aktualisiert: 13.02.2012 15:53 Uhr
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BUNDORF
Schmissige Tänze und schlichter Blödsinn
Bundorfer Faschingssitzungen sorgen über fünf Stunden lang für Kurzweil
Witzige Ideen, umgesetzt mit viel Engagement: Das abendfüllende Showprogramm bei den Büttensitzungen des FC Bundorf braucht keinen Vergleich zu scheuen. Aufwändige Kostüme und Kulissen, tanz- und spielfreudige Akteure sowie viel Musik sorgten über knapp fünf Stunden hinweg für gute Laune.
Dazu trugen die Stimmungsmacherinnen um Dorothea Bamberger, die bei den Liedern vor dem eigentlichen Programm und in den Pausen zum Mitsingen und Mitschunkeln animierten, ebenso das Ihre bei wie Moderator Hubert Endres und sein Stellvertreter René Bamberger.
Glanzpunkte quer durch die Generationen setzten die Tänzerinnen und Tänzer: Die „Piccolos“ begeisterten – ganz einem aktuellen Trend entsprechend – als fesche Dirndln und stramme Buam mit ihrem Schuhplattler. Die Cheerleader bei sind von Haus aus Stimmungsgaranten bei amerikanischen Sportarten. In diese Rolle war die Tanzgruppe der jungen Mädchen heuer geschlüpft und lieferte einen tollen Auftritt ab. Die Mädels der Showtanzgruppe entführten das Publikum in die Welt des Rock'n'Roll.
Stellen Sie sich vor, das Führungstrio des Raumschiffs Enterprise legt zusammen mit Außerirdischen einen Tanz aufs Parkett – so geschehen beim Männerballett auf der FC-Bühne. Und auch die Damen vom „Krampfadergeschwader“ hatten sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen: Ein ganzes Kinderzimmer voller Puppen, Clowns, Plüschkatzen und anderer Figuren wurde in der Nacht lebendig.
Selbst Babys hatten ihren großen Auftritt. Dass sie nicht mehr ganz so klein waren, tat dem Vergnügen der Zuschauer keinen Abbruch – im Gegenteil: mit überdimensionalen Windeln und gänzlich unerwachsenem Herumtollen versetzten die Herren mittleren Alters – im Bundorfer Fasching als „Waschbären“ bekannt – ihr Publikum mindestens genauso in Entzücken, wie es gemeinhin der Anblick echter Säuglinge auslöst.
Weniger entzückend ist für die allermeisten ein Besuch beim Zahnarzt, das galt in diesem Fall ganz besonders für Thomas Reder, der sich als Patient den rabiaten Methoden und ebensolchen Instrumenten des Dentisten alias René
Bamberger ausgeliefert sah. Die hübsche Zahnarzthelferin (Stephanie Reinhart) war da für ihn auch kein Trost.Heidi und ihren Großvater, den Alm-Öhi, ordnet man das normalerweise der Kinderunterhaltung zu. Aber was ist schon normal im Fasching: Da wird das kleine Mädchen schon mal von einem jungen Mann (Matthias Klopf) gespielt und die Unterhaltung mit seinem Großvater (Marcel Bamberger) ist keineswegs jugendfrei.
In die imaginäre Bütt war Alfred Schwappach gestiegen. Als „Beobachter“ hatte er sich so seine Gedanken gemacht über die Frauen im Allgemeinen und ihre Verhaltensweisen beim Besuch eines Restaurants im Speziellen. Gleich zwei Damen, von denen aber nur eine „echt“ war, nahmen kurz danach die Bütt für sich ein. Als „Schönheitsköniginnen“ wetteiferten Dorothea und Rupert Bamberger nicht nur um die Gunst des Publikums, sondern gaben auch ihre Eindrücke von den örtlichen Gegebenheiten zum Besten. Über die „LPG's“ an den Ortseingängen von Bundorf etwa oder über das Feuerwehrauto bei dem „das Wasser aus dem Scheibenwischer kommt – und hoffentlich auch aus dem Schlauch“.
Wahre Meisterleistungen vollbrachten die Kulissenbauer. Während draußen vom Winter keine Spur zu sehen war, verwandelten sie die Bühne in eine Skipiste samt Lift und Hütte. Amüsiert verfolgte das Publikum die Zwistigkeiten unter den internationalen Brett'l-Fans, vor allem zwischen der redegewandten Österreicherin in Gestalt von Annika Sauerteig und René Bamberger als Vertreter der preußischen „Ruck-zuck-zack-zack-“Mentalität. Thomas Reder als Engländer hielt sich da ziemlich raus. Skilehrer Marcel Bamberger und DJ Ötzi alias Christoph Wasser dachten sich ihren Teil und ließen sich lieber beim Apres-Ski von Stephanie Reinhart ein Bier servieren.
Ein andermal wurde die FC-Halle zum Opernhaus. Die putzigen Bewohner der „Villa Socks“ vermochten das Publikum aber nicht nur mit einer Arie aus Carmen zu begeistern. Die von Ulli Betz, Tanja Dietz, Christine Dietz, Conny Schwarz und Nicole Knaute gespielten Handpuppen gaben unter anderem auch ihre Version eines Rockklassikers zum Besten: „We will, we will sock you“.
Gleich danach mutierte die Bühne zum Hühnerhaus, das Klaus Reder, Matthias Klopf, Anna Schwappach und Alfred Schwappach mit gackerndem Leben erfüllten. Und auch wenn schon mal die Federn flogen – köstlich anzuschauen war dieser Sketch allemal.
Anleihen aus der Welt der TV-Shows durften ebenfalls nicht fehlen. Bei „Bundorf sucht den Faschingsstar“ gelang es keinem der Kandidaten (Annika Sauerteig, Matthias Klopf und René Bamberger), den Ansprüchen von Anja Hein alias Dieter Bohlen und Peter Wolf alias Bruce Darnell gerecht zu werden, während Sylvie in Gestalt von Christian Leicht alles „supidoll“ fand. Am Ende hatte Thomas Reder als Zufallssieger gut lachen.
„Sylvie“ durfte dann auch noch am „Schlagerrad“ drehen. Von dieser in jeder Hinsicht bunten Revue gab es schließlich einen fließenden Übergang zum großen Finale, dem stimmungsvollen Schlusspunkt des Programms.
Die dritte und letzte Büttensitzung am Samstag, 4. Februar, ist ausverkauft. Die Glücklichen, die eine Karte ergattern konnten, können sich auf einen unterhaltsamen Abend freuen.
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