publiziert: 27.03.2011 17:40 Uhr
aktualisiert: 27.03.2011 17:44 Uhr
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Neue Tafel erinnert an alte Synagoge

Im Gebäude des Staatlichen Schulamts in Haßfurt war einst ein jüdischer Gebetsraum
  • Im Eingangsbereich des Staatlichen Schulamts im Landkreis Haßberge in der Schlesinger Straße in Haßfurt wurde eine Erinnerungstafel an die ehemalige Synagoge in Haßfurt und die Geschichte der Juden in Haßfurt angebracht. Unser Bild zeigt (von links) Wilfried Neubauer, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Haßberge, Schulamtsdirektorin Ulrike Brech, Cordula Kappner, Bürgermeister Rudi Eck, Landrat Rudolf Handwerker sowie (auf der Treppe) Stadtarchivar Thomas Schindler (vorne) und den Grafiker Steven P. Carnarius.
  • Informativ: Bürgermeister Rudi Eck (links) und Landrat Rudolf Handwerker (Zweiter von links) enthüllten die Erinnerungstafel an die ehemalige Synagoge in Haßfurt und die Geschichte der Juden in Haßfurt, die im Eingangsbereich des Staatlichen Schulamtes im Landkreis Haßberge angebracht wurde. Mit im Bild (von rechts) Stadtarchivar Thomas Schindler, Schulamtsdirektorin Ulrike Brech und Wilfried Neubauer, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Haßberge.
    Fotos: Ulrike Langer
  • Ecke Stadelgasse/Schlesingerstraße in Haßfurt: Im Gebäude, in dem heute das Staatliche Schulamt residiert, befanden sich früher die Synagoge (links hinten) und das Lehrerhaus (vorne).
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3 Bilder

Die Idee für die Erinnerungstafel an die ehemalige Synagoge und die Geschichte der Juden in Haßfurt im Eingangsbereich des Staatlichen Schulamts in Haßfurt kam von Christian Rein, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Umgesetzt hat sie jedoch Schulamtsdirektorin Ulrike Brech, da das Schulamt vergangenes Jahr in das Gebäude umgesiedelt ist.

„Als mein Kollege Dr. Arman Behdjati-Lindner und ich unsere Praxis in der ehemaligen Synagoge in der Schlesinger Straße in Haßfurt eröffneten, habe ich mich auch für die Geschichte des Hauses interessiert“, sagte Rein. „Denn die Kinderheilkunde hat eine große jüdische Tradition.“ Ab Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts hätten sich vor allem jüdische Kinderärzte besonders für den Auf- und Ausbau sozialpädiatrischer Einrichtungen verdient gemacht und den Zusammenhang zwischen Krankheiten und sozialer Lage aufgezeigt. Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, waren fast 50 Prozent aller Kinderärzte jüdischer Herkunft.

Rein berichtete, dass er Kontakt mit Cordula Kappner, einer Expertin für jüdische Schicksale in junger Vergangenheit, aufgenommen habe. „Sie hat mir Materialien zur Geschichte der Synagoge und der Juden in Haßfurt zur Verfügung gestellt. Leider bin ich aber aus Zeitgründen vor unserem Umzug in das Ärztehaus I am Krankenhaus nicht mehr dazu gekommen, eine Erinnerungstafel anfertigen zu lassen.“

Auch das Staatliche Schulamt fühlt sich der Geschichte des Hauses verbunden. „Wir sind eine Bildungseinrichtung. Daher habe ich mich verpflichtet gefühlt, auf das frühere jüdische Versammlungs- und Gotteshaus hinzuweisen“, sagte Brech vor der Enthüllung der Erinnerungstafel. Sie dankte Wilfried Neubauer vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises und Bürgermeister Rudi Eck für die Finanzierung, Cordula Kappner für die Unterstützung und dem Grafiker Steven P. Carnarius aus Bamberg für die Umsetzung.

Die Geschichte der Juden in Haßfurt wurde in Form eines Geschichtsfrieses dargestellt. Stadtarchivar Thomas Schindler erläuterte den Inhalt der Erinnerungstafel und regte an, auch bei Stadtführungen diesen Ort zu besuchen. Umrahmt wurde die Gedenkstunde von Schulrat Norbert Zwicker (Klarinette), dem Rektor der Mittelschule Ebern, Philipp Arnold (Gitarre), und dem Konrektor der Mittelschule Zeil, Alfons Ernst (Bass), mit Klezmer-Musik.

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Langer
    
    

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