publiziert: 31.01.2012 15:43 Uhr
aktualisiert: 31.01.2012 17:31 Uhr
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Noch keine Bußgelder verhängt

Maisernte am Sonntag: Ermittlungen laufen noch

Diesen Sonntag im September vergangenen Jahres dürften Landwirte aus dem Eberner Bereich so schnell nicht vergessen. Mit der Mais-Ernte beschäftigt, bekamen sie Besuch von der Polizei. Und damit verbunden eine Anzeige. Der Vorwurf: Sie haben gegen das Gesetz zum Schutz der Sonn- und Feiertage verstoßen (wir berichteten).

Wie im Haßbergkreis hatte es auch im Landkreis Würzburg Anzeigen gegen Landwirte gegeben, die am Sonntag Mais geerntet hatten. Im Würzburger Landkreis bekommen die drei betroffenen Landwirte jetzt eine Verwarnung. Dabei will es das Landratsamt belassen. Verstoßen die Bauern allerdings wieder gegen das Sonn- und Feiertagsgesetz müssen sie mit einem Verwarnungsgeld rechnen. Und das kann zwischen fünf- und zehntausend Euro liegen.

Im Landratsamt Haßberge laufen derzeit noch die Ermittlungen, berichtet auf Anfrage Hans Ullrich Nembach, der Sachgebietsleiter öffentliche Sicherheit und Ordnung. Zum Fall selbst könne er sich nicht äußern, da gegenwärtig noch die Anhörung der Betroffenen läuft. Fest steht: Das Bußgeldverfahren ist noch nicht abgeschlossen, eine Entscheidung noch nicht gefallen. Dass dies dauern kann ist laut Nembach nicht ungewöhnlich, weil zum einen alle Betroffenen angehört werden müssen, zum anderen muss deren Argumentation geprüft werden. Knackpunkt beim Verfahren dürfte wohl sein: Wie unaufschiebbar ist die Ernte von Mais, wenn dieser in eine Biogasanlage wandert. Nembachs Einschätzung: Der Mais für eine Biogasanlage ist keine landwirtschaftliche Urproduktion, die denn auch Sonntags-Arbeit rechtfertigen würde. Wichtigster Gesichtspunkt sei bei allen landwirtschaftlichen Arbeiten die Frage: Sind sie unaufschiebbar?

Nicht stichhaltig ist für Manfred Kraus, Geschäftsführer der Verbundgeschäftsstelle Schweinfurt/Hofheim des Bayerischen Bauernverbands diese Argumentation, denn es sei sekundär, mit was der Landwirt sein Brot verdiene – ob mit tierischer Produktion oder Energieproduktion. Was von Bedeutung sei: Die Arbeit an diesem Tag sei für den Betrieb nötig gewesen.

Wie Nembach bestätigt, hat es auch in früheren Jahren bereits Verfahren gegen Landwirte bei Verstößen gegen das Gesetz zum Schutz von Sonn- und Feiertagen gegeben. Und diese landeten vereinzelt vor Gericht.

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Die neuesten Kommentare

helenefischer100 (21 Kommentare) am 01.02.2012 14:57

Sonntag muss erhalten bleiben

Wie oft hat man in den letzten Jahren Landwirte am Sonntag gesehen, die pflügten, Mais gedroschen haben und auch geodelt haben. Dies muss wirklich nicht am Sonntag sein. Wenn nur noch Arbeit zählt und keine Muße mehr, dann geht die Menschheit irgendwann zu Grunde. Familie zerbricht, wenn es kein gemeinsames Mittagessen mehr gibt und jeder kommt und geht wenn es ihm danach ist. Es reicht schon wenn immer mehr Waschstraßen und verkaufsoffene Sonntage es gibt. Nur noch Konsumdenken. Früher wurde wirklich nur zur Getreideerntezeit am Sonntag gearbeitet, wenn es Wetterabhängig war. Aber letzten Herbst war es wochenlang schön und trotzdem wurde die Sonntagsruhe gebrochen. Bereitschaften von Ärzten hat es schon immer gegeben Sonntags, aber viele Dinge bräuchte es Sonntags nicht zu geben.
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tagesspiegel (42 Kommentare) am 31.01.2012 21:40

Situationsbezogen

In vielen Jahren musste man wirklich großes Verständnis aufbringen, wenn am Sonntag die Getreidernte eingebracht werden musste.
Dazu gab es 2011 bei der Maisernte keine Veranlassung, weil wochenlang schönstes Wetter war.
Früher war es bei allen Bauern selbstverständlich, dass neben den notwendigen täglichen Arbeiten am Sonntag eben nicht mehr als nötig gearbeitet wird. In unserer Verfassung ist der Sonntag geschützt, in muslimischen Ländern der Freitag und im Judentum der Samstag.
Wenn nun alle rund um die Uhr arbeiten, braucht man auch keinen Sonntag mehr und zB auch keine übertarifliche Entlohnung in der Industrie: Alle Tage wären dann dasselbe.
Es gäbe keinen Alltag mehr und keinen Feiertag. Es gäbe keinen Tag für Familien und keine Feste im Sommer zumeist am Sonntag.
Und, der BvH würde/müsste jeden Tag erscheinen;-)
Außerdem geht es um die oft durch Mais verdreckten Straßen. Als Anwohner wohl eine Zumutung, wenn man am Samstag seiner Kehrpflicht nach kam- und dann kommt am Sonntag mittag die Bescherung.
Das Landratsamt müsste ermächtigt werden, wetterbezogen kurzfristig Sonderregelungen zu ermöglichen. Ansonsten muss der Sonntag aber streng geschützt sein !
Mit der Kritik am Billigwahn gebe ich Ihnen allerdings recht.
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Mexx (61 Kommentare) am 31.01.2012 20:37

Sind den jetzt alle blöd in diesem land?

Hallo was geht da ab sind denn jetzt in diesem land alle blöd oder was ist da los?
Last doch die Bauern ihre arbeit machen. Die machen arbeiten da wären sich manche hier im land zu schade dafür. Wenn das das Wetter passt muss die ernte eingefahren werden egal ob sonn oder Feiertag. Wäre der Bauer nicht hättest du kein Brot mal drüber nachdenken. Grad die die sich soweit aus dem Fenster lehnen genau das sind die die das billige Brot und Fleisch im Supermarkt kaufen und nicht beim Bäcker oder Metzger im Dorf wo das Getreide oder das Fleisch vom Bauern aus der nähe kommt .Ist da zwar etwas teurer aber es kommt von unseren Bauer und nicht aus Osteuropa. Denken sie mal drüber nach bevor sie den nächsten Bauer Anzeigen wegen sonn und Feiertags Arbeit.
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