publiziert: 19.09.2007 18:01 Uhr
aktualisiert: 24.09.2007 03:17 Uhr
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Stall stürzt ein: Sechs Pferde sterben
qualvoll unter den Trümmern

Decke eines maroden Pferdestalls stürzte ein – Ließ der Halter die Pferde verwahrlosen?

Es muss ein Bild des Grauens gewesen sein: Wohl am vergangenen Freitagnachmittag ist in einem zweigeschossigen Pferdestall in Obertheres (Kreis Haßberge) die Zwischendecke zusammengebrochen. Sechs Tiere kamen ums Leben, teilweise dauerte ihr Todeskampf unter den Trümmern mehrere Stunden. Der Pferdehalter wollte die ganze Sache offenbar vertuschen.

  • Sechs Pferde kamen beim Einsturz der Decke in einem Stall in Obertheres ums Leben. Die restlichen Tiere sollen nun artgerecht untergebracht werden.
    FOTOs (2) Landratsamt
  • Ein wüstes Bild: in einem zweigeschossigen Pferdestall stürzte letzte Woche die Decke ein. Dabei kamen sechs Pferde ums Leben, ein Kadaver liegt noch irgendwo unter diesen Trümmern.
Bild von
2 Bilder

Doch zwei aufmerksame Anwohner wurden am Dienstag durch Verwesungsgeruch misstrauisch und alarmierten die Polizei und das Veterinäramt. Seit vielen Jahren betreibt der Züchter auf dem Gelände rund um „Schloss Ditfurth“ eine Pferdezucht. Zuletzt waren es über 20 Stuten, Hengste und Fohlen, die auf den Koppeln weideten oder im Stall untergebracht waren. Für die Stuten war im Erdgeschoss des Stalls ein Laufstall eingerichtet, während die Hengste im Geschoss darüber in Boxen stehen konnten.

"Pferde waren abgemagert"
Die Leidensgeschichte der Pferde ist offenbar lang. Wie ein Bewohner von Obertheres, der namentlich nicht genannt werden will, berichtet, habe er seit vielen Jahren immer wieder mal den Stall besichtigen können und Gespräche mit dem Tierhalter geführt. „Auffällig war zunächst, dass viele Pferde abgemagert waren“, berichtet der Mann. Vor drei Jahren habe er dann das Veterinäramt am Landratsamt Haßberge erstmals sowohl über die „Mangelernährung“ als auch über die offensichtliche Inzucht informiert. „Als man mir dort erklärte, dass die Probleme bekannt seien und man sich darum kümmern werde, war die Angelegenheit für mich erst einmal erledigt.“  

Dann sei eine Zeit der Besserung angebrochen, bis ihm 2006 wieder abgemagerte Tiere auffielen. „Ich habe dann dem Züchter angeboten, die Pferde einzeln am Halfter aus den Koppeln herauszuführen und sie am Wegesrand grasen zu lassen.“ Das habe der Züchter aber mit dem Hinweis abgelehnt, die Tiere seien nicht halfterfähig. „Ich habe dann immer wieder Äpfel auf die Koppeln geschüttet, damit die Pferde etwas mehr zu fressen hatten.“

Er habe auch gesehen, berichtet der Oberthereser weiter, dass der Mist in den Ställen teilweise bis zu eineinhalb Meter hoch gelegen habe. Er könne sich noch gut erinnern, dass deshalb eine Stute beim Versuch, an das tiefer gelegene Futter heranzukommen, mit den Beinen in die Futterraufe gerutscht sei.

Veterinäramt kontrollierte
Das Veterinäramt habe auf sein erneutes Vorsprechen wieder versprochen, die Missstände abzustellen. „Mir wurde mitgeteilt, dass die Pferdehaltung tatsächlich grenzwertig sei. Man könne aber kein Tierhalteverbot aussprechen“, berichtet der Informant. Eine Zeit lang habe sich der Zustand der Pferde erneut gebessert.

 

 

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Langer
    
    

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