publiziert: 27.01.2012 14:55 Uhr
aktualisiert: 27.01.2012 17:58 Uhr
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Leserforum: Windkraft, ja gerne!

Zu unserer Berichterstattung über geplante Windkraftanlagen im Landkreis Haßberge erreichte uns folgender Leserbrief:

  • Leserforum
    Z1020 Martin Schutt (dpa-Zentralbild)
Bild von

Ich möchte hier nicht näher auf die ökologischen und technischen Vorteile der Windkraft und die teilweise abstrusen Thesen von Herrn Scheuring in „seiner“ Bürgerversammlung eingehen, sondern auf eine interessante Studie zur Windenergie hinweisen.

Die Studie von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich mit dem Titel „Akzeptanz von Windkraftanlagen" (Seitz, N. 2011) ist im Internet veröffentlicht. Darin wurden den Einwohnern des Schweizer Ortes Entlebuch in einem Fragebogen, in einer ähnlich ländlichen Gegend wie unsere gelegen, mehrere Fragen zu ihrer Windkraftanlage gestellt. In Sichtweite des Ortes gibt es bereits ein Windrad und weitere sind geplant. Die Auswertung der Umfrage kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis und wird so zusammengefasst: „Windenergieanlagen bereichern die Landschaft und steigern das Interesse und die Akzeptanz der Bevölkerung für Windenergie“ Erstaunlicherweise wurde ein unerwarteter Zusammenhang zwischen der Sichtbarkeit von Windenergieanlagen und dem Interesse an der Windkraft gefunden. Personen, die von ihrem Wohnort eine Windenergieanlage sehen können, tendieren in der vorliegenden Untersuchung dazu, die Windenergie positiver zu bewerten und sie interessieren sich eher für die Technik. Die von ihrem Wohnort sichtbare Anlage besuchen sie deutlich häufiger als die Vergleichsgruppe, die die Anlage nicht sehen kann.

Über Windenergie fühlen sie sich besser informiert und unterstützen die Technik mehrheitlich. Übrigens, die Windkraftanlagen stehen in einer UNESCO-Biosphäre, denn in der Schweiz ist der Ausbau neuer erneuerbarer Energien im Nachhaltigkeitsziel der UNESCO Biosphäre ein wichtiger Baustein. Das macht Sinn.

Eine ähnliche Einstellung und hohe Akzeptanz ist hier in Greßhausen zu beobachten. Wir leben schon seit Jahren mit den Windrädern. Mittlerweile gibt es Windräder an zwei Standorten um Greßhausen herum, demnächst wird noch ein dritter hinzukommen. Der Gemeinderat der Gemeinde Gädheim hat mit Weitblick und ohne große Bedenken dem Bau der Anlagen zugestimmt. Da auch die Großindustrie in Schweinfurt an der Technik der Windräder beteiligt und zugleich auch Arbeitgeber ist, wird die positive Einstellung bestärkt. Wie in der Studie beschrieben, haben sich die Windräder auch hier zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt.

    
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Die Akzeptanz wird sogar noch gesteigert, wenn man den Bau der Windräder, wie das Zusammensetzen der Zylinder, die einzelnen Rotorblätter am Boden oder den Spezialkran zur Montage der Rotorblätter direkt erleben kann. Dies geschieht im Moment bei Forst. Wahre technische Meisterleistungen. Der Flächenverbrauch ist nach Fertigstellung sehr gering und die zum Bau benötigte Fläche kann wieder wie zuvor genutzt werden. Das angesprochene Problem des Schlagschattens wurde bei Waldsachsen beispielsweise durch Abschaltung der Windräder bei tief stehender Sonne geregelt.

Ich kann jedem nur empfehlen, diese erstaunliche Studie zu lesen, sich dann noch die unkalkulierbaren Risiken der Kernkraft und die von Greenpeace errechneten Kosten vor Augen zu halten: Entwicklung, Bau, Unterhalt und Zwischenlager kamen bisher auf 230 Milliarden Euro und es kommen noch einmal 100 Milliarden für Endlager, Rückbau und Nachsorge auf den Steuerzahler zu. Ohne Strompreis, der geht extra, aber in die Tasche der Konzerne.

Aus diesen Gründen werde ich am Tag der Abschaltung des KKW Grafenrheinfeld in Greßhausen die Kirchenglocken läuten.

Dr. Konrad Albert
Greßhausen
97503 Gädheim

    
    

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Die neuesten Kommentare

danchen (14 Kommentare) am 06.08.2012 00:05

jawohl

Leider reichen die Glocken nicht bis Kleinmünster - dort gibt es tatsächlich eine Bürgerinitiarive, (der Frontmann ist der Chef des AKW's Grafenrheinhfeld) die keine Glocken und sollten sie noch so laut sein- hören. Warum? Weil sie es nicht hören wollen und stattdessen lieber auf alles und jeden eindreschen, der nicht der gleichen Meinung ist.
Schade oder?
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wefuther (1 Kommentare) am 02.02.2012 11:55

Windkraft Greßhausen

Das mit den Glocken werde ich unterstützen
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alka (1 Kommentare) am 28.01.2012 10:26

Windkraft Greßhausen

Ich bin auf jeden Fall mit Freude dabei, wenn die Glocken geläutet werden!
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ropel (697 Kommentare) am 27.01.2012 21:37

die selben erfahrungen

können auch hier in mainfranken gemacht werden.

im bereich biebelried, repperndorf, theilheim, erlach, kaltensondheim stehen 14 windräder.

die ortschaften werden nicht von den bewohnern verlassen, so wie es die windkraftgegner vorausgesagt haben, es passiert das gegenteil: es werden neue häuser gebaut, und alte saniert. menschen ziehen in die ortschaften.
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