunächst total geschockt, dann lief alles automatisch ab“, erinnert er sich. Aus dem Wrack steigt bereits Rauch auf und der Lastwagenfahrer erkennt sofort, dass ihm nicht viel Zeit bleibt, um Schlimmeres zu verhindern.

Als er beim Unfallwagen ankommt, entdeckt er, dass sich darin neben der 22-jährigen Frau auch ein Kleinkind befindet. Appelmann versucht die Fahrertür aufzubekommen, die durch den Aufprall stark verbeult ist und klemmt. Der 34-jährige Vater einer siebenjährigen Tochter zögert nicht und rennt zur Beifahrerseite, welche sich noch öffnen lässt: „Zum Glück stand das Auto nicht zu nahe an der Leitplanke.“ Zu diesem Zeitpunkt sieht der Lastwagenfahrer schon Qualm aus dem Motorraum dringen. Appelmann erklärt der geschockten Mutter, die zum Glück nicht verletzt ist, dass sie über die Beifahrertür aussteigen muss. Dann holt er das Kleinkind vom Rücksitz. Kurz darauf steht der Wagen in Flammen und brennt komplett aus.

Medien zufolge hatte der 15 Monate alte Sohn auf der Rückbank gesessen und gequengelt, weswegen ihm die Mutter eine Flasche reichen wollte. Dabei hatte sie dann die Kontrolle über ihren Wagen verloren. Die aus dem Raum Gießen stammende Mutter und der Sohn blieben – dank dem mutigen Unterfranken – unverletzt. „Durch seinen beherzten Einsatz rettete Bernd Appelmann vermutlich der Mutter und ihrem Kind das Leben“, schreibt der AvD in seiner Pressemitteilung. Er habe in einer außergewöhnlichen Situation vorbildlich reagiert und den Überblick behalten.

„Als ich sah, dass aus dem Motorraum Rauch aufsteigt, wusste ich, dass jede Sekund zählt“

Lebensretter Bernd Appelmann

 

„Als ich sah, dass aus dem Motorraum Rauch aufsteigt, wusste ich, dass jede Sekunde zählt“, meint Appelmann rückblickend. Wer ihn für die Auszeichnung vorgeschlagen hat, weiß er nicht. Als man ihm am Telefon mitteilte, dass er als „Held der Straße“ nominiert sei, sei er aus allen Wolken gefallen.

Neben der Auszeichnung zum „Held der Straße“, erhielt Appelmann vier Eintrittskarten für das Legoland sowie ein „Sicherheits-Set“, das aus einem Apple iPhone, einer Autohalterung und einer einjährigen, kostenlosen Mitgliedschaft im AvD besteht. Außerdem wird unter allen Helden des Jahres 2012 ein Neuwagen verlost. Schirmherr der Aktion „Held der Straße“ ist Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Auf dem Teil der A 70, der in den Zuständigkeitsbereich der oberfränkischen Polizei fällt, haben sich im vergangenen Jahr 426 Verkehrsunfälle ereignet. „62 davon mit Personenschaden und 201 mit schwerwiegendem Sachschaden“, so Jürgen Stadter, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberfranken. Auf der Autobahn, so der Polizist, sei die Hilfsbereitschaft generell nicht sehr hoch, da eine eigene Gefährdung in Kauf genommen werden müsste. Allerdings würden die Polizei nach Unfällen auf der Autobahn haufenweise Anrufe erreichen: „Das ist schon mal gut.“ Dennoch sollte die Pflicht zur Ersten Hilfe nicht vernachlässigt werden. Wer auf der Autobahn anhält, um anderen zu helfen, müsse allerdings mit Bedacht vorgehen. „Helfer sollten, wenn möglich, hinter der Seitenbande agieren und von dort aus helfen. Außerdem empfehle ich, eine reflektierende Sicherheitsweste zu tragen“, so Stadter.

Für den „Helden der Straße“ kann sich jeder über die Internseite www.held-der-strasse.de bewerben.

Von unserem Redaktionsmitglied Carolin Münzel
    
    

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