publiziert: 26.01.2012 17:27 Uhr
aktualisiert: 27.01.2012 11:50 Uhr
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Standpunkt: Erinnerung hat kein Verfallsdatum

Jeder fünfte Deutsche Ü-30 kennt Auschwitz nicht
  • Michael Mößlein
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Muss nicht endlich Schluss sein, mit dem ewigen Erinnern an Auschwitz, an den millionenfachen Mord während des Holocaust? – Die Antwort lautet ganz klar „nein“! Denn: Mord verjährt nicht. Die Erinnerung daran, die Mahnung vor einer Wiederholung solcher Bestialitäten darf nicht einfach in irgendeiner Schublade der Geschichtsschreibung verschwinden. Ganz nach dem bequemen Motto: Klappe zu und das schlechte Gewissen ist weg.

Die Verantwortung für den Holocaust wird Deutschland für immer begleiten, auch wenn von den heute Lebenden kaum noch jemand eine direkte Verantwortung dafür hat. Auschwitz gilt als das Kainsmal der deutschen Geschichte. Dies sollte gerade in diesen Tagen nicht vergessen werden, in denen im Zusammenhang mit der Erinnerung an den „Alten Fritz'“, des großen Preußenkönigs Friedrich II., der am 24. Januar seinen 300. Geburtstag gefeiert hätte, auch gerne an Preußens längst vergangenes Glanz und Gloria erinnert wird.

Das Wachhalten des Gedenkens an den Holocaust muss für uns Deutschen allein deshalb eine Verpflichtung bleiben, weil mittlerweile jeder fünfte Deutsche unter 30 nicht weiß, für welche menschenverachtende Verbrechen Auschwitz steht. Dies ergab jüngst eine Umfrage des Magazins „Stern“. Insgesamt wussten immerhin noch 90 Prozent der befragten Bundesbürger mit Auschwitz etwas anzufangen – es war die größte Vernichtungsmaschine der Nazis. Allein dort und vor allem im angeschlossenen Lager Birkenau wurden eine Million Menschen ermordet. Dabei ist Auschwitz-Birkenau nur das bekannteste Vernichtungslager. Chelmno, Treblinka, Belzec, Majdanek . . . die Liste weiterer Vernichtungslager ist lang, auch wenn deren Namen noch weniger Menschen geläufig sind. Der Holocaust-Gedenktag schließt sie alle ein.

Von Michael Mösslein michael.moesslein@mainpost.de
    
    

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Die neuesten Kommentare

deutzi (161 Kommentare) am 02.02.2012 10:41

Wenn mein UrUrgroßvater

ein Gauner war, müssen da auch noch seine Nachkommen dafür gerade stehen?
Ich frag ja nur?
(1)
juergen1963 (138 Kommentare) am 31.01.2012 18:53

Blöldes Geschwätz verjährt auch nicht

Wir jüngeren Deutschen tragen keinerlei Verantwortung für das was im 3. Reich geschah !
Bisher dachte ich immer, dass es nur unsere Politiker notwendig haben, sich mit diesem Thema zu profilieren. Wenn jetzt auch schon Pappnasen diesen Thema in den Mund nehmen wirds grotesk !
(2)
Mexx (61 Kommentare) am 29.01.2012 10:11

Es reicht

Es reicht mit den Zahlungen und Schuld fragen was haben wir damit zu duhn.
Das war vor unserer zeit es muss mal gut sein. Die Geschichte ist Geschichte
Das ist eine Sauerei das wir heute noch zahlen für dinge für die wir nicht s können.
Aber wir dummen deutschen sind halt die Kuh der wellt
(2)
tagesspiegel (42 Kommentare) am 27.01.2012 12:04

Nein, mich interessiert es ja auch

Aber eher die Frage, warum das Judentum, das im Dt. Kaiserreich
wie nirgends auf der Welt gleichberechtigt war, plötzlich nach dem 1. Wk, nach Aufkommens des Zionismus und nach der russ. Revolution 1917 so verhasst wurde.
Dabei waren deutsche Juden in der Mehrheit eben keine Zionisten und
haben dem dt. Reich 1933 auch keinen Krieg erklärt.
Das heißt, es traf sie das Fallbeil der Geschichte ohne Zutun, was die Sache
und den kulturellen Verlust in unserer Gegend noch schlimmer macht.
Die übrigen Antworten musste ich mir lange suchen, denn die Artikel zu diesem
Thema empören sich immer ''warum'', geben aber keine Antwort,
sondern senden nur moralisch gebückte Schuldhaltung aus.
Das haben immer mehr Leute statt und dies ist Grund für ''Rechtsradikalismus''.
Nur als Beispiel, wie gelogen wird, damit die Bevölkerung nicht alles mitbekommt:
1945 wurde behauptet, nur 25 000 Juden hätten den Holocaust überlebt.
Im Jahr 2011, also 66 Jahre später, ergeht höchstrichterliche Rechtsprechung,
wonach quasi alle jüd. Ghettoinsassen Renten erhalten.
Die Nachzahlungen machen mehrere Milliarden aus, lassen nicht zu, dass der Rentenbeitrag gesenkt wird und betrifft bis zu 60 000 noch 2011 Lebende.
Wenn man es transparent verkünden würde, hätte niemand etwas dagegen.
Aber die Zahlungen, Rechtsprechung, U-boote an Israel, Staatsverträge werden
- wenn überhaupt- nur scheibchenweise präsentiert, was Hauptgrund für
das Weiterleben von Vorurteilen ist.
Dabei sollte doch eine Lehre aus dem holocaust sein:
Transparenz des staatlichen Handelns
-dann wären die Taten damals nicht möglich gewesen-
und eben kein von ewiger Schuld erdrücktes aufrechtes Rückgrat,
das der Staat gerne an die Bevölkerung aussendet, ohne bei sich
selbst anzufangen.
(1)
schonda (1146 Kommentare) am 26.01.2012 22:00

Es war einmal..

Nach 67 Jahren interessiert das nur noch die, welche immer noch Geld wollen..
(4)
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