aktualisiert: 27.01.2012 17:58 Uhr
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KLEINMÜNSTER
Leserforum: Windkraft, ja gerne!
Zu unserer Berichterstattung über geplante Windkraftanlagen im Landkreis Haßberge erreichte uns folgender Leserbrief:
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Das Manuskript des Dramas "Demetrius" und ein Federkiel liegen auf dem Schreibtisch im Wohnhaus von Friedrich Schiller (1759-1805) in der Innenstadt von Weimar, aufgenommen am 15.04.2005. In der Mansarde hatte Schiller seinen Schlaf- und Arbeitsraum. Am 9. Mai 1805 stirbt der Mittvierziger über der Arbeit am "Demetrius". Nur drei Jahre hatte der oft unter Geldknappheit leidende Dichter das 1777 erbaute Bürgerhaus genießen können. 200 Jahre nach Schillers Tod zieht es zahlreiche Besucher in sein Wohnhaus, 7700 waren es allein im März 2005, darunter viele Schüler und Jugendliche. Ein Jahr zuvor kamen nur 4700. Die Zahl der betreuten Gruppen stieg im selben Zeitraum von 100 auf 171. Zumeist kommen sie aus Deutschland. Foto: Martin Schutt/lth (Zu dpa-Reportage: "Vom Rebell zum Dichterfreund - Schillers schwerer Weg zu Goethe" vom 20.04.2005) +++(c) dpa - Bildfunk+++Z1020 Martin Schutt (dpa-Zentralbild)
Ich möchte hier nicht näher auf die ökologischen und technischen Vorteile der Windkraft und die teilweise abstrusen Thesen von Herrn Scheuring in „seiner“ Bürgerversammlung eingehen, sondern auf eine interessante Studie zur Windenergie hinweisen.
Die Studie von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich mit dem Titel „Akzeptanz von Windkraftanlagen" (Seitz, N. 2011) ist im Internet veröffentlicht. Darin wurden den Einwohnern des Schweizer Ortes Entlebuch in einem Fragebogen, in einer ähnlich ländlichen Gegend wie unsere gelegen, mehrere Fragen zu ihrer Windkraftanlage gestellt. In Sichtweite des Ortes gibt es bereits ein Windrad und weitere sind geplant. Die Auswertung der Umfrage kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis und wird so zusammengefasst: „Windenergieanlagen bereichern die Landschaft und steigern das Interesse und die Akzeptanz der Bevölkerung für Windenergie“ Erstaunlicherweise wurde ein unerwarteter Zusammenhang zwischen der Sichtbarkeit von Windenergieanlagen und dem Interesse an der Windkraft gefunden. Personen, die von ihrem Wohnort eine Windenergieanlage sehen können, tendieren in der vorliegenden Untersuchung dazu, die Windenergie positiver zu bewerten und sie interessieren sich eher für die Technik. Die von ihrem Wohnort sichtbare Anlage besuchen sie deutlich häufiger als die Vergleichsgruppe, die die Anlage nicht sehen kann.
Über Windenergie fühlen sie sich besser informiert und unterstützen die Technik mehrheitlich. Übrigens, die Windkraftanlagen stehen in einer UNESCO-Biosphäre, denn in der Schweiz ist der Ausbau neuer erneuerbarer Energien im Nachhaltigkeitsziel der UNESCO Biosphäre ein wichtiger Baustein. Das macht Sinn.
Eine ähnliche Einstellung und hohe Akzeptanz ist hier in Greßhausen zu beobachten. Wir leben schon seit Jahren mit den Windrädern. Mittlerweile gibt es Windräder an zwei Standorten um Greßhausen herum, demnächst wird noch ein dritter hinzukommen. Der Gemeinderat der Gemeinde Gädheim hat mit Weitblick und ohne große Bedenken dem Bau der Anlagen zugestimmt. Da auch die Großindustrie in Schweinfurt an der Technik der Windräder beteiligt und zugleich auch Arbeitgeber ist, wird die positive Einstellung bestärkt. Wie in der Studie beschrieben, haben sich die Windräder auch hier zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt.
Die Akzeptanz wird sogar noch gesteigert, wenn man den Bau der Windräder, wie das Zusammensetzen der Zylinder, die einzelnen Rotorblätter am Boden oder den Spezialkran zur Montage der Rotorblätter direkt erleben kann. Dies geschieht im Moment bei Forst. Wahre technische Meisterleistungen. Der Flächenverbrauch ist nach Fertigstellung sehr gering und die zum Bau benötigte Fläche kann wieder wie zuvor genutzt werden. Das angesprochene Problem des Schlagschattens wurde bei Waldsachsen beispielsweise durch Abschaltung der Windräder bei tief stehender Sonne geregelt.
Ich kann jedem nur empfehlen, diese erstaunliche Studie zu lesen, sich dann noch die unkalkulierbaren Risiken der Kernkraft und die von Greenpeace errechneten Kosten vor Augen zu halten: Entwicklung, Bau, Unterhalt und Zwischenlager kamen bisher auf 230 Milliarden Euro und es kommen noch einmal 100 Milliarden für Endlager, Rückbau und Nachsorge auf den Steuerzahler zu. Ohne Strompreis, der geht extra, aber in die Tasche der Konzerne.
Aus diesen Gründen werde ich am Tag der Abschaltung des KKW Grafenrheinfeld in Greßhausen die Kirchenglocken läuten.
Dr. Konrad Albert
Greßhausen
97503 Gädheim
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Die neuesten Kommentare
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wefuther (1 Kommentare) am 02.02.2012 11:55
Windkraft GreßhausenDas mit den Glocken werde ich unterstützen |
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alka (1 Kommentare) am 28.01.2012 10:26
Windkraft GreßhausenIch bin auf jeden Fall mit Freude dabei, wenn die Glocken geläutet werden! |
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ropel (190 Kommentare) am 27.01.2012 21:37
die selben erfahrungenkönnen auch hier in mainfranken gemacht werden.im bereich biebelried, repperndorf, theilheim, erlach, kaltensondheim stehen 14 windräder. die ortschaften werden nicht von den bewohnern verlassen, so wie es die windkraftgegner vorausgesagt haben, es passiert das gegenteil: es werden neue häuser gebaut, und alte saniert. menschen ziehen in die ortschaften. |
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