aktualisiert: 13.03.2009 20:00 Uhr
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EBELSBACH/BERLIN
Makaber: Toten in der Leichenhalle vergessen
Sarg stand fast zwei Wochen im Aufbewahrungsraum
Fast zwei Wochen lag ein Toter im Leichenschauhaus in Ebelsbach (Lkr. Haßberge). Offenbar fühlte sich niemand für die Leiche zuständig. Gleichzeitig wurde am Freitag bekannt, dass in einer Toilette des Berliner Universitätskrankenhauses Charité eine teils verweste Leiche entdeckt wurde.
Und doch scheint genau dies in Ebelsbach passiert zu sein. Fast zwei Wochen lag dort ein Toter im Sarg, bevor er eher zufällig entdeckt wurde.
Verwandte riefen die Polizei
Die traurige Geschichte um den Toten im Leichenschauhaus hatte ihren Ursprung bereits um die Jahreswende. Nachdem seine Verwandten zwei Wochen nichts mehr von ihm gehört hatten, verständigten sie die Polizei. Am gleichen Tag, dem 2. Januar, wurde die Wohnung des 49-jährigen Mannes in Ebelsbach geöffnet, Polizei und Rettungsdienst fanden den Mann tot vor, berichtet Peter Firsching von der Polizeiinspektion Haßfurt.
Die Leiche des Mannes kam dann zunächst in das Leichenschauhaus, berichtet Ebelsbachs Bürgermeister Walter Ziegler. Anschließend wurde sie vom Bestattungsunternehmen, wie es in solchen Fällen üblich ist, zur gerichtsmedizinischen Untersuchung gebracht. Das Ergebnis: Keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden, berichtet die Polizei weiter. Der Leichnam wurde vom Bestattungsunternehmen wieder nach Ebelsbach in den Aufbewahrungsraum des Leichenschauhauses gebracht.
„Peinlich“ und eine „Verkettung von unglücklichen Umständen“ nennt Ziegler dann das, was in den nächsten rund zwei Wochen passierte: Nämlich gar nichts. Aus Sicht der Gemeinde stellt sich dies so dar: Erst am 28. Januar habe man erfahren, dass der Tote überhaupt nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung wieder in die Leichenhalle gebracht worden sei. An diesem Tag hatte ein Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens eine Trage abholen wollen und dabei festgestellt, dass der Leichnam noch immer im Gebäude lag.
Natürlich sei man seitens der Gemeinde darüber entsetzt gewesen. Aber er sieht kein Versäumnis bei der Gemeinde, denn das Bestattungsunternehmen hätte die Verwaltung informieren müssen, dass der Leichnam nun wieder in Ebelsbach sei. Dies sei unterblieben.
Dass der Tote überhaupt für die Gemeinde unbemerkt ins Leichenschauhaus kam ...
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