publiziert: 02.01.2012 15:07 Uhr
aktualisiert: 03.01.2012 10:01 Uhr
» zur Übersicht Bilderserien
    
    
Artikel
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text HOFHEIM
„Stell dir vor, es brennt, und keiner kommt!“

Start der 150-Jahr-Feierlichkeiten der Feuerwehr mit ökumenischem Gottesdienst und Neujahrsempfang
  • Fahne hoch zum 150ten.
  • Wettleuchten: Raketen und Blaulichter sorgten für eine leuchtende Begrüßung des neuen Jahres.
    Fotos: Gräfe
  • Ein uniformiertes Prosit!
  • Aufrechte Jubilare.
Bild von
4 Bilder
    
»Fotostrecke starten Fotogalerie
    

Mit einem furiosen Feuerwerk wurde auf dem Markplatz in Hofheim das neue Jahr begrüßt. Aus drei Gründen fände in der Regel ein Neujahrsempfang statt, sagte Bürgermeister Wolfgang Borst in seiner Ansprache. Zum einen, um sich gegenseitig ein gutes neues Jahr mit Gesundheit, Wohlergehen, Erfolg und Zufriedenheit zu wünschen.

    
»Fotostrecke starten Fotogalerie
    

Zum anderen, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Für die Stadt Hofheim dürfe man das abgelaufene Jahr als erfolgreich einstufen, konnte man doch ohne Neuverschuldung über drei Millionen Euro in die Infrastruktur investieren. Borst führte als gelungene Maßnahmen unter anderem die Platzanlage am Lendershäuser Tor, den Wohnmobilstellplatz und die Schülermensa im Haus des Gastes an.

Insgesamt sei die Entwicklung der Stadt Hofheim so nachhaltig und erfolgreich, dass der Freistaat Bayern die Schlüsselzuweisung um 12 Prozent reduzierte – und dies, obwohl er mehr Finanzmittel als je zuvor zur Unterstützung seiner Kommunen ausschütte. „Eine für uns schmerzliche Nachricht“, sagte Borst „aber zugleich ein deutliches Signal dafür, dass wir mit unserer Stadt auf einem guten und sehr zukunftssicheren Weg sind.“

Der dritte Grund eines Neujahrsempfanges sei es, den Blick nach vorne zu richten. Hier gelte es, sich rechtzeitig auf die beiden großen Herausforderungen der kommenden Jahre einzustellen: Die Umsetzung der Energiewende und die sich rasant ändernde Bevölkerungsstruktur. Mit der Gründung der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte, kurz GUT, wolle man die ländliche Region zum Gewinner der Umstrukturierung der Energieversorgung machen. Die Lebensqualität in der Region könne aufgrund des demographischen Wandels nur mit verstärktem ehrenamtlichen Engagement erhalten werden. Hierfür gelte es, professionelle Rahmenbedingungen zu schaffen. So werde das zur Zeit im Umbau befindliche ehemalige Finanzamt künftig die „Koordinierungsstelle für ehrenamtliches Engagement“ für den Bereich der Hofheimer Allianz beherbergen.

Doch für diesen Neujahrsempfang gebe es nicht nur die genannten drei Gründe, sondern noch einen vierten und zugleich wichtigsten Grund: Die Feuerwehr der Stadt Hofheim feiert ihren 150. Geburtstag.

Im Jahr 1861 gründeten 34 Männer aus Hofheim die erste Feuerwehr des Landkreises. Seitdem fanden sich immer wieder junge Männer und in den vergangenen Jahren auch Frauen, die bereit waren, diesen ehrenvollen, nicht ungefährlichen und sehr zeitintensiven Dienst zum Wohl der Allgemeinheit zu leisten. „Als Bürgermeister und Dienstherr bin ich stolz auf unsere Feuerwehrleute“, so Borst. Die Hofheimer Feuerwehr sei, was Einsatzbereitschaft, Trainingsfleiß, Ausbildungsniveau und Mitgliederstärke betrifft, eine Spitzenwehr weit über die Landkreisgrenzen hinaus.

Ein ökumenischer Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche, mitgestaltet von Mitgliedern der Feuerwehr, war dem Festakt auf dem Marktplatz vorausgegangen. Darin legten die beiden Geistlichen Gerd Greier und Peter Bauer in ihren Ausführungen zum christlichen Leben und Zusammenleben die Tätigkeiten und Ausstattungsgegenstände der Feuerwehr symbolisch zugrunde. „Stell dir vor, jemand drückt den Alarmknopf und jeder drückt sich!“, „Stell dir vor, es brennt und keiner kommt!“ Diese Sätze, zu finden auf Werbebannern für den Eintritt in die Feuerwehr, würden die Notwendigkeit ehrenamtlicher Einsatzbereitschaft auf den Punkt bringen, sagte Greier. Das Feuerwehrseil stehe dafür, dass alle gemeinsam ein einem Strang ziehen sollten. Der Wasserschlauch gemahne daran, dass genügend frisches, reines Wasser keine Selbstverständlichkeit sei, aber auch, dass wir mit guten Worten erfrischen und zwischenmenschliche Brände löschen könnten. Mit der während des Gottesdienstes ertönenden Sirene verdeutlichte Greier anschaulich die Notwendigkeit, auf Alarmzeichen bei anderen, aber auch bei sich selbst zu achten.

So wie das Atemschutzgerät einen Vorrat an guter Luft böte, trage jeder verschiedene Dinge mit sich, die schützen und auch in Gefahr handlungsfähig machen würden, sagte Pfarrer Bauer. Dies könnten zum Beispiel Bibelworte oder ein Kreuz sein. Mit den Leistungsabzeichen an ihren Uniformen zeigten die Feuerwehrleute, dass sie viel Zeit und Mühe in ihr Training investierten haben, um für den Notfall bereit zu sein. Christen hätten zwar keine Abzeichen, bräuchten aber auch Übungszeiten, wie Gottesdienste, um für das Leben bereit zu sein. So wie die Feuerwehr als eine Gruppe in Bereitschaft sei, wenn nötig zur Hilfe zu eilen, seien auch wir aufeinander angewiesen. „Unsere Ausrüstung sind unsere Gaben, wie Worte, Ruhe, Kraft und Gespür füreinander“, sagte Bauer. Damit gelte es, gemeinsam die Zeiten zu durchschreiten, die Gott uns bereitet habe.

Nach dem Hissen der Fahne wurde allerseits auf das neue Jahr angestoßen und Neujahrswünsche ausgetauscht. Beim abschließenden Feuerwerk leuchteten die gezündeten Raketen mit den Baulichtern der Feuerwehrfahrzeuge um die Wette. Zum Funkenregen am Himmel steuerte der Spielmannszug musikalische Glanzlichter bei.


Von unserer Mitarbeiterin Gudrun Klopf
    
    

Diesen Artikel

Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen.
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
Anzeige
    

Baby-Galerie 

Die Jüngsten
Hier begrüßen wir die jüngsten Bewohner des Landkreises Haßberge. »mehr
    
    

Hassgau-Blues 

Zum Anhören
Eine Ode an den Haßgau - fast schon Kult. »mehr
    
Anzeige
    

Stadtkultur Schweinfurt 

Theater, Kabarett,
Kunst und mehr
Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr
    
    

Fotografen und ihre Fotos 

Bilder und Eindrücke
Wir stellen ambitionierte Hobbyfotografen aus der Region Main-Rhön vor. »mehr
    
    

Grüsse aus der Region 

Kostenlose Grußkarten
Senden Sie Ihren Freunden und Bekannten eine elektronische Grußkarte aus der Region, auch Tiere! »mehr
    
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr