publiziert: 13.07.2012 17:43 Uhr
aktualisiert: 15.07.2012 12:04 Uhr
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Luna, die Herzensbrecherin

Christian Hofmann nahm sich des Kälbchens an, nachdem das Muttertier eingeschläfert worden war
  • Fotos: Beate Dahinten/Thinkstock
    Zweieinhalb Liter in Nullkommanix: Luna mangelt es nicht an Appetit. Ziehvater Christian Hofmann kümmert sich liebevoll um das Schottisch-Highland-Kälbchen (oben). Das Symbolfoto unten zeigt, wie Luna als ausgewachsenes Tier aussehen wird.
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Luna hatte Glück im Unglück: Christian Hofmann nahm sich des Kälbchens an, nachdem das Muttertier eingeschläfert werden musste. Die beiden verstehen sich prima.

Hellbraunes Zottelfell, große, dunkle Augen und eine knuffige Nase: Kein Wunder, dass Luna die Herzen nur so zufliegen. Mit ihrem Teddygesicht nimmt sie jeden Besucher sofort für sich ein. Und wie sie da auf ihrem eingezäunten Stück Wiese herumhopst – einfach zum Knuddeln.

Die Ermershäuser lieben Luna

Fast täglich kommen Kinder auf den Hof, um Luna zu streicheln. Und auch die Erwachsenen haben sie ins Herz geschlossen. Grade hat sie ein bisschen Gras genascht, aber das reicht ihr nicht. Luna hat richtig Hunger. Dabei ist es jetzt, gegen drei viertel sechs, noch nicht ganz ihre Zeit. Macht nix: Kaum hat sie ihren jungen Betreuer erspäht, ruft sie schon nach ihm.

Am Freitag vor Pfingsten kam das Schottisch-Highland-Kälbchen zur Welt. Seine Mutter musste einige Tage später krankheitsbedingt eingeschläfert werden. „Das ist das erste Mal in neun Jahren, das so was passiert ist“, erzählt Rainer Hofmann, der zusammen mit Klaus Welz eine kleine Herde dieser robusten Rasse hält.

Dreimal am Tag füttern

Auf einer Wiese am Ortsrand sind die Tiere das ganze Jahr über unter freiem Himmel. Ein anderes Kälbchen, eine Woche jünger als Luna, läuft schon dort mit. Aber Luna ist ein „Spezialfall“, wie es Hofmann ausdrückt. Sein Sohn Christian nahm sich des Kälbchens an. „Ich hab' gesagt: Ich mach's“, berichtet der 13-Jährige. „Sie war zwei, drei Tage bei ihrer Mutter, hat nichts gesoffen.“ Das Füttern – erst dreimal, jetzt zweimal am Tag – gehört ebenso zu seinen Aufgaben wie einmal wöchentlich den Stall sauber zu machen.

Luna macht keinen Hehl aus ihrer Freude, ihn zu sehen. Zur Begrüßung gibt es eine Streicheleinheit. In der Scheune bereitet Christian dann das Abendessen vor. Die Kälbermilch kriegt Luna in einem Eimer mit Sauger serviert. Die Flasche bekam sie nur am Anfang ein, zwei Mal. Wie gesagt: An Appetit fehlt es dem Kälbchen nicht. Zweieinhalb Liter in Nullkommanix, ohne Luft zu holen, das spricht für sich. Ungefähr drei Wochen noch, dann kommt Luna zu ihren Artgenossen auf die Weide. „Es geht dann schon in den Herbst rein und sie muss sich langsam abhärten“, erklärt Rainer Hofmann. Bis dahin wird sie sich auch ganz auf grüne Kost eingestellt haben. Vorerst genießt Luna aber erst noch ihre Milchrationen – und das Zusammensein mit ihrem zweibeinigen Kameraden.

Abends eine halbe Stunde spielen

Spielstunde ist angesagt. „Das braucht sie auch“, sagt Christian Hofmann. Etwa eine halbe Stunde nimmt er sich dafür abends Zeit. Inzwischen muss der Teenager aber schon ein bisschen aufpassen, schließlich hat Luna in den letzten Wochen zugelegt. „Die rennt dich um, die hat Kraft.“

Jedenfalls macht es Spaß, Christian und Luna zuzuschauen. Die beiden verstehen sich einfach prima. Der Weg in den Stall ist da auch ohne Halfter kein Problem. Mit dem Futtereimer als Köder läuft Christian voraus – und Luna folgt ihm wie ein Hündchen. Auch ausgebüxt ist sie einmal, aber der Ausflug in die Nachbarschaft nahm ein glückliches Ende. Demnächst wird Luna mit den anderen Kälbchen über die Weide toben. Für Christian ist das okay. In einer Hinsicht jedoch bleibt sie ein Spezialfall: „Sie wird nicht geschlachtet“, sagt er.

bd
    
    

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