publiziert: 31.03.2011 17:20 Uhr
aktualisiert: 31.03.2011 17:22 Uhr
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Suche nach Energie der Zukunft

Gemeinde Knetzgau plant Nutzungskonzept – Fachmann zeigt Möglichkeiten auf
  • Blockheizkraftwerk: Im Dorfzentrum von Knetzgau werden bereits die Gebäude der Gemeinde (im Bild die Senioren-WG, die Krippe und der Kindergarten) auf diesem Weg mit Energie versorgt.
    Foto: Christiane Reuther
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Wie ein Energienutzungskonzept aussehen und daraus ein Energiekonzept der Gemeinde Knetzgau werden kann, war Hauptthema im Knetzgauer Gemeinderat.

Professor Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik an der Hochschule Bamberg-Weiden erläuterte diese Materie eingehend. Eingangs verwies Bürgermeister Stefan Paulus auf den Handlungsbedarf von Privathaushalten und Kommunen, die neben Industrie und Handel gefordert sind, wenn es um effiziente Energieversorgung geht.

Mit dem Einstieg in ein modernes Blockheizkraftwerk (BHKW) habe der Gemeinderat Knetzgau bereits Weitsicht und Mut bewiesen. Im Dorfzentrum werden damit die Gebäude der Gemeinde versorgt. „Energie sparen und neue, umweltfreundliche Energieformen einsetzen und verantwortungsbewusst mit den Ressourcen umgehen, das ist mittlerweile eine Überlebensfrage für unseren Planeten“, sagte Paulus. Er hatte sich schon vor den Reaktorunfällen in Japan mit diesem Thema auseinandergesetzt.

Team von Wissenschaftlern

Obwohl bereits soziologische Untersuchungen der Gemeinde Knetzgau vorliegen, um die demografische Entwicklung abzufedern, gibt es für den Umgang mit Klimawandel, Energieverbrauch und der damit verbundenen CO2-Emission noch kein Konzept. Mit seinem Team von zehn Wissenschaftlern und Ingenieuren erstellt Markus Brautsch kommunale Energiekonzepte. Die Nachfrage ist groß: Im vergangenen Jahr war das Team für 100 Gemeinden in ganz Bayern tätig. Nicht nur kirchliche Gebäude, Krankenhäuser, Vereine und sonstige Objekte, sondern auch betriebliche Konzepte gehörten zum Aufgabengebiet.

„Den Ist-Zustand muss man sehr genau anschauen“, so der Experte, der anhand eines Katasters eine Wärmebedarfsdichte erstellt. In dieser Karte sind die Anteile genutzter, erneuerbarer Energien, wie Fotovoltaik, Wasserkraft, Solarthermie und feste Biomassen (Holz) verzeichnet. Die Basis zur Ermittlung des Energiesparpotenzials ist vordergründig die Wärmedämmung. Auf das Ausbaupotenzial erneuerbarer Energien, wie Holz aus dem Gemeindegebiet oder Dachflächen für Fotovoltaik, ging der Experte genauso ein, wie auf die Grundlagen der Wirtschaftlichkeit.

Hierbei müsse auch die Veränderung der Brennstoffpreise beobachtet werden. Aber auch Investitionskosten sowie Wärmepreiskalkulationen für den Endabnehmer stellte Brautsch dem Gremium vor. „Ökonomie und Ökologie verbinden“, so lautete das Fazit des Professors, für den die Zahlen einer vernünftigen CO2-Bilanz vordergründig sind.

Am Ende seiner Ausführungen verwies er auf den nächsten Schritt. Der wäre zunächst einmal, einen Förderantrag zu stellen. In einer spannenden und anregenden Diskussion ging der Fachmann auf die spezifischen Fragen aus dem Gremium ein. Dabei standen Sensibilisierung der Bürger, Steuerersparnismodelle, Preisanstiege von Erdöl und Erdgas ebenso im Raum, wie offizielle Umsetzungsergebnisse von durchgeführten Energienutzungskonzepten.

Von unserer Mitarbeiterin Christiane Reuther
    
    

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